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Umgang mit unserer Beschaffungskette

Da unsere Beschaffungskette umfangreich, mehrschichtig und komplex ist, verfolgen wir einen detaillierten Ansatz im Umgang mit unseren Zulieferern.

Neben unseren eigenen Mitarbeitern spielen die Beschäftigten in den Fabriken unserer Zulieferer eine zentrale Rolle in unserem Nachhaltigkeitsprogramm. Aus Sorge um ihre Arbeitsplatzbedingungen und ihr Wohlergehen haben wir Arbeitsplatzstandards für unsere Beschaffungskette („Workplace Standards“) entwickelt, die neben sozialen Standards auch die Arbeitssicherheit und -gesundheit der Beschäftigten sowie umweltbewusste Betriebsabläufe gewährleisten sollten. Zur Durchsetzung unserer Standards verfügen wir über einen mehrstufigen Überwachungsprozess, einschließlich eines innovativen Systems zur Bewertung unserer Lieferanten. Die Ergebnisse dieser Beurteilung teilen wir unserer Beschaffungsabteilung mit, die diese in die Gesamtbewertung des Zulieferers einfließen lässt und damit entscheidet, ob und in welchem Umfang die Geschäftsbeziehung mit einem Zulieferer fortgesetzt wird. Diese Transparenz und die Einbindung in Beschaffungsentscheidungen sind für den Erfolg unseres Bestrebens, Arbeitsplatzbedingungen zu verbessern, entscheidend.

In enger Zusammenarbeit mit wichtigen strategischen Partnern wird der weitaus größte Teil unser Produkte in etwa 100 Zulieferbetrieben weltweit hergestellt. Dabei legen wir Wert auf langfristige Beziehungen: Zum Ende des Jahres 2018 haben 84 % unserer wichtigen strategischen Partner seit mehr als zehn Jahren mit uns zusammengearbeitet, 42 % bereits seit mehr als 20 Jahren.

adidas hat einen Großteil seiner Produktion ausgelagert. Insgesamt arbeiten wir mit etwa 700 unabhängigen Zulieferern weltweilt, die in mehr als 50 Ländern Produkte für uns herstellen. Unsere Beschaffungskette hat nicht nur globale Reichweite, sondern setzt sich auch aus mehreren Ebenen zusammen. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Geschäftspartnern, wobei wir mit einigen direkte Geschäftsbeziehungen eingehen, mit anderen hingegen nicht. Im Jahr 2018 waren die fünf Spitzenländer pro Region im Hinblick auf die Anzahl der Produktionsstätten:

  • Asien: China, Vietnam, Korea, Indonesien und Indien
  • Amerika: USA, Brasilien, Kanada, Argentinien und El Salvador
  • EMEA: Deutschland, Türkei, Italien, Großbritannien und Spanien

Unterschiedliche Geschäftsbeziehungen

Wie effektiv wir hinsichtlich der Einhaltung unserer Standards auf unsere Zulieferer einwirken können, hängt von der Intensität unserer Partnerschaft ab und ist oft proportional zu Umfang und Regelmäßigkeit der erteilten Aufträge.

  • Direktes Beschaffungsmodell: Wir unterhalten direkte vertragliche Geschäftsbeziehungen zu unseren Hauptzulieferern, die von unserer Beschaffungsorganisation Global Operations zentral überwacht werden. Global Operations ist eine Unternehmensfunktion, verantwortlich für Produktentwicklung, Vermarktung, Vertrieb sowie für die Überwachung der Herstellung von Bekleidung, Schuhen und Zubehör für die Marken adidas, Reebok und adidas Golf. Die Lieferanten der direkten Beschaffungskette produzieren den größten Anteil des gesamten Beschaffungsvolumens des Konzerns.
  • Indirektes Beschaffungsmodell: Der verbleibende Anteil unseres Produktvolumens, es handelt sich dabei um eine geringe Menge, wird über Agenten bezogen oder unter Lizenz hergestellt. Agenten platzieren ihre Aufträge bei ihren bevorzugten Lieferanten, wohingegen Lizenznehmer entweder direkt bei den Zulieferern bestellen oder zwischengeschaltete Agenten einsetzen. Unsere indirekte Beschaffungskette ergänzt unsere direkte Beschaffung, indem sie spezifische Anforderungen erfüllt, die von Global Operations nicht abgedeckt werden können.
  • Produktion für lokale Märkte: Die adidas Tochtergesellschaften haben, um kurzfristige Absatzmöglichkeiten auf ihren lokalen Märkten schnell ergreifen, die Anforderungen eines Nischenmarkts erfüllen oder in einigen Fällen auf bestimmte Handelsbestimmungen reagieren zu können, auch die Möglichkeit, bei lokalen Zulieferern einzukaufen, die nicht von unserer Unternehmensfunktion Global Operations überwacht werden. Um jedoch für adidas produzieren zu dürfen, benötigen diese Zulieferer eine entsprechende Genehmigung von unserem Sozial- und Umweltteam.

Arten von Lieferanten

Unsere Zulieferer lassen sich in fünf Kategorien einordnen:  

  • Hauptzulieferer. Diese haben eine direkte vertragliche Geschäftsbeziehung mit adidas und stellen Produkte für den Export oder den lokalen Markt her.
  • Subunternehmen. Dies sind von unseren Zulieferern beauftragte Herstellerbetriebe; sie übernehmen die Fertigungskapazitäten, die von den Hauptzulieferern in deren eigenen Produktionsstätten nicht abgedeckt werden können.
  • Rohstofflieferanten und Dienstleister. Zulieferer, die unter Umständen keine direkte Geschäftsbeziehung zum adidas Konzern haben, von denen unsere Hauptzulieferer jedoch Waren und Dienstleistungen beziehen.
  • Lizenznehmer. Drittunternehmen, die Produkte unter Lizenz von adidas entwerfen, herstellen und vertreiben.
  • Agenten. Unabhängige Unternehmen, die als Zwischenhändler agieren. Sie entscheiden, wo Produkte hergestellt werden, kümmern sich um die Herstellungsprozesse und verkaufen die fertigen Produkte an adidas.

