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Aktualisierte Stellungnahme zu dem Betrieb Hermosa in El Salvador

Herzogenaurach, 24. Juni 2008 – Bei Hermosa Manufacturing handelt es sich um einen Bekleidungshersteller in Apopa/El Salvador, der als Unterauftragnehmer eines Hauptlieferanten von Anfang 2000 bis Mitte 2002 für adidas Sportbekleidungsprodukte hergestellt hat. Aufgrund beträchtlicher Qualitätsprobleme und erheblicher Lieferverzögerungen stellte der adidas Konzern die Geschäftsbeziehungen mit Hermosa Mitte 2002 ein.

Als der Betrieb im Jahr 2005 geschlossen wurde, verloren 246 Arbeiter ihre Anstellung und noch ausstehende Löhne und Abfindungen wurden ihnen nicht ausbezahlt. Der adidas Konzern setzt sich weiterhin dafür ein, dass die schwierigen Umstände rund um Hermosa behoben und nachhaltige Lösungen gefunden werden: dies beinhaltet sowohl die konsequente Anwendung der lokalen Arbeitsgesetze und der nationalen Verfassung als auch die Unterstützung ehemaliger Hermosa-Angestellter bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten. Wir können zwar Fortschritte in beiden Bereichen erkennen, diese zeichnen sich jedoch wegen der weit verbreiteten illegalen und korrupten Praktiken, die auch zur Schließung der Fabrik führten, nur langsam ab.

Seit Dezember 2007 ist der adidas Konzern maßgeblich daran beteiligt, dass die Regierung El Salvadors an den Verhandlungstisch zurückkehrte und seitdem weit reichende Änderungen in der Legislative vorgenommen wurden. Die Regierung El Salvadors hat sofort nach Veröffentlichung eines Offenen Briefes des adidas Konzerns am 29. Oktober 2007 in lokalen Zeitungen den Dialog mit uns nach acht Monaten Unterbrechung wieder aufgenommen. Seit November 2007 hat die Regierung einige Gesetzesinitiativen auf den Weg gebracht, welche die Bezahlung von Sozialversicherungsbeiträgen durch Unternehmen besser überwachen sollen. Darüber hinaus wurden die Strafen für Arbeitgeber bei Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen verschärft. Der Eigner von Hermosa, Salvador Montalvo, wurde der Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen seiner Arbeiter für schuldig gesprochen. Im Februar 2008 wurde seine Berufung durch ein Gericht in El Salvador zurückgewiesen und im Mai 2008 wurde er dazu verurteilt, eine Geldstrafe zu zahlen oder eine zweijährige Haftstrafe abzusitzen. Sollte er die Geldstrafe bezahlen, werden diese Gelder in den Sozialversicherungsfonds der ehemaligen Hermosa-Beschäftigten einbezahlt.

Ende letzten Jahres zeichnete sich ein immer intensiveres Engagement von Zivilgesellschaft und Regierung für eine Lösung im Fall Hermosa ab. Die Einbeziehung der lokalen Zivilgesellschaft trägt entscheidend dazu bei, dass die Regierung in El Salvador dauerhaft und nachhaltig auf eine korrekte Einhaltung der Arbeitsgesetze achtet. Die Fair Labor Association hat einen namhaften Juristen und Arbeitsrechtler als Ombudsmann in El Salvador eingesetzt, der bereits erfolgreich Kontakt mit den Ministerien für Arbeit, Wirtschaft, Gesundheit, Justiz und Wohnungsbau sowie mit den ehemaligen Hermosa-Beschäftigten aufgenommen hat.

Ferner hat sich der adidas Konzern auch in dem ersten Halbjahr 2008 weiter um eine Wiedereinstellung der ehemaligen Hermosa-Angestellten bemüht. Als der Betrieb im Mai 2005 schloss, verloren 246 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Ende 2006 waren noch ca. 90 von ihnen arbeitslos, und Ende 2007 waren es noch ca. 60. Von lokalen Organisationen wurde uns mitgeteilt, dass eine unbekannte Zahl dieser Arbeiter in die USA ausgewandert sei.

