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Nachhaltigkeit

Artenvielfalt

Artenvielfalt

Ein Kernelement unseres Handelns im Bereich Nachhaltigkeit ist der Umgang mit unseren Auswirkungen auf Biodiversität und Natur entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir arbeiten weiterhin programmatisch an der Verbesserung der Wassereffizienz, Wasserqualität und des Chemikalienmanagements und stützen uns bei unserer Strategie auf ganzheitliche Rahmenwerke wie ‚Science-Based Targets for Nature‘.

adidas ist sich der potenziellen Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit auf Ökosysteme bewusst, die unsere Beschaffungsketten für aus der Natur gewonnene Materialien stören, Landschaften und Ökosystemdienstleistungen gefährden und damit die künftige Entwicklung in der Textilindustrie beeinflussen können. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass Erhalt und Bewahrung der Biodiversität komplexe Herausforderungen sind, die systemischen Wandel und enge Zusammenarbeit zwischen zahlreichen Akteuren erfordern, darunter Zulieferer, Zertifizierer, Innovatoren und Partner. Als Unterzeichner des Fashion Pact haben wir uns verpflichtet, konkrete Ziele und Aktionspläne festzulegen, um unsere Auswirkungen auf die Biodiversität zu reduzieren.

Im Jahr 2023 haben wir unsere Auswirkungen weiter geprüft und ein besseres Verständnis für diese aufgebaut und begonnen, unseren Ansatz für den Umgang mit den Herausforderungen der Biodiversität in unserer Wertschöpfungskette zu formulieren. Besonderes Augenmerk wurde auf das potenzielle Risiko der Entwaldung gelegt, da dies den größten Hebel zur Verringerung des Biodiversitätsverlusts darstellt. In unserer Wertschöpfungskette ist mit der Beschaffung von aus der Natur gewonnenen Rohstoffen wie Leder, Naturkautschuk und Holz, die wir für unsere Produkte und Verpackungen verwenden, ein mögliches Risiko der Entwaldung verbunden. Basierend auf wissenschaftlich anerkannten Rahmenwerken des ‚Science Based Targets Network‘ (‚SBTN‘) und der ‚Accountability Framework‘-Initiative (‚AFI‘) haben wir erste konkrete Maßnahmen identifiziert, die entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette ergriffen werden müssen. Dazu gehören die Erfassung unserer Beschaffungskette über unsere Tier-3-Zulieferer hinaus und die Festlegung zeitgebundener Verpflichtungen für entwaldungsfreie Beschaffungsketten. Im Jahr 2023 haben wir Leder priorisiert und dafür bereits ein entsprechendes Ziel definiert. An unseren Roadmaps im Umgang mit Naturkautschuk und holzbasierten Materialien arbeiten wir derzeit noch.

LEDER

adidas gehörte zu den Pionieren, die sich verpflichtet haben, bis 2030 oder früher ihr gesamtes Rindsleder aus Lieferketten zu beziehen, die frei von Abholzung und Umwandlung von Land sind. Diese Verpflichtung fußt auf der Initiative ‚Deforestation-Free Call to Action for Leather‘ (Aufruf zum Handeln für Leder ohne Abholzung von Wäldern), die von Textile Exchange und der Leather Working Group (‚LWG‘) ins Leben gerufen wurde und darauf abzielt, durch kollektives Handeln einen Wandel innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette für Rindsleder voranzutreiben. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, werden wir eine Roadmap in zwei Phasen verfolgen. In der ersten Phase geht es darum, die Lederlieferkette über die Gerberei hinaus bis zum Ursprung der Tierhäute im Schlachthof zu erfassen. Diese zusätzliche Transparenz wird eine Risikobewertung ermöglichen und in einer zweiten Phase zur Formulierung spezifischerer Anforderungen für die früheren Phasen der Produktion führen, um sicherzustellen, dass das von uns bezogene Leder nicht mit Entwaldung in Verbindung steht. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Wir haben im Jahr 2023 mit einer umfassenden Erfassung unseres gesamten Ökosystems der Lederbeschaffung begonnen – bis zum Schlachthof und, wo möglich, sogar bis zu den landwirtschaftlichen Betrieben. Diese Bewertung wurde mit externer Unterstützung durchgeführt und wird derzeit ausgewertet. Unsere nächsten Schritte werden sich auf diese Bestandsaufnahme stützen. Die enge Zusammenarbeit mit unseren strategischen Zulieferern und unsere Expertise im Bereich Rückverfolgbarkeit machen uns zuversichtlich, den Weg für eine Lieferkette ebnen zu können, die frei von Entwaldung und Umwandlung von Land ist.

