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Stellungnahme des adidas Konzerns zum Greenpeace-Bericht

+++ Stellungnahme des adidas Konzerns zum Bericht von Greenpeace ‘Dirty Laundry - Unravelling the corporate connections to toxic water pollution in China’ (‚Schmutzige Wäsche – die Belastung chinesischer Flüsse durch Chemikalien aus der Textilindustrie‘) +++

Herzogenaurach, 14. Juli 2011 - Am 13. Juli 2011 veröffentlichte Greenpeace International den Bericht ‘Dirty Laundry - Unravelling the corporate connections to toxic water pollution in China’ (‚Schmutzige Wäsche – die Belastung chinesischer Flüsse durch Chemikalien aus der Textilindustrie‘), der die Wasserverschmutzung in China, verursacht durch das Einleiten von gesundheits- und umweltbelastenden Chemikalien aus der Textilindustrie, thematisiert. Die von Greenpeace initiierten Nachforschungen konzentrierten sich auf zwei Textillieferanten, die eine Reihe gesundheits- und umweltbelastender Chemikalien in die nahe gelegenen Gewässer abgeleitet haben sollen. Neben der Veröffentlichung des Berichts startete Greenpeace auch ‚Detox‘ – eine Kampagne in den sozialen Medien –, die internationale Sportartikelunternehmen auffordert, in ihrer globalen Beschaffungskette für Textilien auf Chemikalien zu verzichten.

Die Youngor Group Co. Ltd. mit Sitz in Ningbo, China, ist einer der Lieferanten, die im Bericht genannt und von Greenpeace beschuldigt werden, verschmutztes Abwasser in einen nahe gelegenen Fluss abzuleiten. Greenpeace zählt in ihrem Bericht den adidas Konzern als eines der Unternehmen auf, die Textilien von diesem Lieferanten beziehen.

Die Youngor Group betreibt mehrere Fabriken innerhalb eines großen Industriegebiets sowie auch an anderen Standorten in Ningbo. Die Marken des adidas Konzerns beziehen ihre Produkte ausschließlich aus den Schneidereien und Nähereien Ningbo Youngor Fashion Knitting Ltd., die sich innerhalb des 55 Hektar großen Industriegebiets befindet, und Ningbo Youngor Pants Co. Ltd., die etwas außerhalb dieses Industriegebiets liegt. Die Geschäftsbeziehungen des adidas Konzerns mit der Youngor Group beschränken sich auf das Zuschneiden und Nähen von Bekleidungsteilen. Der adidas Konzern bezieht keine Textilien von der Youngor Group, bei deren Herstellung Farbstoffe, Chemikalien und die damit verbundenen Wasseraufbereitungsverfahren eingesetzt werden.

Wir haben das Management der Youngor Group aufgefordert, den Behauptungen von Greenpeace nachzugehen und, sollten sich diese bewahrheiten, umgehend Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Die Youngor Group signalisierte uns gegenüber ihre Kooperationsbereitschaft. Zudem haben wir Greenpeace gebeten, der Youngor Gruppe Details ihrer Nachforschungsergebnisse zukommen zu lassen, wie z. B. Informationen zu den Abwasserproben sowie zu den Nachweisverfahren, um den Nachforschungs- und Korrekturmaßnahmenprozess der Youngor Group zu unterstützen. Die Youngor Group lässt derzeit Abwasserproben von einem unabhängigen Institut testen, um die Ergebnisse von Greenpeace zu bestätigen.

DIE ERGEBNISSE DER VERIFIZIERUNG FINDEN SIE UNTEN AUF DIESER SEITE.

Als Unternehmen, das sich für nachhaltige Geschäftspraktiken innerhalb seiner eigenen Standorte und der globalen Beschaffungskette einsetzt, sind wir, ebenso wie Greenpeace, über die weit verbreitete Wasserverschmutzung in China in Folge der schnellen Industrialisierung und des rasanten Wirtschaftswachstums besorgt. Wir stimmen jedoch nicht mit der Schlussfolgerung von Greenpeace überein, dass wir uns als Unternehmen noch nicht ausreichend bemühen, die Freisetzung gesundheits-gefährdender Chemikalien während der Herstellung unserer Produkte zu eliminieren.

Das Management von Chemikalien in einer vielstufigen Beschaffungskette ist eine komplexe Herausforderung, bei der sich viele Parteien beteiligen müssen, um effektive und nachhaltige Lösungen zu erreichen. Der adidas Konzern führt seit Jahren wegbereitende Umweltprogramme durch, so genannte „Leadership“-Programme, die sich mit diesem Thema innerhalb des direkten Einflussgebiets des adidas Konzerns beschäftigen. Wir haben bereits viele wichtige Maßnahmen ergriffen, darunter:

  • eine umfassende Restrictive Substances Policy (Richtlinie zu verbotenen Substanzen) für Produktmaterialien, die seit ihrer Einführung im Jahr 1998 angewandt wird und den Einsatz von als schädlich oder giftig geltenden Chemikalien verbietet. Diese Richtlinie erfüllt nicht nur die strengsten lokalen Anforderungen, sondern bezieht auch von Verbraucherverbänden empfohlene Best Practice-Standards mit ein. Die Richtlinie wird regelmäßig in Zusammenarbeit mit Nicht-Regierungsorganisationen wie Greenpeace überprüft und aktualisiert. Die Einhaltung dieser Richtlinie seitens der Materiallieferanten wird von externen Prüfinstituten streng kontrolliert. Eine Liste der verbotenen Substanzen finden Sie in Englisch auf unserer Webseite.
  • umfassende und detaillierte Standards für Lieferanten zu Umgang, Lagerung und Entsorgung von Chemikalien, die in den Richtlinien für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, den Umweltrichtlinien und den Richtlinien für vorbildliche Umweltpraktiken des adidas Konzerns zu finden sind. Diese Richtlinien erläutern detailliert Standards zur Abwasseraufbereitung und -ableitung und bilden auch die Basis für die Inspektion und Beurteilung von Produktionsstätten, die sowohl von unserem Social & Environmental Affairs Team als auch von externen Prüfern durchgeführt werden. Die Richtlinien finden Sie in englischer Sprache auch auf unserer Webseite.
  • eine detaillierte ökologische Beschaffungsstrategie, die im Rahmen der Umweltstrategie 2015 des adidas Konzerns im Jahr 2009 eingeführt wurde. Die ökologische Beschaffungsstrategie baut auf die fundierte Risikoanalyse von Lieferanten in den verschiedenen Stufen unserer Beschaffungskette sowie auf den Einsatz spezifischer Instrumente für die Prüfung und Beurteilung der Fabriken auf. Im Jahr 2010 wurden fast 100 Umweltprüfungen innerhalb unserer Beschaffungskette durchgeführt. Diese Audits konzentrieren sich in erster Linie auf Färbereien und Veredelungsbetriebe, die fertige Stoffe an die Konfektionäre liefern. Detaillierte Informationen zur ökologischen Umweltstrategie finden Sie hier
  • Der adidas Konzern fördert und unterstützt aktiv gemeinsame Aktivitäten innerhalb der (Sport-)Bekleidungsindustrie, um weitere Fortschritte bei der Reduzierung der Auswirkungen der Abläufe in den Fabriken auf die Umwelt zu erreichen. Dies bringen wir auch durch unser aktives Engagement in verschiedenen wichtigen Organisationen der Industrie zum Ausdruck; dazu zählen z. B. die Sustainable Apparel Coalition, die AFIRM Arbeitsgruppe für verbotene Substanzen, die Arbeitsgruppe für Chemikalien der Outdoor Industry Association (OIA) und das Global Social Compliance Program (GSCP).

Auch mit Blick auf die Zukunft hat der adidas Konzern bereits Strategien und Pläne für folgende Themen erstellt:

  • Umgang mit Chemikalien, einschließlich eines intensiveren Fokusses während unserer Fabrikkontrollen
  • Vorantreiben der Zusammenarbeit innerhalb der Branche, um ein einheitliches Auditierungsverfahren für Färbereien zu entwickeln
  • Unterstützung der Zusammenarbeit innerhalb der Branche, um ein integriertes Programm zum Management von Chemikalien aufzubauen
  • Entwicklung und/oder Anwendung spezieller Instrumente und Verfahren zur Untersuchung des Einsatzes von Chemikalien in den Fabriken
  •  Anwendung zusätzlicher Standards nach Absprache mit den Lieferanten.

Der adidas Konzern ist fest entschlossen, weitere Maßnahmen und Verfahren in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit seinen wichtigsten Stakeholdern zu entwickeln, um unsere bereits existierenden Programme aufrechtzuerhalten und noch weiter zu verbessern. Wie freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Greenpeace in diesem Bereich.


AKTUALISIERUNG - 04. August 2011 - Verifizierung der Abwassertestergebnisse

Das Management der Youngor Group hat die Behauptungen von Greenpeace sorgfältig geprüft und Abwasserproben ihrer Standorte von einem unabhängigen Testinstitut in China untersuchen lassen. Auch der adidas Konzern hat ein unabhängiges deutsches Prüfinstitut, das auf Wasseranalysen spezialisiert ist, beauftragt, die im Bericht von Greenpeace aufgeführten Testergebnisse mit den Bestimmungen der deutschen und europäischen Trinkwasserverordnung zu vergleichen.

Basierend auf den uns bisher zur Verfügung gestellten Ergebnissen haben die Tests Folgendes ergeben:

  • Das Abwasseraufbereitungssystem der Youngor Group erfüllt die lokalen Auflagen und keiner der zertifizierten Farbstoffe (die von großen Chemiekonzernen geliefert werden) enthält die gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien, die Greenpeace in geringer Konzentration im Abwasser nachgewiesen hat. Deshalb werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Quelle der chemischen Rückstände zu identifizieren.
  • Das deutsche Prüfinstitut kam in seinem Bericht zu dem Ergebnis, dass die geringe Menge an giftigen Substanzen, die von Greenpeace im Abwasser der Youngor Fabriken nachgewiesen wurde, die Richtwerte moderner internationaler Standards nicht überschreitet.

Trotz dieser sachlichen Testergebnisse verfolgt der adidas Konzern nach wie vor fest entschlossen das gemeinsame Ziel, die Freisetzung gesundheits- und umweltschädlicher Chemikalien in der Textilindustrie zu unterbinden. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Greenpeace in diesem Bereich.