Die Textilindustrie in El Salvador ist von Fabrikschließungen und Arbeitsplatzverlusten geprägt. Da adidas Zulieferbetriebe nur einen kleinen Prozentsatz dieses Industriezweiges ausmachen, haben wir Maßnahmen eingeleitet, die nicht nur die Anzahl von potentiellen Arbeitgebern erhöhen, sondern auch die Qualifikation der noch nicht wieder eingestellten Beschäftigten verbessern. Am 30. März 2008 wurde ein spezielles Trainingsprogramm für die Arbeiter eingeführt. Das neunwöchige Programm beinhaltet Schulungen an Näh- und Textilmaschinen und Computern sowie das Erlernen von Kommunikationstechniken. Das Programm wurde gemeinsam von dem FLA-Beauftragten, der Albert-Einstein-Universität (El Salvador) und dem Arbeitsministerium entwickelt und von dem adidas Konzern und lokalen Stakeholderorganisationen finanziell unterstützt. 38 ehemalige Hermosa-Beschäftigte nehmen an diesem Programm teil.

Am 9. Mai 2008 hat die Regierung El Salvadors eine Jobbörse speziell für die ehemaligen Hermosa-Angestellten veranstaltet. 13 Textilfabriken sandten Personalvermittler zu dieser Börse, an der jedoch lediglich 15 ehemalige Beschäftigte von Hermosa teilnahmen. Nur wenige dieser Arbeiter traten mit dem Personalvermittler in Kontakt; ein anderer Vermittler ging aktiv auf die ehemals Beschäftigten zu und händigte ihnen Bewerbungsformulare aus. Die Beschäftigten gaben an, dass sie innerhalb einer Woche zu den Fabriken gehen und ihre Bewerbung abgeben würden. Zwei weitere Jobbörsen sind für die nächsten zwei Monate geplant.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf zwei Punkte hinweisen: Während einige der Arbeiter sehr gut bei Eignungstests abschnitten, waren die Ergebnisse der meisten anderen weit unter Standard. Dieser Umstand lässt erhebliche Zweifel an ihrem Wunsch nach einer Wiedereinstellung aufkommen. Zum anderen kamen nur 15 ehemalige Angestellte zu der speziell für sie ausgerichteten Jobbörse, und diese 15 haben nur geringfügiges Interesse an einem Dialog mit den Personalvermittlern gezeigt (auch als die Vermittler Bewerbungsformulare austeilten). Diese beiden Tatsachen stellen die Absicht der Arbeiter in Frage, ob sie wirklich wieder beschäftigt werden wollen oder ob sie andere Ziele verfolgen.

Der adidas Konzern wird keine Fabrik zwingen, Arbeiter ohne einen fairen, unparteiischen und überwachten Bewerbungsprozess einzustellen. Dies würde andere Kandidaten, die genauso gut oder sogar besser für diese Positionen qualifiziert wären, benachteiligen. Wir haben ein sicheres und nicht diskriminierendes Einstellungsverfahren für Bewerber an unseren Zulieferbetrieben eingerichtet und unterstützen diejenigen Beschäftigten, deren Fertigkeiten sich ihrer Meinung nach verschlechtert haben. Der adidas Konzern erachtet ein überwachtes, objektives Bewerbungs- und Einstellungsverfahren als den einzigen Weg zur Wiedereinstellung der ehemaligen Hermosa-Angestellten bei unseren oder anderen Zulieferbetrieben. Demnach stellt der Konzern seine Unterstützung unter der Voraussetzung zur Verfügung, dass potentielle Beschäftigte nur eingestellt werden, wenn sie ein Bewerbungsverfahren durchlaufen haben, dessen Glaubwürdigkeit und Objektivität durch Dritte, wie z.B. der Fair Labor Association, geprüft und bestätigt wurde.

Wir werden auch zukünftig regelmäßig über die Entwicklungen in diesem Fall berichten.