Erfassung von Risiken

Die Erfassung der Risiken (Risk-Mapping) für unsere Beschaffungskette ist ein sehr effektives Instrument, um sicherzustellen, dass alle unsere Zulieferer umwelt- und sozialverträglich produzieren und dabei vernünftig mit unseren Ressourcen umgehen. Das Risk-Mapping kombiniert regelmäßige Prozesse, um Verbesserungen systematisch mit Ad-hoc-Tools nachzuverfolgen und zu unterstützen, damit wir in kritischen Situationen schnell reagieren und mögliche negative Auswirkungen auf die Beschäftigten oder die Umwelt eingrenzen können. Wichtige Informationen für das Risk-Mapping liefern unter anderem die Prüfung der von Regierungen bereitgestellten Datenbestände, der regelmäßige Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sowie der direkte Dialog mit den Beschäftigten. Zur Früherkennung von Risiken in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte sowie die Umwelt beobachten und überwachen wir die Länder, von denen wir Produkte beziehen, und die Zulieferer, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten. Wir erstellen Länder- und Fabrikprofile, die Aufschluss darüber geben, welche Problembereiche priorisiert werden müssen und in welcher Regelmäßigkeit Überwachungs- und risikomindernde Aktivitäten durchgeführt werden müssen. Wir nutzen folgende spezifische Risk-Mapping-Ansätze und -Instrumente:

  • Risikobewertung auf Länderebene: Wir erarbeiten Länderprofile anhand von umfassenden Due-Diligence-Prozessen. Die Länder werden nach hohem oder niedrigem Risikowert kategorisiert. Die Zulieferer in Ländern mit hohem Risiko müssen mindestens alle zwei Jahre einmal geprüft werden.
  • Risikobewertung auf Ebene der Geschäftseinheiten: Die Leistungsbeschreibung jeder Geschäftseinheit im strategischen Compliance-Plan und den Report-Cards zeigt, welche Performance- und Compliance-Risiken für die jeweilige Geschäftseinheit bestehen. Dies wirkt sich auf die Häufigkeit der Leistungsprüfungen aus und hat Auswirkungen auf die langfristige Geschäftsentwicklung.
  • Risikobewertung auf Ebene der Fabriken: Es werden regelmäßig Audits, KPI-Beurteilungen und Risikoanalysen durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen werden die Häufigkeit weiterer Audits sowie der Grad der Zusammenarbeit mit der Fabrik festgelegt.
  • Krisenprotokoll: Die Geschäftseinheiten und Fabriken nutzen dieses Instrument, um detailliert über risikoreiche Sachverhalte Bericht zu erstatten. Anhand der erhaltenen Informationen entscheiden wir fallweise über Besuche, Audits oder andere Interaktionsmaßnahmen mit der Geschäftseinheit oder der Fabrik.
  • Monatliche Berichterstattung: Wir berichten monatlich an die oberste adidas Führungsebene. Je nach Sachverhalt kann dies fallweise zu weiteren Maßnahmen führen.
  • Beschwerdemechanismen: Fabrikbeschäftigte und andere Parteien können das SEA-Team über die auf Postern ausgehängte Nummer sowie externe Beschwerdemechanismen erreichen. Wir nehmen alle Informationen über die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die wir von Beschäftigten und anderen Parteien erhalten, sehr ernst und sorgen dafür, dass wir ihnen sichere und einfache Kommunikationskanäle zur Verfügung stellen, mit denen sie sich mit uns in Verbindung setzen können. Basierend auf den erhaltenen Informationen entscheiden wir dann, ob weitere Besuche, Audits oder andere Interaktionsmaßnahmen mit der Geschäftseinheit oder Fabrik notwendig sind.

Onboarding neuer Zulieferer

In enger Zusammenarbeit mit unserer Unternehmensfunktion Global Operations sowie anderen Beschaffungseinheiten werden alle potenziellen neuen Lieferanten durch das adidas SEA-Team bewertet. Dadurch möchten wir sicherstellen, dass neue Zulieferer unsere Standards einhalten. Unsere Beschaffungsabteilung kann Aufträge nur dann an neue Zulieferer vergeben, wenn das SEA-Team zuvor seine Zustimmung gegeben hat. Sollte ein Zulieferbetrieb unsere Standards nicht erfüllen, wird er abgelehnt. Falls jedoch nur geringfügige Verstöße vorliegen, die leicht behoben werden können, räumen wir dem Hersteller eine Frist ein. Anschließend statten wir dem Betrieb einen erneuten Besuch ab und kontrollieren, ob die Missstände beseitigt wurden. Ist dies der Fall, erhält der Zulieferbetrieb unsere Genehmigung und darf für adidas produzieren. Mit strengen Auflagen für potenzielle neue Zulieferer stellen wir sicher, dass wir nicht mit Herstellern zusammenarbeiten, deren Arbeitsbedingungen unzureichend sind und die nicht in der Lage sind, inakzeptable Bedingungen zu verbessern.

Ende 2018 lag die Quote der neu besuchten Produktionsstätten, die direkt abgelehnt wurden, bei 30% und damit auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (2017: 29 %).

