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Nachhaltigkeit

Klimawandel und Dekarbonisierung

Ein wichtiger Fokus unserer Arbeit ist die Reduzierung der Umweltauswirkungen an unseren eigenen Standorten sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir sind fest zur Dekarbonisierung entschlossen, indem wir unseren absoluten Energieverbrauch sowie unsere Treibhausgasemissionen reduzieren und auf saubere Energien umsteigen.
Klimawandel und Dekarbonisierung

adidas hat sich verpflichtet, bis 2050 in seiner gesamten Wertschöpfungskette Klimaneutralität (CO2e) zu erreichen, und hat sich Ziele* gesetzt, die uns dabei helfen sollen, die Emissionen im Einklang mit der 1,5-Grad-Grenze zu begrenzen:

  • Erreichen von Klimaneutralität (CO2e) an eigenen Standorten (Scope 1 und 2) bis 2025, 
  • Reduzierung der absoluten Treibhausgasemissionen (THG) entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1, 2, 3) um 30 % bis 2030 im Vergleich zu 2017 (von der SBTi abgenommen).

Um sicherzustellen, dass die von uns ergriffenen Initiativen die gewünschte Wirkung haben und wir die CO2-Bilanz unserer Produkte verbessern, überwachen wir die Verringerung unserer Kohlenstoffintensität von Jahr zu Jahr und haben uns das Ziel gesetzt, unsere Kohlenstoffintensität von 2017 bis 2025 um 15 % zu reduzieren. Die durchschnittlichen jährlichen Scope-1-, Scope-2- und Scope-3- Treibhausgasemissionen pro Produkt für 2023 gingen im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zurück. Von 2017 bis 2022 erreichten wir eine Reduktion von 6,5 %.

Beim Thema Dekarbonisierung ist unserer Ansicht nach die Qualität der Daten entscheidend. Aus diesem Grund haben wir zum einen ein Tool entwickelt, mit dem wir unsere Umweltauswirkungen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette quantifizieren und überwachen können, und darüber hinaus in den letzten Jahren auch erhebliche Anstrengungen unternommen, um mehr Primärdaten von unseren Zulieferern zu sammeln. 

Im Laufe des Jahres 2023 haben wir unsere Berechnungsmethodik für die Treibhausgasbilanz aktualisiert, um uns weiterhin vollständig an internationalen methodischen Standards wie zum Beispiel vom GHG Protocol oder der SBTi zu orientieren und die Abhängigkeit von Annahmen und Verallgemeinerungen, die typischerweise von Sekundärdaten ausgehen, zu verringern.

Im Jahr 2023 haben wir unsere gesamten Treibhausgasemissionen (ohne Emissionen aus der Nutzungsphase) um 24 % gegenüber dem Vorjahr reduziert. Dieser Rückgang ist auf die gemeinsamen Anstrengungen mit unseren Zulieferern zurückzuführen, wie die Fortsetzung des Ausstiegs aus der Kohleverbrennung an unseren Produktionsstätten und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, sowie auf unsere Innovationstätigkeit, die uns den Einsatz kohlenstoffarmer Fertigungsprozesse und Materialien ermöglicht, wie auch einem Rückgang des Produktionsvolumens aufgrund hoher Bestände in den Märkten.


 

2023

2022

Emissionen Scope 1 (in Tonnen CO2e)

21,779

21,856

Emissionen Scope 2 (in Tonnen CO2e)

142,457

142,293

Emissionen Scope 3 (in Tonnen CO2e)

5,894,811

7,635,785

Erworbene Waren und Dienstleistungen

4,503,000

6,041,553

Vorgelagerter Transport und Vertrieb

247,684

343,556

Geschäftsreisen

43,753

36,158

Nutzung verkaufter Produkte

957,429

1,057,515

End-of-Life-Behandlung verkaufter Produkte

142,945

157,002

Gesamtemissionen*  (in Tonnen CO2e)

5,101,618

6,742,418


* ohne Nutzung verkaufter Produkte
 

Reduzierung landbezogener Emissionen (‚FLAG‘)

adidas ist sich bewusst, wie wichtig es ist, landbezogene Emissionen zu reduzieren. Daher haben wir im Jahr 2023 unsere Emissionen aus Forst-, Land- und Agrarwirtschaft (‚Forest, Land and Agriculture‘ – ‚FLAG‘) gemäß den FLAG-Richtlinien der SBTi quantifiziert. Die Ergebnisse unserer Berechnungen zeigen, dass die FLAG-Emissionen rund 7 % der gesamten Treibhausgasemissionen von adidas ausmachen, wobei die größten Auswirkungen auf die Beschaffung von Rindsleder, Baumwolle und Naturkautschuk zurückzuführen sind. Obwohl die FLAG-Emissionen unterhalb der SBTi-Schwelle für die geforderte FLAG-Zielsetzung liegen, wird adidas weiter daran arbeiten, diese Emissionen zu reduzieren.