Die Rückverfolgbarkeit ist ein wichtiger Aspekt bei der Erreichung unserer Ziele hinsichtlich Verzicht auf Entwaldung und Umwandlung von Land. Daher unterstützen wir verschiedene Initiativen, die an skalierbaren Lösungen für die Rückverfolgbarkeit in der Lederbeschaffungskette arbeiten, wie z. B. die ‚LWG Traceability Roadmap‘, die ein Modell für die Sorgfaltspflicht und Kontrollkette in Bezug auf Entwaldung schaffen soll. Außerdem unterstützen wir die erste Phase der COTI-Initiative (Certification of Origin and Traceability Implementation Initiative), die darauf abzielt, die Rückverfolgbarkeit von Sozial- und Umweltstandards vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Schlachthof zu gewährleisten, einschließlich indirekter Tierhaltungssysteme im brasilianischen Bundesstaat Pará. Darüber hinaus hat adidas gemeinsam mit der UN-Wirtschaftskommission für Europa ein Pilotprojekt zur Rückverfolgbarkeit von Lederschuhen mithilfe von Blockchain-Technologie durchgeführt.

HOLZBASIERTE UND ALTERNATIVE ROHSTOFFE

Um die Herausforderungen in unserer Beschaffungskette in Bezug auf holzbasierte Materialien anzugehen, ist adidas eine Partnerschaft mit Canopy eingegangen, um durch die Initiativen ‚CanopyStyle‘ und ‚Pack4Good‘ zum Schutz von Urwäldern und gefährdeten Wäldern beizutragen. adidas hat sich zu Folgendem verpflichtet:

  • Bewertung und Festlegung von Zwischenzielen für die Verwendung von künstlichen Zellulosefasern, holzbasierten Verpackungen und Papier, um die Beschaffung aus Lebensräumen gefährdeter Arten sowie aus Urwäldern und gefährdeten Wäldern zu eliminieren. Damit arbeiten wir letztlich darauf hin, keine Materialien von Unternehmen zu beschaffen, die illegal Wälder abholzen.
  • Entwicklung einer Strategie mit Zielen und Zeitplänen für die Reduzierung und Wiederverwendung von Verpackungen aus Holz bis Ende 2024.
  • Erforschung alternativer Fasern der nächsten Generation als Teil unserer Verpflichtung zu innovativen und nachhaltigeren Materialien.
  • Zusammenarbeit mit Canopy und den strategischen Zulieferern von adidas, um gemeinsame und visionäre Lösungen zum Schutz der verbleibenden Ur- und gefährdeten Wälder zu unterstützen. 

NATURKAUTSCHUK

In Bezug auf Naturkautschuk hat adidas ebenfalls mit der Erfassung der Beschaffungskette begonnen, um die Herkunftsländer dieses Rohstoffs und alle beteiligten Akteure zu bestimmen. Wir planen, die bei dieser Analyse festgestellten Lücken in den kommenden Jahren zu schließen, um sicherzustellen, dass wir einen vollständigen Überblick über unsere Beschaffungskette haben und mit unseren Zulieferern auf unser Ziel hinarbeiten können, Naturkautschuk aus Quellen zu beziehen, die ohne Entwaldung und Umwandlung von Land auskommen.

LIEFERKETTENTRANSPARENZ

Zudem haben wir uns nicht nur darauf beschränkt, die Auswirkungen von Rohstoffen auf die Biodiversität zu verstehen, sondern haben unsere eigenen Standorte und die unserer strategischen Zulieferer mit international anerkannten Instrumenten wie dem ‚Integrated Biodiversity Assessment Tool‘ (‚IBAT‘), ‚Species Threat Abatement and Restoration (‚STAR‘)‘ und ‚Aqueduct‘ (eine vom Weltressourceninstitut – World Resources Institute (‚WRI‘) betriebene Datenplattform für von Experten geprüfte Opens-Source-Daten zur Kartierung von Wasserrisiken wie Überschwemmungen, Dürren und Stressauswirkungen) auf ihre Nähe zu Biodiversitäts-Hotspots und Wasserrisikogebieten untersucht.

 

Wir beobachten die weitere Entwicklung des ‚Science-Based Targets for Nature‘-Rahmenwerks aufmerksam und planen, es als Leitfaden für unsere nächsten Schritte zu nutzen, sobald es einsatzbereit ist.

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