TRAINING UND EMPOWERMENT

Im Rahmen unserer fortwährenden Bemühungen die Beschaffungskette effektiver und nachhaltiger zu gestalten, haben wir ein System mehrstufiger und funktionsübergreifender Schulungen für unser globales Zuliefernetz eingeführt. Im Jahr 2018 trainierten wir in 143 Schulungenmehr mehr als 1.200 Beschäftigte und Mitarbeiter von Zulieferbetrieben, Lizenznehmer sowie des adidas Konzerns. Dabei verfolgen wir drei unterschiedliche Ansätze bei den Schulungen:

Allgemeine Schulungen einführende Schulungen zu den „Workplace Standards", zum Umgang mit dem Fair Factories Clearinghouse (FFC), zu dem Verfahren zur Genehmigung neuer Produktionsstätten und zu den Standardbetriebsanweisungen.
Spezielle Schulungen Schulungen zu speziellen Personal-, Gesundheitsschutz-, Arbeitssicherheits- und Umweltfragen sowie zu Kontrollmethoden für potenzielle neue Zulieferer.
Schulungen zum Nachhaltigkeitsmanagement Schulungen zu Leistungsindikatoren und Bewertungsmethoden, Entwicklung strategischer Pläne zur nachhaltigen Einhaltung von Standards sowie zu Verfahren zur Selbstbewertung der Zulieferer.

 

Wir bieten unseren Zulieferern kontinuierlich Schulungen an, um sie bei der Verbesserung ihrer Leistung in den Bereichen Soziales, Gesundheitsschutz sowie Arbeitssicherheit und Umweltfragen zu unterstützen. Wir konzentrieren unsere Bemühungen auf die nachfolgenden Schlüsselinitiativen:

  • Das Fair Factories Clearinghouse (FFC) ist ein externes, nicht gewinnorientiertes Programm, das über verschiedene Technologien verfügt, mit denen die Mitglieder Informationen untereinander austauschen, in Produktivitätsfragen zusammenarbeiten und sichere, humane Arbeitsbedingungen fördern können. Das Sozial- und Umweltteam der adidas Gruppe schult ausgewählte Betriebe im Umgang mit dem FFC-System, wodurch mehr Transparenz in der Berichterstattung ermöglicht wird. adidas ist seit 2006 aktiv am FFC beteiligt und nutzt die Plattform seit 2008 unter anderem dafür, Auditinformationen über Zulieferer mit anderen FFC-Mitgliedsunternehmen auszutauschen.
  • „Better Work" (BW) ist eine einzigartige globale Partnerschaft zwischen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und der International Finance Corporation (IFC). Dieses Programm vereint den Erfahrungsschatz der IAO in Bezug auf Beschäftigungsstandards mit den Kenntnissen der IFC bei der Entwicklung der Privatwirtschaft. Das im Februar 2007 angelaufene Programm zielt auf die Verbesserung der Einhaltung von Beschäftigungsstandards und der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb globaler Beschaffungsketten ab. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie internationalen Einkäufern. Seit 2007 werden alle adidas Bekleidungsfabriken in Kambodscha regelmäßig von „Better Work" kontrolliert. Derzeit nehmen in Kambodscha zehn Fabriken am Programm teil. Im Juni 2009 führte BW sein Programm auch in Vietnam ein; momentan sind hier 14 adidas Zulieferer für das Programm eingeschrieben und haben sich somit zu regelmäßiger externer Kontrolle verpflichtet. Darüber hinaus sind wir aktiv am neu eingeführten „Better Work" Programm in Indonesien beteiligt, bei dem vier Bekleidungszulieferer für die Teilnahme an Schulungen und Kompetenzbildungsprogrammen nominiert wurden.
  • Unsere langjährigen Erfahrungen mit Fabrikkontrollen haben gezeigt, dass es in Betrieben im asiatisch-pazifischen Raum an grundlegenden Personalsystemen mangelt. Die Einführung komplexerer Produktionsprozesse, wie beispielsweise schlanke Fertigung, erforderte die Anpassung der Personalpraktiken bei den Zulieferern. Das Schulungsprogramm zu Personalmanagementsystemen wurde 2006 eingeführt und konzentriert sich auf die Schulung von Führungskräften unserer Zulieferer im asiatisch-pazifischen Raum, insbesondere in China und Vietnam. Die Trainingsschwerpunkte drehen sich um wesentliche Elemente von Personalmanagementsystemen wie zum Beispiel Einstellungsverfahren, Vergütung und Sozialleistungen, Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, Leistungsmanagement sowie Personalplanung. In den Fabriken hat das Programm zur Steigerung der Betriebseffizienz sowie zu einer höheren Zufriedenheit und Moral bei den Beschäftigten beigetragen. Zudem haben wir die Module zu Koalitionsfreiheit und Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen überarbeitet, sodass sie noch enger mit dem Überwachungsinstrument der Sustainable Compliance Initiative der FLA verknüpft sind. Die Ergebnisse unterstützen die langfristige Einhaltung sozialer Standards in der Beschaffungskette.
  • Die Rekrutierung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz stellt seit Langem eine kontinuierliche Herausforderung für unsere Zulieferer dar. Dies gilt besonders für Länder mit einem Mangel an geschultem Fachpersonal. Angesichts der hohen Fluktuation unter den von den Betrieben ernannten Sicherheitsverantwortlichen wurde offensichtlich, dass die von uns durchgeführten Schulungen nicht nachhaltig waren und dass ein verstärkt institutioneller Ansatz benötigt wurde, um die Fähigkeiten auf Branchenebene aufbauen zu können. Im Jahr 2007 gingen wir und verschiedene andere globale Unternehmen eine Partnerschaft mit der International Sustainable Community (ISC) – eine in den USA ansässige Nichtregierungsorganisation – ein, mit dem Ziel, eine Akademie für Umwelt- und Arbeitsschutz („Environment, Health and Safety Academy") zu gründen, um so die Zahl der qualifizierten EHS-Manager in Südchina zu erhöhen. Die erste Akademie wurde 2009 in den Räumlichkeiten der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Lingnan Universität in Guangzhou gegründet. Im Jahr 2011 öffnete eine zweite Einrichtung in der Provinz Jiangsu ihre Pforten, die ihren Fokus speziell auf ökologische Themen und Energiemanagement richtet. Lesen Sie mehr über die Akademie in China. Die ISC eröffnet eine weitere Akademie in Bangladesch im September 2013, und es gibt Pläne, ein ähnliches Trainingszentrum im Jahr 2014 in Indien einzuführen.
  • Im Oktober 2010 starteten wir ein neues und verbessertes Programm für Arbeitssicherheitsbeauftragte (Occupational Health and Safety Officer, OHSO), um die technischen Kompetenzen der Sicherheitsteams in den Betrieben unserer wichtigsten Geschäftspartner auszubauen. Das Trainingsprogramm läuft über drei Jahre und besteht aus drei Modulen, die zum einen Grundkenntnisse zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz abdecken, aber auch die Themen Risikoanalyse und Kommunikation sowie  Managementsysteme zum Arbeitsschutz behandeln. An den ersten beiden Modulen nahmen etwa 600 Personen von rund 300 Zulieferern aus sechs Ländern des asiatisch-pazifischen Raums teil. Das dritte Trainingsmodul des Programms wird in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführt werden.
  • Die OECD definiert nachhaltige Fertigung als „Herstellung von Produkten mithilfe von Prozessen, welche negative Umweltauswirkungen minimieren, Energie und natürliche Ressourcen einsparen, für Mitarbeiter, Gemeinden und Verbraucher sicher sowie wirtschaftlich sinnvoll sind“. Bei der Sustainable Manufacturing Initiative (SMI) handelt es sich um ein Projekt mit dem Ziel, die Kompetenzen zu identifizieren und zu entwickeln, die Zulieferer zur Planung, Implementierung und Umsetzung von Aktivitäten und Verbesserungen in der nachhaltigen Fertigung benötigen, damit sie die Ziele der adidas Umweltstrategie 2015 erfüllen können. Das in Indonesien eingeführte Projekt umfasst Schuh- und Bekleidungszulieferer der Stufe 1 und 2.
  • Um unsere Zulieferer beim Erreichen der Energieeinsparungsziele bis zu unterstützen, haben adidas und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein IPPP-Projekt (Integrated Public Private Partnership – integrierte öffentlich-private Partnerschaft) namens "Greening Global Supply Chains - Focus on Energy in Indonesia" ins Leben gerufen. Das im August 2011 gestartete Projekt zielte darauf ab, die internen Kompetenzen in den Fabriken so weit auszubauen, dass diese in der Lage sind: (i) ihren Energieverbrauch kontinuierlich zu überwachen und die damit verbundenen Daten zu analysieren (ii) Maßnahmen für Kosteneinsparungen vorzuschlagen und (iii) Energiemanagement-Optionen und die Auswirkungen der ergriffenen Maßnahmen zu identifizieren und zu kontrollieren. Im Rahmen des Programms wurden Kurse zur Ausbildung von Ausbildern (Train-the-Trainer-Kurse) sowie Netzwerktreffen organisiert. Daneben wurden vorbildliche Maßnahmen (Best Practices) und wichtige Erkenntnisse an die weitere Beschaffungskette von adidas sowie die gesamte Branche innerhalb Indonesiens weitergegeben. Im Mai 2013 lief das Schulungsprogramm aus. Insgesamt sind die Ergebnisse des Projekts vielversprechend, da alle teilnehmenden Zulieferbetriebe eigene interne Energie-Teams eingeführt haben. Durch diese Maßnahmen ging der Energieverbrauch in den Fabriken bereits im ersten Programmjahr zurück. Einige Teilnehmer streben nun sogar eine Zertifizierung der Energiemanagementsysteme ihrer Standorte nach ISO 50001 an. Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf unserem adidas Blog

 

EMPOWERMENT FÜR BESCHÄFTIGTE IN DEN FABRIKEN UNSERER ZULIEFERER

Damit wir faire, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sicherstellen können, müssen die Beschäftigten die Möglichkeit haben, Beschwerden im Vertrauen zu äußern. Alle genehmigten Produktionsstätten müssen offene Briefe an den schwarzen Brettern aushängen, in denen Ansprechpartner für die Anliegen der Beschäftigten aufgelistet sind. Außerdem muss aus den Briefen klar hervorgehen, dass wir ihnen bei Problemen in ihrem Betrieb Unterstützung anbieten, falls dies über die üblichen Betriebsabläufe nicht möglich ist. Darüber hinaus werden lokale Telefonnummern und Adressen genannt, an die sich die Beschäftigten im Falle von Problemen wenden können. Diese Telefon-Hotlines werden zum Teil von gemeinnützigen Organisationen betrieben, in anderen Fällen werden die Anrufe von unseren eigenen Mitarbeitern entgegengenommen, die sich dann um die Anliegen der Arbeitnehmer kümmern. Wir investieren viel Zeit in den Umgang mit Anrufen oder Beschwerden seitens der Beschäftigten zu schwerwiegenden Problemen wie etwa falsche Lohn- oder Gehaltszahlungen, Nichteinhaltung der zulässigen Arbeitszeiten, unrechtmäßige Kündigungen usw.