DEKARBONISIERUNG UNSERER BESCHAFFUNGSKETTE

Die Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern und deren Unterstützung bei der Reduzierung ihrer Emissionen ist von essenzieller Bedeutung, um unsere Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Da unsere Beschaffungskette umfangreich und komplex ist, ist es für uns von Vorteil, wenn wir unseren Zulieferern klare Vorgaben und greifbare Ziele setzen und kommunizieren, sie gleichzeitig mit Fachwissen und Schulungen unterstützen und schließlich ihre Fortschritte messen und honorieren.

In unserem ‚Decarbonization Manifesto‘ haben wir klare Erwartungen an die Entwicklung eines holistischen Ansatzes zur Dekarbonisierung formuliert. Unsere strategischen Tier-1- und Tier-2-Zulieferer sollten Folgendes erreichen:

  • sich bis 2024 von der SBTi abgenommene Ziele setzen.
  • nur neue Materialien anbieten, die nachhaltige Inhaltsstoffe enthalten und in emissionsarmen Fertigungsprozessen entstanden sind.
  • eine konsequente Einführung von nachhaltigeren und kohlenstoffarmen Materialien anstreben.
  • interne Kapazitäten aufbauen, um umfassende Transparenz und Rückverfolgbarkeit vom Rohstoff bis zum Endprodukt zu gewährleisten.
  • auf umweltfreundliche Energiequellen, einschließlich Photovoltaik-Dachanlagen, über Abnahmeverträge (PPAs) bezogenen Strom aus erneuerbaren Energiequellen sowie sonstige alternative, erneuerbare Energiequellen umstellen.
  • den Kohleausstieg bis 2025 oder früher erreichen.
  • emissionsarme Technologien aus dem bei adidas verfügbaren Portfolio einführen.


Wir bieten unseren Zulieferbetrieben Anreize für ihre Dekarbonisierungsleistung, z. B. Priorität bei der Auftragsvergabe, die Möglichkeit für bestehende, leistungsstarke Partner, Marktanteile hinzuzugewinnen, Einstiegschancen für neue, moderne Zulieferpartner oder Pionier-Vorteil und Führungsrolle in Sachen Nachhaltigkeit.

Als Ergebnis dieser Arbeit haben unsere Zulieferer bereits Folgendes erreicht:

  • Abschaffung von Kohlekesseln: Bis Ende 2023 wurden mehr als 48 Kessel umgebaut oder ersetzt, um von Kohle zu 100 % auf emissionsarme Brennstoffe wie Biomasse oder Erdgas umzustellen.
  • Zunehmender Einsatz standorteigener erneuerbarer Energiequellen für die Stromerzeugung: Die Gesamtkapazität der Photovoltaik-Dachanlagen bei wichtigen Zulieferern stieg 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 44 % auf 267 MWp.
  • Verstärkter Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien (EE) von externen Quellen: 35 Zulieferbetriebe beziehen nun mehr als 50 % ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Insgesamt bezogen unsere Zulieferer im Jahr 2023 mehr als 447.268 MWh aus Projekten für erneuerbare Energien von externen Energiequellen, was einem Anstieg von 38 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
  • Erreichen der SBTi-Ziele: Im Jahr 2023 gingen wir eine strategische Partnerschaft mit der indonesischen Industrie- und Handelskammer ein und konnten sehen, dass 20 unserer indonesischen Zulieferer erfolgreich ihr technisches Schulungsprogramm absolviert haben, das ihnen helfen soll, ihre von der SBTi abgenommenen Ziele zu erreichen.
DEKARBONISIERUNG EIGENER STANDORTE

Wir sind fest entschlossen, unsere Treibhausgasemissionen an unseren eigenen Standorten, also unseren Verwaltungsstandorten, Distributionszentren und eigenen Einzelhandelsgeschäften, zu reduzieren.

