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Materialien

Wir berücksichtigen die Umweltauswirkungen der Materialien während ihres gesamten Lebenszyklus und unterstützen den Einsatz von recycelten bzw. nachhaltigen Materialien.

Zudem ziehen wir mehrere Faktoren für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Materialien heran. Dazu zählen u.a. Bodennutzung, Vermeidung von Gefahrstoffen, Tierschutz sowie Energie- und Wasserverbrauch.

Nachhaltige und Recycelte Materialien, die wir nutzen

Zu den am häufigsten eingesetzten Materialien zählen nachhaltigere Baumwolle ('Better Cotton'), recycelter Polyester, recyceltes Nylon, recycelter Gummi, EVA auf Algenbasis, TENCEL, Polyurethan (PU) auf Wasserbasis und recyceltes thermoplastisches Polyuretham  (TPU).

Wir beziehen verschiedene recycelte Komponenten für unsere Produkte, wie z. B. Innenschuhsohlen, Textilien, Metalle, Kunststoffe, Verpackungsmaterialien und Gummi. Die Firmen, die eingespritzte Kunststoffplatten für unsere Fußballschuhe herstellen, führen mittlerweile Abfälle wieder in die Produktion zurück. Darüber hinaus wurde der Anteil an Gummi und EVA erhöht, der aufgearbeitet und für Schuhe wiederverwertet werden kann.

Nachhaltige Baumwolle / Better Cotton

Wir sind Gründungsmitglied der Better Cotton Initiatve (BCI). Die BCI zielt nicht nur auf die Reduzierung von Pestiziden ab; die Initiative spricht sich auch für die effiziente Wassernutzung und den Fruchtwechsel sowie für faire Arbeitsbedingungen aus. adidas hat sich dazu verpflichtet, das Beschaffungsvolumen von Baumwolle, die nach den Kriterien der BCI angebaut wurde – sogenannte Better Cotton Baumwolle – stark anzuheben. Im Jahr 2018 war 100% des Gesamtbeschaffungsvolumen nachhaltige Baumwolle , das heißt Baumwolle, die nach den Kriterien der BCI angebaut wurde oder organische Baumwolle. Unser Erfolg ist das Ergebnis einer klaren Zielsetzung - sowohl in Bezug auf unsere Zulieferer als auch mit Blick auf unsere internen Teams, die die Beschaffung von Better Cotton für unsere Produkte unterstützten. Zu den Sourcing-Ländern gehören die Türkei, Brasilien, die USA, Mali, Pakistan und Indien.

RECYCELTER POLYESTER

Recycelter Polyester ist eine synthetische Faser aus sogenannten Sekundärabfällen wie z. B. Plastikflaschen und Altkleidung. Das Rohmaterial wird wiederverwertet und anschließend zu Fasern gesponnen. Die Verwendung von recyceltem Polyester bietet zahlreiche Vorteile gegenüber neu hergestelltem Polyester: Sie verringert unsere Abhängigkeit von Erdöl und reduziert unseren CO2-Ausstoß im Vergleich zum konventionellen Polyester. Polyester ist das Material, das am häufigsten in den Produkten von adidas eingesetzt wird. Durch den verstärkten Einsatz von recyceltem Polyester wollen wir den Athleten weiterhin Hochleistungsprodukte anbieten, gleichzeitig jedoch unsere  mweltauswirkungen
reduzieren. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2024 in allen adidas und Reebok Produkten neu hergestelltes Polyester vollständig durch recyceltes Polyester zu ersetzen, sofern dies technisch möglich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir unseren Produktentwicklungsteams  klare interne Meilensteine gesetzt.

RECYCELTES NYLON

Standard-Nylon wird aus Rohöl gewonnen. Recyceltes Nylon hingegen wird aus Industrie- und Nach-Gebrauchs-Abfällen hergestellt, darunter z. B. industrielle Fangnetze, die manchmal einfach ins Meer geworfen werden, nachdem sie ausgedient haben. Recyceltes Nylon hat viele Umweltvorteile gegenüber Standard-Nylon: Es hilft uns, unsere Rohöl-Abhängigkeit zu reduzieren und weniger Abfall zu produzieren. Da weniger Müll entsorgt werden muss, trägt es auch dazu bei, die giftigen Emissionen der Müllverbrennungsanlagen zu reduzieren.