Parallel zu bestehenden Beschwerdesystemen (wie anonymen Arbeitnehmer-Hotlines in den jeweiligen Landessprachen) haben wir zusätzliche, digitale Tools implementiert, mit denen die Beschäftigten Fragen oder Bedenken direkt an ihren Arbeitgeber richten können. Nach der erfolgreichen probeweisen Einführung einer innovativen ‚SMS-Worker-Hotline‘ im Jahr 2012 haben wir schrittweise diese  Beschwerdemechanismen bei unseren Zulieferern verbessert und zu einer appbasierten ‚Workers Voice‘-Plattform entwickelt. Dieser Dienst stand Ende 2018 97 % unserer strategischen Zulieferbetriebe
in zehn Ländern zur Verfügung. 

AUSBAU DER ARBEITER-HOTLINE      
ZIEL FÜR 2020 2018 2017 2016
Bis 2020 haben wir uns zum Ziel gesetzt, durch die Einführung des Hotline-Services für Beschäftigte bei 100% unserer strategischen Zulieferer die Beschäftigten entlang unserer Beschaffungskette weiter zu befähigen. 97 %

63 % 

 

58 % 

Ergänzend zu den verschiedenen Beschwerdeplattformen erfassen wir die Zufriedenheit der Beschäftigten durch jährliche Umfragen in den Fabriken. Die Umfrageergebnisse, die mit den Audit-Teams und der Fabrikleitung geteilt werden, geben Einblicke in die Anliegen der Beschäftigten und zeigen Bereiche mit Verbesserungspotenzial auf. Bis Ende 2018 wurden Zufriedenheitsumfragen in 123 Produktionsstätten in zwölf Ländern durchgeführt (2017: 47 Produktionsstätten in neun Ländern). Nach Durchführung der Umfrage müssen die Produktionsstätten Verbesserungspläne für die ‚Top-Drei‘-
Themen erstellen und deren Fortschritt regelmäßig verfolgen. Basierend auf den Erkenntnissen aus den Umfragen haben wir z. B. bauliche Verbesserungen bei Kantinen und Schlafräumen für Beschäftigte sowie positive Impulse zur Entwicklung besserer Schulungsprogramme für Beschäftigte
und Aufsichtspersonen feststellen können.


Neben den von den Betrieben durchgeführten Schulungen bietet adidas seit 2016 Fachschulungen für Aufsichtspersonen an. Bis Ende 2018 haben mehr als 700 Aufsichtspersonen in 55 Fabriken in fünf Ländern solche Schulungen abgeschlossen. Aufsichtspersonen zeigten während der Schulungseinheiten
sowie bei der Aufarbeitung der Ergebnisse sehr großes Engagement. Zudem haben wir sehr positives
Feedback von den Schulungsleitern und der Fabrikleitung hinsichtlich der verbesserten Arbeitsleistung der Aufsichtspersonen erhalten. Im Rahmen unserer allgemeinen Bemühungen zur gezielten Unterstützung von weiblichen Beschäftigten haben wir in Pakistan ein ‚Women’s Empowerment
Program‘ eingeführt. Seit Beginn des Programms im Jahr 2015 wurden mehr als 400 Frauen darin geschult (Status: Ende 2018), wie sie bessere Chancen am Arbeitsplatz wahrnehmen können. Darunter waren sowohl in Betrieben unserer Zulieferer angestellte als auch arbeitslose Frauen

ÜBERWACHUNG DER LEISTUNG (AUDITS)

Wir haben fortlaufend unsere Methoden, Instrumente und Techniken optimiert, um Betriebe zu kontrollieren und unsere Zulieferer bei der Einhaltung von Arbeitsplatzstandards zu unterstützen. Unter anderem werden interne und externe Kontrollen in den Fabriken unserer Lieferanten durchgeführt. Wir haben unsere Methoden und Instrumente an die verschiedenen Beschaffungsmodelle von adidas angepasst. Dabei handelt es sich um die direkte und indirekte Beschaffung:

DIREKTE VERTRAGLICHE GESCHÄFTSBERZIEHUNG

Mit einer Reihe von Zulieferern haben wir eine direkte vertragliche Geschäftsbeziehung. Langfristig ist unsere Strategie darauf ausgerichtet, diesen Zulieferern ein sozial- und umweltverträgliches Handeln in eigener Regie zu ermöglichen. Zur Unterstützung dieser Lieferanten führen wir Fabrikinspektionen durch, wobei Risiken beurteilt und die Ursachen für die Nichteinhaltung von Standards identifiziert werden. Mit dem Compliance Leistungsindikator (C-KPI) beurteilen wir sechs grundlegende Elemente zur Einhaltung unserer Standards: Engagement des Managements, Qualität der vorhandenen Managementsysteme, Kommunikation zwischen Belegschaft und Management, Schulungen für die Beschäftigten, Transparenz in der Berichterstattung sowie Bewertung der Maßnahmen zur Standardeinhaltung. Ein Zulieferer wird auf einer Skala von 1 bis 5 (wobei 5 die beste Bewertung ist) mit einem sogenannten C-Rating beurteilt.  

Unser Ziel für 2020 ist es, dass 80 % unserer strategischen Zulieferer mindestens die Bewertung 4C erreichen. Im Jahr 2018 erreichten nahezu zwei Drittel (62 %) unserer strategischen Produktionsstätten ein 4C-Rating oder besser. 