Wir verfolgen einen klaren Aktionsplan, um unsere Ziele in Bezug auf die Reduzierung der Treibhausgase an unseren eigenen Standorten zu erreichen. Dazu weiten wir die Erhebung unserer Umweltleistungsdaten kontinuierlich aus und implementieren weiterhin Ökoeffizienz-Standards und -Prozesse über ein ganzheitliches integriertes Managementsystem (,IMS‘). Wir arbeiten an Maßnahmen wie der Verbesserung der Energieeffizienz, der Einführung standorteigener erneuerbarer Energieerzeugung sowie der Beschaffung von Strom aus erneuerbaren Energien.

Wir haben weiter in unsere eigenen Standorte investiert und bieten Ökofonds (,Green Funds‘) an, um lokale Energieeffizienz und die standorteigene Produktion erneuerbarer Energien zu subventionieren. Eine der Maßnahmen war im Jahr 2023 die lokale Installation von Photovoltaik in Kombination mit der Elektrifizierung der Gasinfrastruktur zum Heizen eines unserer Distributionszentren in Caspe, Spanien. Für 2024 planen wir mehrere Projekte zur Umsetzung an unserer Unternehmenszentrale in Herzogenaurach sowie an anderen eigenen Standorten weltweit.

Die Datenerhebung zum Energieverbrauch unserer eigenen Standorte haben wir weiter verbessert. Im Jahresverlauf 2023 konnten wir die Datenabdeckung mit Primärdaten in eigenen Einzelhandelsgeschäften im Vergleich zum Vorjahr um weitere fünf Prozentpunkte auf 41 % weltweit steigern.

Bei der weiteren Umstellung zu Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Europa haben wir in den letzten Jahren beschlossen, unseren Schwerpunkt von kurzfristigen Initiativen, wie dem Kauf von Energiezertifikaten EACs) für Europa und Nordamerika, auf wirkungsvollere Maßnahmen zu verlagern, wie die Sicherung langfristiger Verträge zur Beschaffung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, wie PPAs.

Im Jahr 2023 haben wir ein virtuelles PPA für Europa abgeschlossen: Ab 2025 wird adidas für einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich rund 50 GWh Strom aus erneuerbaren Energiequellen aus einem neuen Solarprojekt in Spanien beziehen. Dies wird zur langfristigen Emissionsreduzierung unserer europäischen Standorte beitragen.

Wir arbeiten weiterhin mit Zertifizierungen, die beim Bau und Innenausbau eigener Einzelhandelsgeschäfte die Berücksichtigung von Umweltaspekten erfordern. Dazu gehören auch ‚LEED‘ (‚Leadership in Energy and Environmental Design‘)- und ‚BREEAM‘(‚Building Research Establishment Environmental Assessment Method‘)-Zertifizierungen. Wir streben diese externen Zertifizierungen für strategisch relevante Projekte an, wenden jedoch auch eine Reihe interner Ökoeffizienzstandards an, die die Prioritäten der LEED-Zertifizierung für alle anderen Projekte widerspiegeln. Im Jahr 2023 erhielten sieben unserer eigenen Einzelhandelsgeschäfte weltweit LEED-Zertifizierungen. Unser Geschäft in Kapstadt, Südafrika, erreichte die höchste Bewertungsstufe, ‚LEED Platin‘, für seine fortschrittliche Energiemessung, die Reduzierung des Wasserverbrauchs im Gebäude und seine Strategien zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen.

KLIMABEZOGENE BERICHTERSTATTUNG UND OFFENLEGUNG

Im Rahmen unseres Risikoidentifikationsprozesses verfolgen wir physische Risiken im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen sowie Risiken und Chancen, die aus der Entwicklung hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft entstehen.

Im Laufe des Jahres 2023 haben wir ein Kernteam mit Expert*innen aus verschiedenen Geschäftsbereichen gebildet. Ziel des Teams ist es, eine höhere Granularität zu erreichen, um damit qualitativ hochwertige Daten für eine umfangreichere externe Berichterstattung für Szenarioanalysen zu gewährleisten und die Grundlage für fundierte Geschäftsentscheidungen zu schaffen – unter Berücksichtigung der mittel- und langfristigen finanziellen Auswirkungen des Klimawandels in unserer gesamten Wertschöpfungskette sowie der umfassenderen sozialen und ökologischen Auswirkungen.

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