
Die Modeindustrie steht vor einem Abfallproblem: Jedes Jahr werden nahezu 100 Millionen Tonnen Textilien entsorgt, wovon weniger als 1 % zu neuen Kleidungsstücken recycelt wird. Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Abkehr vom alten linearen ‚Take-Make-Dispose‘-Modell hin zu einem geschlossenen Kreislaufsystem. Das Ziel? Textilabfälle reduzieren und Ressourcen besser nutzen, indem die Lebensdauer von Produkten verlängert und Materialien am Ende ihrer Nutzungsdauer zurückgewonnen werden.
Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt sich adidas mit verschiedenen Aspekten der Kreislaufwirtschaft. Dazu gehören die verstärkte Verwendung von recycelten Materialien, die Weiterentwicklung von kreislauffähigen Designprinzipien sowie die Erprobung kreislaufwirtschaftlicher Dienstleistungen wie Sneaker-Reinigung, Mietprogramme und Rücknahmeinitiativen in verschiedenen Märkten. Es hat sich gezeigt, dass die Ausweitung einer Kreislaufwirtschaft komplex ist. Sie erfordert die richtige Infrastruktur, gemeinsame Industriestandards sowie eine Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Kreislaufwirtschaft ist ein Teamsport. Alle Akteure der Wertschöpfungskette müssen zusammenarbeiten. Deshalb konzentrieren wir uns heute auf den Teil der Wertschöpfungskette, auf den wir den größten Einfluss haben und den wir am besten steuern können. Gleichzeitig unterstützen wir das gesamte Ökosystem durch die Zusammenarbeit mit Zulieferern, Warensammel- und Sortierbetrieben, Recyclingpartnern, Innovatoren und Forschenden. Kurz gesagt: Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen und arbeiten mit Partnern aus der Branche zusammen, um den Rest voranzubringen.
Unser Weg zur Kreislaufwirtschaft hat sich im Laufe der Zeit durch Produktinnovationen, neue Materialien und Kooperationen in der Branche weiterentwickelt. Entdecken Sie im Folgenden einige der wichtigsten Meilensteine.

In Zusammenarbeit mit Parley for the Oceans wurde der erste Schuh vorgestellt, der teilweise aus Garn aus alten Fischernetzen gefertigt wurde.










MADE TO BE REMADE
adidas war mit seinem Programm ‚Made To Be Remade‘ (MTBR) ein Vorreiter bei der Entwicklung von Produkten mit einer kreislaufwirtschaftlichen Lösung für das Ende ihres Lebenszyklus. Alles begann im Jahr 2019, als wir den Futurecraft.Loop vorstellten, einen Performance-Laufschuh aus einem einzigen Material, der nach kreislaufwirtschaftlichen Designprinzipien entwickelt wurde. Vom Prototypen haben wir das Konzept bis 2023 erfolgreich zu einer vollständig kommerziellen MTBR Bekleidungs- und Schuhkollektion ausgebaut.

ZIELSETZUNG FÜR RECYCELTEN POLYESTER AUS TEXTILABFÄLLEN
Wir haben uns ein neues Ziel für den Verbrauch von Polyester gesetzt – bis 2030 wollen wir 10 % des in unseren Produkten verwendeten Polyesters aus Textilabfällen gewinnen. Diese Umstellung ist eine Evolution vom Recycling von Plastikflaschen zur Wiederverwendung von Textilabfällen – ein entscheidender Schritt, da Polyester unser am häufigsten verwendetes Material ist. Die sich weiterentwickelnde Recyclingtechnologie hat es uns ermöglicht, uns dieses ehrgeizige Ziel zu setzen. In den letzten Jahren wurde aus Textilabfällen recycelter Polyester in relevantem Umfang zugänglich.