LIZENZNEHMER

Einige unserer Geschäftseinheiten schalten bei der Produktbeschaffung Agenten oder andere Vermittler dazwischen. Außerdem entwickeln wir neue Absatzmöglichkeiten mit Lizenznehmern, die eigenständig für die Herstellung der Produkte verantwortlich sind. Diesen Prozess bezeichnen wir als die indirekte Beschaffung von Produkten. Wir fordern von unseren Lizenznehmern und Agenten, dass sie unseren Ansatz zur Überwachung der Beschaffungskette übernehmen und die Herstellerbetriebe ihrer Lieferketten durch geeignetes Personal überprüfen sowie Unterstützung zur Einhaltung unserer Standards und Richtlinien anbieten. In vielen Fällen lassen die Unternehmen, die für unsere indirekten Zulieferer verantwortlich sind, die Fabriken durch externe soziale Prüfungsfirmen  überprüfen. Anschließend führen wir anhand eines umfassenden Bewertungsbogens  ('Report Card') eine jährliche Leistungsbewertung der Lizenznehmer durch.

Unser Ziel für 2020 ist es, dass 80 % der strategischen Lizenznehmer eine sehr gute Bewertung erhalten Ende 2018 haben bereits 80 % erfolgreich Governance- und Beschaffungskettenmanagement-Systeme sowie Einkaufspraktiken und Produktsicherheitsanforderungen in ihre Geschäftspraktiken integriert. 20 % haben die Bewertung ‚Sustainability Leadership‘erreicht, was signalisiert, dass sie neben hohen Bewertungen in anderen Bereichen auch über 80 % im Nachhaltigkeitsteil der ‚Report Card‘ erreicht haben. Diese misst das Vorhandensein und die Implementierung von Richtlinien, Stakeholder-Engagement sowie öffentliche Berichterstattung und Kommunikation.

 

Zusätzlich zu unseren eigenen Inspektionen setzen wir auf die unabhängige und unangekündigte Kontrolle durch Dritte. Dadurch können wir die Glaubwürdigkeit unseres Programms nachweisen und unseren Stakeholdern verifizierte Informationen vorlegen. Als Mitglied der Fair Labor Association (FLA) unterliegt adidas der Prüfung durch unabhängige Prüfer und ist dem Beschwerdesystem und der öffentlichen Berichterstattung der FLA verpflichtet. Im Jahr 2005 wurde das Kontrollsystem von adidas erstmalig von der FLA akkreditiert. In den Jahren 2008 und 2017 fand dann erneut eine Akkreditierung statt. Diese Entscheidung basierte auf der unabhängigen Überwachung von Zulieferbetrieben sowie auf Verifizierungsberichten der Zulieferstandorte. Zusätzlich dienten auch sorgfältige Prüfungen der relevanten Protokolle, der Schulungsprogramme und der Prüfungssysteme als Grundlage. Seit unserem Beitritt zur FLA wurden mehr als 300 unabhängige Kontrollen bei unseren Zulieferbetrieben durchgeführt.


Zur Überprüfung und Bewertung von Zulieferern bei der Einhaltung von Umweltstandards verwenden wir ein Bewertungsinstrument und ergänzende Richtlinien zur Behebung von Verstößen. Die Ergebnisse dieser Kontrollen werden dann in einem speziellen ökologischen Leistungsindikator zusammengefasst und widergespiegelt (E-KPI). Unseren strategischen Zulieferbetrieben 1 auf ‚Tier 1‘- und ‚Tier 2‘-Level haben wir anspruchsvolle Ziele gesetzt, ihre Umweltleistung systematisch zu verbessern. So erwarten wir von ihnen, dass sie bis 2020 ihren Energie- und Wasserverbrauch sowie ihr Abfallaufkommen gegenüber dem Basisjahr 2014 um 20 % reduzieren. Bei unseren strategischen Materialzulieferern
2 (‚Tier 2‘) haben wir die Vorgabe aufgestellt, den Wasserverbrauch bis 2020 um 35 % zu reduzieren. Die
Ergebnisse im Jahr 2018 zeugen von den vielversprechenden Anstrengungen, die wir zur Verbesserung des Ressourceneinsatzes unternommen haben. Unsere Zulieferer sind über alle Kategorien hinweg (Schuhe, Bekleidung und Zubehör) auf einem guten Weg, ihre Ziele für 2020 zu erreichen. Dabei gleichen leistungsstarke Betriebe in der Summe die Defizite von Betrieben aus, die hinter den Erwartungen zurückbleiben.

DURCHSETZUNG DER STANDARDS

Verstöße gegen die Arbeitsplatzstandards sind kategorisiert in sogenannte „Zero Tolerance" („Nulltoleranz") Verletzungen und „Threshold Issues" („Grenzfälle). Unter die erste Kategorie fallen Gefangenenarbeit, ernsthafte, lebensbedrohliche Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen sowie wiederholter oder systematischer Missbrauch. Jede Aufdeckung bzw. Meldung eines solchen Verstoßes zieht eine sofortige und dringende Kontaktaufnahme mit dem Zulieferer nach sich. Bestätigt sich der Vorwurf, verlangen unsere Richtlinien die Beendigung der Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten. Zu der zweiten Kategorie zählen schwerwiegende Verstöße in den Bereichen Beschäftigung, Gesundheit, Arbeitssicherheit oder Umwelt sowie jedwede Kombination dieser Probleme. Unsere Richtlinien sehen in solchen Fällen den Ausschluss eines potenziellen neuen Herstellers von der Produktion oder Sanktionsmaßnahmen für bestehende Zulieferer vor.

