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Stellungnahme zu den Anschuldigungen von Playfair bezüglich der Schließung der Fabrik PT Kizone in Indonesien

Herzogenaurach, 13. September 2011 – Die Playfair 2012 Alliance veröffentlichte vor kurzem ein Statement, in dem sie den Vorwurf erhebt, der adidas Konzern habe es verweigert, den Arbeitern von PT Kizone – eine Bekleidungsfabrik in Indonesien – Abfindungen zu bezahlen, was laut der Playfair Alliance die Verantwortung des Konzerns gewesen sei.

Der zugrundeliegende Sachverhalt ist folgender:

Im Januar 2011 wurde berichtet, dass der koreanische Eigentümer von PT Kizone aus dem Land geflohen war und sein Geschäft zurückgelassen hatte. Daraufhin übernahm Green Textile, ein Einkaufsagent, die Verantwortung für das Management der Fabrik und zahlte die Löhne in Abstimmung mit der lokalen Gewerkschaft weiter aus, um die Aufträge von bestehenden Käufern, zu denen – wie wir ausdrücklich betonen möchten – nicht der adidas Konzern zählte, fertig stellen zu können. Die Fabrik führte ihr Geschäft bis Ende März 2011 weiter. Dann stellten Gläubiger einen Antrag auf die Eröffnung eines Konkursverfahrens, woraufhin die Fabrik offiziell geschlossen wurde. Ein gerichtlich bestellter Konkursverwalter übernahm daraufhin die Kontrolle für Vermögen und Schulden, einschließlich der ausstehenden Löhne und der nach indonesischem Gesetz vorgeschriebenen Abfindungszahlungen.

Unmittelbar vor der Schließung der Fabrik hoffte der Einkaufsagent Green Textile, die volle Führung des Geschäfts übernehmen zu können, Schulden abzubezahlen und die Fabrik wieder zu einem florierenden Unternehmen zu machen. Green Textile stand in Verhandlungen mit der Hauptgläubigerbank und vereinbarte zudem mit der lokalen Gewerkschaft eine Zahlung von 1 Mio. US-Dollar, um damit einen Teil der Abfindungszahlungen für die Beschäftigten begleichen zu können. Dies wurde auch getan, kurz darauf wurde jedoch Green Textile durch einen gerichtlich bestellten Konkursverwalter ersetzt, der die Fabrik umgehend schloss sowie die Vermögenschaften zur Versteigerung ausschrieb; bei den Beschäftigten sorgte dies für große Sorge und Unsicherheit.

Green Textile war einer der zwei Einkaufsagenten, die früher bei PT Kizone Aufträge im Namen des adidas Konzerns platzierten. Die Geschäftsbeziehung des adidas Konzerns zu PT Kizone endete im Juni 2010 als uns das Fabrik-Management mitteilte, dass sie unsere Produkte nicht länger produzieren können, da sie ihre Kapazitäten für einen anderen, neu hinzugewonnenen Käufer bereitstellen möchten. Daraufhin beendete der adidas Konzern seine Geschäftsbeziehung mit PT Kizone. Ausstehende Aufträge wurden bis zum Oktober 2010 abgeschlossen und die letzten Muster am 20. November 2010 ausgeliefert. Seitdem hat der adidas Konzern keine Geschäfte mit diesem Lieferanten mehr getätigt und wusste deshalb auch nicht von den Absichten des Besitzers, das Unternehmen im darauf folgenden Jahr verlassen zu wollen.

Maßnahmen des adidas Konzerns

Obwohl wir zum Zeitpunkt ihrer Schließung in keiner Geschäftsbeziehung mit der Fabrik standen, galt unsere Sorge vor allem den Beschäftigten und ihren Familien. Um diese zu unterstützen, haben wir folgende Maßnahmen ergriffen:

  1. Wir haben die Lieferanten des adidas Konzerns, die in der Nähe von PT Kizone angesiedelt sind, kontaktiert und sie gebeten, offene Positionen in ihren Fabriken mit geeigneten ehemaligen PT Kizone-Beschäftigten zu besetzen. Wir werden sie auch in Zukunft dazu ermutigen, dies zu tun.
  2. Wir haben eine unabhängige Arbeitsvermittlung beauftragt, ehemalige PT Kizone-Beschäftigte bei ihrer Umschulung und Jobsuche zu unterstützen. Dieses von uns finanzierte Programm ist bereits in vollem Gange.
  3. Wir haben auch die indonesische Wirtschaftsministerin gebeten, indonesische und koreanische Regierungs- und Wirtschaftsvertreter einzuberufen, um diesen konkreten Fall im Speziellen und illegale Schließungen von Fabriken im Allgemeinen zu diskutieren.

Folgende Sofortmaßnahmen bezüglich PT Kizone wurden zugesagt:

  • Die indonesische Wirtschaftsministerin wird die Zuständigen in den indonesischen Außen- und Justizministerien bitten, zusammen mit der koreanischen Botschaft festzulegen, welche rechtlichen Schritte gegen Firmenbesitzer, die aus dem Land fliehen, eingeleitet werden können.
  • Die koreanische Handelskammer wird KOGA kontaktieren, um mögliche Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigten zu besprechen.
  • Die Wirtschaftsministerin bat die koreanische Handelskammer und den Verband, Informationen über Stellenangebote an den adidas Konzern weiterzuleiten und unser Programm zur Arbeitsvermittlung gegebenenfalls zu unterstützen.

Wir überwachen und unterstützen die Ergebnisse dieser Maßnahmen fortlaufend.

Schlussfolgerung

Erfahren wir von einer bevorstehenden Schließung oder einem geplanten Stellenabbau bei einem Zulieferbetrieb, mit dem wir zu diesem Zeitpunkt in einer laufenden Geschäftsbeziehung stehen, fordern wir diesen auf, unsere 2009 Guidelines on Redundancy and Layoffs (Richtlinien zum Umgang mit Entlassungen und Freistellungen) zu befolgen, einschließlich der Erstattung von Abfindungszahlungen durch den Arbeitgeber. Wir übernehmen jedoch nicht die Verantwortung für Abfindungszahlungen, für die der ehemalige Eigentümer von PT Kizone, einer Fabrik mit der wir bis 2010 zusammenarbeiteten, zu leisten verpflichtet gewesen wäre. Die letztendliche Entscheidung über Abfindungszahlungen liegt beim gerichtlich bestellten Konkursverwalter, der die Insolvenz und die Veräußerung der Vermögenswerte gemäß den Bestimmungen des indonesischen Gesetzes verwaltet. Wir können jedoch nachvollziehen, dass die Schließung bei den Beschäftigten und ihren Familien für Unsicherheit, Belastung und finanzielle Engpässe gesorgt hat. Deshalb haben wir die oben beschriebenen Maßnahmen ergriffen, um den ehemaligen PT Kizone-Beschäftigten zu helfen, eine neue Anstellung zu finden. Wir werden auch weiterhin die Resultate und Erfolge dieser Maßnahmen überwachen.