PROJEKT T-REX ERFOLGREICH ABGESCHLOSSEN
T-REX ist ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt, dessen Ziel ein Entwurf dafür ist, wie textile Haushaltsabfälle in einem geschlossenen Kreislauf in ganz Europa sortiert und recycelt werden können. Die dreijährige Initiative unter der Leitung und Koordination von adidas brachte 13 wichtige Teilnehmer aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammen. Nach seinem erfolgreichen Abschluss lieferte das Projekt Erkenntnisse, die nun unsere Strategie zur Kreislaufwirtschaft und unser Engagement für die Branche prägen. Die Erkenntnisse untermauern das Bestreben von adidas, einen systemischen Wandel in der Branche voranzutreiben. Mit Blick auf die Zukunft wird adidas mit zukünftigen Projekten und Kooperationen weiter auf den Erkenntnissen aus T-REX aufbauen und plant, eng mit Stakeholdern und der EU-Kommission zusammenzuarbeiten, um zukünftige Regulierungen zu prägen. Erfahren Sie mehr über das Projekt auf der Website des Projekts T-REX.
Kreislaufwirtschaft kann nicht von einem Unternehmen allein bewältigt werden. Sie erfordert eine Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir arbeiten mit wichtigen Partnern an Forschungsprojekten zusammen, um neue Recyclingtechnologien zu entwickeln, die Verwendung zertifizierter recycelter Materialien zu erhöhen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Kreislaufwirtschaft in der Modeindustrie fördern. Entdecken Sie nachfolgend unsere wichtigsten Partnerschaften und Projekte:
TEXTILE EXCHANGE
Textile Exchange ist eine globale gemeinnützige Organisation, die sich in der Mode-, Textil- und Bekleidungsindustrie für positive Auswirkungen auf Klima und Natur einsetzt. Textile Exchange hilft der Mode-, Textil- und Bekleidungsindustrie dabei, sich wieder auf die verwendeten Ressourcen zu besinnen. Durch Arbeitsgruppen zu den von uns verwendeten Materialien haben wir aktiv dazu beigetragen. Bei unserer Partnerschaft dreht sich alles um ein gemeinsames Ziel: die Umstellung auf nachhaltigere Materialien beschleunigen.
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben wir dazu beigetragen, die Umstellung auf recycelten Polyester in großem Maß zu beschleunigen, indem wir Marken und Zulieferer zusammengebracht haben, um die Beschaffungskette für Textilien aus recyceltem Polyester zu stärken. Durch die Investition in fortschrittliche Recyclingtechnologien und Closed-Loop-Systeme haben wir das Streben nach Innovation bei der Materialbeschaffung von Textile Exchange bekräftigt. Nachdem wir unser Ziel schon 2023 erreicht haben, konzentrieren wir uns jetzt auf die Skalierung von recyceltem Polyester aus Textilabfällen bis 2030.
FASHION FOR GOOD
Fashion for Good dient als Innovationsplattform, die Start-ups, Technologien und Pilotprojekte, die das Ziel verfolgen, die Modebranche kreislauffähiger und nachhaltiger zu gestalten, beschleunigt und unterstützt.
Im Rahmen unserer Zusammenarbeit leistet adidas einen Beitrag zu verschiedenen Initiativen, die darauf abzielen, Kreislauflösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu fördern. Dazu gehört die Projektreihe Sorting For Circularity (S4C), die derzeit in Europa, Indien und den USA umgesetzt wird. Das Projekt untersucht die Infrastruktur für nicht wiederverwendbare Textilabfälle sowie bestehende Hindernisse für deren Wiederverwendung.
Weitere Initiativen sind das Projekt Tracing Textile Waste, das die Rückverfolgbarkeit von Textilabfallströmen verbessert, sowie Closing the Footwear Loop, das sich auf die Förderung von Recyclinglösungen für Schuhe innerhalb der EU konzentriert. adidas beteiligte sich zudem am Projekt ReWear. Dieses lieferte Erkenntnisse darüber, wie wiederverwendbare Textilien nach der Entsorgung durch Konsument*innen durch globale Wiederverkaufs- und Recyclingsysteme fließen.
Der Schlüssel zu einem effektiven Abfallmanagement ist die Vermeidung von Abfällen bereits an der Quelle. Bei adidas optimieren wir deshalb die Planung und Bedarfsprognose, um die Abfallerzeugung zu minimieren. Dazu arbeiten wir funktionsübergreifend zusammen und setzen innovative Tools ein, um die Effizienz entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette zu steigern. Nach der Abfallvermeidung konzentrieren wir uns auf die Wiederverwendung und das Recycling, die Reduktion des Entsorgungsvolumens und die Optimierung der Verwertung. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Abfällen ist für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Effizienz der Wertschöpfungsketten unerlässlich.
ABFALLMANAGEMENT IN UNSERER BESCHAFFUNGSKETTE
Um die Verringerung des Abfallaufkommens entlang unserer Beschaffungskette zu fördern, haben wir eine Richtlinie zum Abfallmanagement entwickelt, um die Abfalltrennung während der Fertigung zu verbessern und dafür zu sorgen, dass Materialien für das Recycling oder die Wiederverwendung durch Abfallverarbeitung effizient sortiert werden. Wir haben unseren Abfallentsorgungsprozess weiter gestärkt und z. B. Produktionsstätten zur Beauftragung zuverlässiger Abfallentsorgungsunternehmen geschult und wir haben branchenübergreifend mit Partnern zusammengearbeitet, um Abfalltrennungspraktiken weiterzuentwickeln und die Datengenauigkeit in verschiedenen Abfallströmen zu verbessern. Diese Bemühungen haben 2025 zu einer Quote von 95 % bezüglich der Vermeidung von Deponieabfällen unter den an unserem Umweltprogramm teilnehmenden Zulieferern beigetragen.
Zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Beschaffungskette und zur Einhaltung von Branchenstandards haben wir die Zusammenarbeit mit Partnern in Regionen ausgebaut, um das Abfallrecycling voranzutreiben. Im Rahmen interner Gespräche mit Tier-1- und Tier-2-Zulieferern haben wir Herausforderungen identifiziert und Input gesammelt, die in unsere strategische Roadmap für Textilrecyclingsysteme bis 2030 einfließen.
ABFALLMANAGEMENT AN UNSEREN EIGENEN STANDORTEN
An unseren eigenen Standorten stärken wir das Abfallmanagement durch die Verbesserung der Datengenauigkeit und Nachverfolgung verschiedener Abfallströme. Wir bilden unsere Teams weiter, um eine bessere Datenerfassung und -meldung sicherzustellen, was effektivere Strategien zur Verringerung des Abfallaufkommens ermöglicht. 2025 haben wir eine Abfallvermeidungsquote von 91 % an unseren Verwaltungsstandorten und Distributionszentren erreicht. Diese Ergebnisse spiegeln unsere kontinuierlichen Bemühungen zur Verringerung des Abfallaufkommens und zur Förderung eines verantwortungsvollen Abfallmanagements an unseren eigenen Standorten wider.
Bei adidas definieren wir Kreislaufwirtschaft als das Aufrechterhalten des Werts von Produkten und Materialien auf dem höchstmöglichen Niveau so lange wie möglich. Wir orientieren uns dabei an der Definition des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in deren Bericht ‚Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der textilen Wertschöpfungskette‘.
Bei adidas definieren wir Kreislaufwirtschaft als das Aufrechterhalten des Werts von Produkten und Materialien auf dem höchstmöglichen Niveau so lange wie möglich. Wir orientieren uns dabei an der Definition des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in deren Bericht ‚Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der textilen Wertschöpfungskette‘.