Für den Fall, dass Zulieferer gegen unsere Arbeitsplatzstandards verstoßen, verfügen wir über verschiedene Möglichkeiten für Sanktionen. Diese sind in unseren „Richtlinien zur Durchsetzung unserer Standards" festgehalten und umfassen:

  • Beendigung des Herstellerrahmenvertrages
  • Aufforderung zur Produktionseinstellung
  • Untersuchung durch unabhängige Organisationen (Drittparteien)
  • Schriftliche Verwarnungen
  • Überprüfung der Auftragsvergabe und
  • Beauftragung spezieller Projekte zur Behebung spezifischer Probleme in Bezug auf die Standardeinhaltung.


Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Verstößen oder wenn die Fabrikleitung keine ausreichenden Anstrengungen zur Beseitigung der Probleme unternimmt, ziehen wir in Betracht, den betreffenden Zulieferer schriftlich zu verwarnen. In sehr schwerwiegenden Fällen oder in Situationen, denen wir keinerlei Toleranz einräumen („Nulltoleranz"), wird nur ein einziges Schreiben mit der Aufforderung zur Produktionseinstellung an die betroffenen Zulieferer verschickt. In diesem Schreiben informieren wir den Lieferanten darüber, dass das Sozial- und Umweltteam der adidas Gruppe die Beendigung des Geschäftsverhältnisses nahegelegt hat. Im Jahr 2018 haben wir insgesamt 39 aktive
Verwarnungen (2017: 42) in 16 Ländern registriert. 

Die Entwicklung unseres Programms zur Einhaltung von Standards in der Beschaffungskette

Unsere Beschaffungskette ist umfangreich, mehrstufig und vielfältig. Wir verfolgen einen tiefgreifenden Ansatz, wenn es um das Management der Beziehungen zu unseren Zulieferern geht, und wir entwickeln die Konzepte zur Einbindung von Zulieferbetrieben, die Teil indirekter Beschaffungsmodelle sind, fortlaufend weiter. adidas führt seit Jahren wegbereitende Leadership-Programme durch, die sich mit diesem Thema befassen. Im Folgenden sind einige wichtige Meilensteine aufgeführt:

  • Anhand bereits bestehender Initiativen erarbeitet adidas 1997 seinen ersten Verhaltenskodex für Zulieferbetriebe (‚Standards of Engagement‘) und ruft ein Compliance Team ins Leben. Die Standards of Engagement, die jetzt als Arbeitsplatzstandards (‚Workplace Standards‘) bezeichnet werden, spiegeln internationale Menschenrechte und Arbeitsrechtskonventionen wider und stellen eine Vertragspflicht aller Produktionsvereinbarungen, die adidas mit seinen Zulieferbetrieben unterzeichnet, dar.
  • 1999 tritt adidas der Fair Labor Association (FLA) als Gründungsmitglied bei.
  • adidas berichtet erstmals im Jahr 2000 als erstes Unternehmen der Sportartikelindustrie über seine Nachhaltigkeitsarbeit.
  • 2001 trägt adidas durch das Adressieren von Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechten im Textilbereich maßgeblich zur Entwicklung der Better Factories Cambodia Initiative der Internationalen Arbeitsorganisation ILO bei. Seit Beginn des Programms werden alle adidas Textilfabriken in Kambodscha regelmäßig kontrolliert.
  • 2004 ist adidas Vorreiter bei der Einführung von Personalmanagementsystemen in wichtigen Schuhfabriken.
  • 2005 akkreditiert die FLA das adidas SEA-Programm und das Reebok Bekleidungsprogramm.
  • 2006 wird ein überarbeiteter Verhaltenskodex ‚Arbeitsplatzstandards‘ eingeführt, der bei adidas die Standards of Engagement und bei Reebok die Human Rights Production Standards aus dem Jahr 1988 ersetzt.
  • 2006 schließt sich adidas der Fair Factories Clearinghouse an, einer branchenführenden Plattform zum Austausch von Daten zur Standardeinhaltung, die ursprünglich von Reebok als Menschenrechtskontrollsystem entwickelt wurde. Alle Informationen zur Einhaltung von Sozialstandards werden in dieser zentralen Datenbank gespeichert.
  • 2007 veröffentlicht adidas die Liste seiner globalen Zulieferbetriebe. Die Liste wird zweimal im Jahr aktualisiert und umfasst T2-Zulieferer sowie Zulieferer von Lizenzprodukten.
  • 2008 entwickelt adidas strategische Compliance-Pläne (SCP) für Lizenznehmer und Geschäftseinheiten, die ihre Beschaffung über Agenten abwickeln. Ende 2010 wird dem SCP eine Report Card (RC) (Ergebniskarte) hinzugefügt.
  • Als offizieller Sponsor, Lizenznehmer und Ausrüster der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika legt adidas 2010 der Öffentlichkeit eine Liste mit allen Fabriken, die an der Fertigung von WM-Produkten beteiligt sind, offen. Wir sind der erste und einzige FIFA-Sponsor, der dies tut.
  • Im Jahr 2010 leitet adidas einen Ausschuss bestehend aus Vertretern von Zulieferern und Marken, um mit der indonesischen Gewerkschaftsbewegung zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, ein grundlegendes Rahmenwerk für die Anwendung von Gewerkschaftsrechten am Arbeitsplatz zu entwickeln. Im Juni 2011 wird schließlich eine Einigung erzielt und in Jakarta unterzeichnet. Das Protokoll gilt als Meilenstein im indonesischen Arbeitsrecht.
  • 2010 arbeitet adidas erstmals mit ILO Better Work zusammen, einem innovativen Partnerschaftsprogramm zwischen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und der International Finance Corporation (IFC). Das Programm zielt seit seinem Start im Jahr 2009 auf die Verbesserung der Einhaltung von Beschäftigungsstandards und der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb globaler Beschaffungsketten ab. adidas tritt im Anschluss dem Better Factories Cambodia Programm bei. Seit Beginn des Programms werden alle adidas Textilfabriken in Kambodscha regelmäßig kontrolliert.
  • Als offizieller Partner der Olympischen Spiele 2012 in London veröffentlicht adidas 2011 seine Beschaffungskette für olympische Produkte und ist damit der erste Partner der Olympischen Spiele, der die Liste seiner Zulieferfabriken offenlegt.
  • In den Jahren 2011 und 2012 nehmen 25 adidas Zulieferer aus acht Ländern (Philippinen, Indonesien, Mexiko, Brasilien, Vietnam, China, El Salvador und Thailand) an einer Selbstbewertungsumfrage zum Thema faire Löhne teil. Vier durchlaufen umfassende Bewertungen zum Thema faire Löhne. adidas führt 2012 außerdem bei einem seiner wichtigsten Schuhlieferanten in Indonesien ein SMS-Projekt für Beschäftigte ein, mit dem Ziel, die Kommunikation zwischen den Beschäftigten und dem Fabrikmanagement zu verbessern.
  • 2014 schließt sich das Unternehmen dem Bangladesh Accord on Fire and Building Safety (‚The Accord‘) zum Brand- und Gebäudeschutz an. adidas hat nur sehr begrenzte Beschaffungsaktivitäten in Bangladesch, und nur sehr wenige Zulieferer sind derzeit Teil dieses Abkommens. Trotz unserer geringen Beschaffungsaktivitäten in diesem Land beobachten wir bei unseren Zulieferern ein großes Engagement, die Sicherheitsanforderungen des Abkommens zu erfüllen. In einer Veröffentlichung des Accord im Jahr 2017 wird adidas als neuntplatziertes von 206 unterzeichnenden Unternehmen hinsichtlich der Abhilfemaßnahmen der Zulieferbetriebe genannt.
  • 2015 setzt adidas die Anwendung und Förderung des eigenen globalen Human Rights Due Diligence (HRDD) Ansatzes in Bezug auf Menschenrechte fort. Es gelingt dem Unternehmen, die Transparenz sowie auch den Dialog mit wichtigen Stakeholdern noch weiter zu verbessern und zu vertiefen. Darüber hinaus adressiert adidas ernsthafte Risiken möglicher Menschenrechtsverletzungen in seiner breiter gefassten Lieferkette. Als erste Marke der Branche entwickelt adidas einen betrieblichen Beschwerdemechanismus zum Adressieren von Auswirkungen auf die Menschenrechtssituation, wo immer diese auftreten – ob in betrieblichen Abläufen oder in der Lieferkette. Im Juni 2015 legt adidas als erstes Unternehmen eine Aufstellung der im Vorjahr erhaltenen Beschwerden Dritter in Bezug auf Arbeits- oder Menschenrechtsverletzungen offen. Diese Aufstellung wird jährlich auf der Website des Unternehmens aktualisiert und beschreibt im Einzelnen die Art der Beschwerde und den aktuellen Status.
  • Im Jahr 2016 lobt die Fair Labor Association öffentlich die weitreichenden Aktivitäten von adidas in der Türkei, um syrischen Flüchtlingen bei der Suche nach angemessener Arbeit zu helfen und um die Arbeitsbedingungen für lokale und umgesiedelte Arbeitskräfte zu verbessern. Seit 2011 ist adidas ein früher Unterstützer der Interessenvertretungsbemühungen der FLA gegenüber der türkischen Regierung, um legale Arbeitserlaubnisse für Flüchtlinge zu garantieren. Im gleichen Jahr wird das Modern Slavery Outreach Program ins Leben gerufen, das den Fokus auf das Evaluieren und Adressieren von Risiken in der erweiterten Lieferkette des Unternehmens richtet, also auf ‚Tiers‘, die nicht vom regulären Überwachungsprogramm zur Einhaltung sozialer Standards und Arbeitsrechte erfasst werden. Des Weiteren erreicht adidas den ersten Rang im KnowTheChain-Benchmark, der 20 führende Schuh- und Bekleidungsmarken in ihren Bemühungen gegen moderne Sklaverei in ihren Lieferketten bewertet.
  • 2017 wird adidas Gesamtsieger mit ‚herausragenden Leistungen‘ des Thomson Reuters Foundation Stop Slavery Award. Dieser Preis geht an Unternehmen, die sich führend im globalen Kampf gegen Zwangsarbeit in ihren Lieferketten starkmachen.

Darüber hinaus fördert und unterstützt adidas weiterhin gemeinsame Aktivitäten innerhalb der Sportswear- und Bekleidungsindustrie, um weitere Fortschritte bei der Reduzierung der Auswirkungen der betrieblichen Abläufe in den Fabriken auf die Umwelt zu erreichen. Dies bringt adidas durch das aktive Engagement in wichtigen Arbeitsgruppen der Branche zum Ausdruck. Dazu zählen die ‚Sustainable Apparel Coalition‘, die ‚Roadmap toward Zero Discharge of Hazardous Chemicals‘, die ‚AFIRM Working Group on Restricted Substances‘, die ‚Chemicals Management Working Group of the Outdoor Industry Association (OIA)‘ und das ‚Global Social Compliance Program (GSCP)‘.