 

RECYCELTES POLYSTYROL

Einer unserer Zulieferer hat ein neues, nachhaltiges Material entwickelt, das in Fersenkappen von adidas Schuhen verwendet wird. Die Fersenkappe ist ein kleiner, fester Einsatz im Fersenbereich des Schuhs; um die Ferse im Schuh zu unterstützen und zu stabilisieren. Die Fersenkappe ist nicht sichtbar, da sie sich im Innenbereich des Schuhs befindet und ist beidseitig durch Material bedeckt ist. Die Fersenkappe enthält mehr als 50% recyceltes Material aus benutzten Lebensmittelverpackungen. 

LEDER

adidas verwendet grundsätzlich keine Rohmaterialien von bedrohten oder gefährdeten Tierarten, die auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) stehen. Ebenso ist Leder, das durch nicht artgerechte Behandlung frei lebender oder gezüchteter Tiere gewonnen wird, für die Herstellung unserer Produkte nicht akzeptabel. Hier gelangen Sie zu unserer Richtlinie zu Gefahrstoffen ('A-01'- Materialanforderungen).

Wir verwenden Leder vor allem als Material für unsere Schuhe. Innerhalb der einzelnen Glieder der Lederbeschaffungskette treten verschiedene Umweltauswirkungen auf. So kann zum Beispiel ein erhöhter Bedarf an Weidefläche aufgrund der verstärkten Viehzucht zu vermehrter Abholzung von Waldgebieten führen. Außerdem werden beim Gerben erhebliche Mengen an Wasser und Chemikalien benötigt. Durch seine aktive Beteiligung an der Leather Working Group, die strenge Standards und Kontroll-Protokolle für die unabhängige Überwachung von Gerbereien entwickelt hat, ergreift adidas Maßnahmen, diese Auswirkungen zu minimieren. Im Jahr 20178 hat adidas mehr als 99% des gesamten Ledervolumens von außereuropäischen Gerberein bezogen, die durch das LWG-Audit-Protokoll bewertet wurden. Auf Grundlage des LWG-Audit-Protokolls erreichten alle Gerbereien mindestens ein Silber-Rating und 80% erreichten ein Gold-Rating.

 

Materialien, die wir nicht einsetzen

1998 hat adidas erstmals eine Liste von Gefahrstoffen veröffentlicht; fast genauso lange ist es her, dass wir uns als erstes Sportartikelunternehmen zur Eliminierung von PVC verpflichtet haben. Des weiteren sind seit 2017 mehr als 99% unserer Produkte frei von poly- und perfluorierten Chemikalien (PFC). Unsere Materialrichtlinien werden zweimal pro Jahr, für jede neue Saison, aktualisiert. Wir haben also schon viel erreicht. Und durch eine engere Zusammenarbeit mit anderen Markenunternehmen und Zulieferern wollen wir noch mehr erreichen.

adidas verwendet grundsätzlich keine Rohmaterialien von bedrohten oder gefährdeten Tierarten, die auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) stehen. Ebenso ist Leder, das durch nicht artgerechte Behandlung frei lebender oder gezüchteter Tiere gewonnen wird, für die Herstellung unserer Produkte nicht akzeptabel. Wir lehnen Tierversuche in der Entwicklung neuer Produkte oder Materialien eindeutig ab. Soweit dies erforderlich ist, fordern wir von unseren Lizenznehmern – speziell im Kosmetikbereich – schriftliche Erklärungen an, in denen bestätigt wird, dass unsere Vorgaben strikt eingehalten werden.

Hier gelangen Sie zu unserer Richtlinie zur gefahrstoffen 'A-01'- Materialanforderungen.

PVC UND PHTHALATE

Im Jahr 2000 beschlossen wir als eines der ersten Unternehmen der globalen Konsumgüterindustrie, PVC-Materialien aus unseren Produkten zu eliminieren. Wir konnten Alternativen finden und nahezu alle Modelle unserer globalen Produktreihe werden mittlerweile ohne PVC gefertigt. In manchen Ländern sind jedoch keine geeigneten Ersatzmaterialien verfügbar, sodass einige lokal produzierte Sportschuhmodelle vereinzelt noch PVC enthalten. Wir bemühen uns weiterhin, auch hier längerfristig Lösungen zu finden. Seit 2003 verzichten wir auch auf den Einsatz von Polyethylenchlorid, das ähnliche Umweltauswirkungen wie PVC aufweist. Ebenso fördern wir die Verwendung phthalatfreier Druckpasten und stellen unsere Prozesse entsprechend um. Einige unserer Geschäftseinheiten haben bereits ihre eigenen Standorte umgestellt, und auch immer mehr ihrer Zulieferer beteiligen sich an der Aktion.

PFC

Im Rahmen des gemeinsamen Fahrplans zur Eliminierung gefährlicher Chemikalien bis 2020 verpflichteten wir uns im Jahr 2013, langkettige PFCs (Perfluorkarbone) bis spätestens 1. Januar 2015 aus unserer Beschaffungskette zu eliminieren. Als weiteren Schritt garantierte das Unternehmen, ab 15. Juni 2014 bei 90% seiner Produkte keine PFCs einzusetzen, ab spätestens 31. Dezember 2017 sogar bei 99%. All diese Meilensteine haben wir erreicht, ebenson wie unser Ziel, in 99 % unserer Produkte der Saison Herbst/ Winter 2019 weiterhin keine poly- und perfluorierten Chemikalien PFCs) einzusetzen.

Hier gelangen Sie zu weiteren Information über unser Chemikalienmanagementprogramm.
 

FLÜCHTIGE ORGANISCHE VERBINDUNGEN

In unseren Herstellungsprozessen eingesetzte Lösungsmittel enthalten üblicherweise flüchtige organische Verbindungen (VOCs). Diese können in hoher Konzentration Atembeschwerden und andere gesundheitliche Probleme für Arbeitnehmer in der Produktion verursachen. Daher fordern wir seit mehr als zehn Jahren von unseren Schuhherstellern, den Einsatz von VOCs in ihren Fertigungsprozessen erheblich zu reduzieren. Durch innovative und umweltverträgliche Klebe- und Vorbehandlungsverfahren sowie die Einhaltung der adidas Richtlinien zum Einsatz von Chemikalien gelang es unseren Zulieferern, die VOC-Menge von deutlich mehr als 100 Gramm pro Paar Schuhe im Jahr 1999 auf rund elf Gramm in 2018 zu reduzieren.

 

MIKROFASERN

Dank ihrer einzigartigen Funktionsmerkmale finden Kunstfasern in unserer Branche breite Verwendung – sie fühlen sich weich an, sind elastisch, leicht, äußerst strapazierfähig und bieten ein hervorragendes Feuchtigkeitsmanagement. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass Kunstfasern zur Umweltverschmutzung beitragen können, vor allem wenn sie in die Umwelt, insbesondere Gewässer, gelangen.

Unser Ansatz zur Bekämpfung der Verschmutzung durch Mikrofasern

Im Rahmen unserer strategischen Priorität ‚Wir schätzen Wasser‘ ist uns bewusst, dass Wasser ein lebensnotwendiges Gut und eine wichtige Ressource für unsere Branche ist. Die Bekämpfung der Verschmutzung durch Mikrofasern hat daher für uns höchste Priorität und wir arbeiten proaktiv daran. Als Sportartikelunternehmen ist uns bewusst, wie wichtig es ist, Verantwortung für dieses Thema zu übernehmen. Es ist eine komplexe Herausforderung für unsere gesamte Branche, für die es keine einfache schnelle Lösung gibt. Wir haben eine funktionsübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, arbeiten eng mit unseren Supply-Chain-Geschäftspartnern und Forschungsinstituten zusammen und setzen uns aktiv für externe Arbeitsgruppen der Branche ein, darunter das neu gegründete Microfibre Consortium. Da es in unserer Branche keine allgemein anerkannte Definition für Mikrofasern gibt, geht es uns als Unternehmen in erster Linie um jene Fasern, die innerhalb eines Größenbereichs von 5 Millimeter bis zu 1 Mikrometer liegen. 

Wir haben unsere Schwerpunktbereiche klar definiert:

  • Produktionsphase: Unser Ziel ist, unsere Produkte so herzustellen, dass bei der Materialherstellung möglichst wenige schädliche Mikrofasern in die Umwelt gelangen. Zusammen mit einigen unserer Fertigungspartner untersuchen wir die Freisetzungsprozesse während der Herstellung, um so das Problem besser zu verstehen und mögliche Lösungen identifizieren zu können. Wir arbeiten 2019 daran, für unsere Supply-Chain-Geschäftspartner konkrete Richtlinien zu Minderungsmaßnahmen zu entwickeln. Dazu zählen das Sammeln sowie der Umgang mit und Entsorgung von Mikrofaserabfällen.
  • Testverfahren: Derzeit verfügt unsere Branche noch nicht über ein standardisiertes Testverfahren, mit dem das Freisetzungsverhalten verschiedener Materialien und Produkte gemessen werden kann. Wir arbeiten daher mit verschiedenen Organisationen und Forschungsinstituten an der Validierung und Abstimmung eines gemeinsamen Testverfahrens, das nach unseren Einschätzungen 2019 einsetzbar sein sollte. Dies wird uns dabei helfen, wichtige Forschungs- und Entwicklungsprioritäten festzulegen.
  • Weiterentwicklung von Materialien: Wir wollen Produkte herstellen, die während ihrer Lebensdauer möglichst wenig Mikrofasern an die Umwelt abgeben. Bis es ein standardisiertes Testverfahren gibt, sind wir zurückhaltend, was das Ergreifen bestimmter Maßnahmen zur Verringerung der Mikrofaserfreisetzung angeht, die über die auf dem Etikett des Kleidungsstücks angegebenen Informationen hinausgehen. 2019 werden wir versuchen, ein besseres Verständnis der Faktoren zu gewinnen, die die Mikrofaserfreisetzung beeinflussen. Dazu wenden wir das standardisierte Testverfahren basierend auf einem systematischen Screening-Ansatz an.
  • Materialen der Zukunft: In Zusammenarbeit mit unseren Partnern an Hochschulen und in der Branche arbeitet das adidas Future Team an der Entwicklung neuer innovativer Materiallösungen für Textilien.

Partnerschaften

  • Wir sind Gründungsmitglied des Microfibre Consortium, eines Verbandes mit dem Ziel, abgestimmte und vereinheitlichte wissenschaftlich begründete Tools zu entwickeln, die in der Textilbranche implementiert werden. Der Fokus liegt dabei auf dem Durchführen von Tests und der Produktionsphase.
  • Wir sind assoziiertes Mitglied des Projekts ‚TextileMission‘, ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes, auf drei Jahre angelegtes Projekt des Bundesverbands der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI). An dieser Initiative beteiligen sich mehrere führende Unternehmen, Forschungsinstitute und NGOs aus der gesamten Wertschöpfungskette. Das Projekt konzentriert sich auf die weitere Analyse der Grundursachen, soll aber auch innovative Lösungen zur Eindämmung des Problems hervorbringen. 
  • Wir sind Partner der globalen Innovationsplattform Fashion for Good, die Marken, Hersteller, Einzelhändler, Zulieferer, gemeinnützige Organisationen, Innovatoren und Geldgeber zusammenbringt, die gemeinsam das Ziel verfolgen, in allen Fragen gute Lösungen für die Modebranche zu finden. 
  • Die Outdoor Industry Association (OIA) koordiniert auf eigene Initiative bekannte Forschungsprojekte und -berichte, um doppelten Aufwand in der Branche sowie in akademischen und wissenschaftlichen Communitys zu vermeiden. Zu diesem Zweck wurde eine Forschungsgruppe ‚Microfibers Research Cohort‘ eingerichtet, der auch adidas und andere Marken angehören, um gemeinsame Finanzierungsmaßnahmen für Forschungsprioritäten gemäß der sektorübergreifenden Microfiber Action Roadmap zu koordinieren. Das OIA Government Affairs Team ist auch im Austausch mit Gesetzgebern auf Staatsebene, um sie über die Herausforderungen, Belange und proaktiven Maßnahmen zu informieren, denen sich die Outdoor-Branche gegenübersieht.

Sensibilisierung

Wir arbeiten aktiv daran, das Bewusstsein für die Probleme zu fördern und dazu beizutragen, in unserer Branche Lösungen zu finden. 2017 nahmen wir an bedeutenden Branchenkonferenzen teil und organisierten mehrere interne Workshops und Veranstaltungen mit unseren Zulieferern. In 2018 haben wir einen ‚Microfiber Day‘ (Mikrofasertag) an unserer Unternehmenszentrale in Deutschland für unsere Mitarbeiter sowie externe Gäste veranstaltet. Bei dem Event haben wir unsere interne Arbeit präsentiert und wertvolles Input von externen Stakeholdern erhalten, mit dem wir das Thema weiter vorantreiben. Aufbauend auf diesem Event werden wir Arbeitsgruppen einrichten, die sich mit bestimmten Bereichen befassen und branchenweite Maßnahmen entwickeln, die ggf. durch das Microfibre Consortium gefördert werden.