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Schließung des Betriebs BJ&B in der Dominikanischen Republik

Herzogenaurach, 8. Juni 2007 - Ende Februar 2007 wurden wir von dem Zulieferbetrieb Yupoong über die bevorstehende Schließung der Fabrik BJ&B in der Dominikanischen Republik informiert. Zu unserer geschäftlichen Beziehung zu dem Betrieb möchten wir Stellung nehmen.

Der Betrieb BJ&B stellte einige Jahre Sportkappen für Reebok her. Die Marke adidas unterhielt zu keinem Zeitpunkt eine Geschäftsbeziehung zu BJ&B oder zu dem Mutterunternehmen Yupoong. Die letzte Produktion von Reebok-Artikeln fand Ende Oktober 2005 in dem Betrieb statt, also noch bevor Reebok 2006 in den adidas Konzern integriert wurde. Die Schließung der Fabrik ist nicht auf Maßnahmen von Reebok oder des adidas Konzerns bezüglich der Konsolidierung seiner Beschaffungskette zurückzuführen.

Was die Auswahl des Betriebs betraf, gilt festzustellen, dass die auf bestimmte Kappenarten spezialisierte Fabrik es Reebok ermöglichte, Produkte für einen kleinen Nischenmarkt in unmittelbarer Nähe zum US-Markt herstellen zu lassen. Als sich in Folge einer deutlichen Reduzierung der Verbrauchernachfrage nach solchen Produkten das Geschäft für Reebok in dieser speziellen Produktkategorie rückläufig entwickelte, hob sich der besondere Wettbewerbs- und Standortvorteil von BJ&B auf. Die Lage der Fabrik in der Dominikanischen Republik erwies sich zudem zunehmend als nachteilig, da geeignete Materiallieferanten in dieser Gegend fehlten und sämtliche Materialien über sehr lange Transportwege zu der Fabrik gebracht werden mussten. Dies führte zu einer sehr aufwendigen Zulieferlogistik und entsprechenden Transportzeiten. Zudem fehlten BJ&B Anlagen zur besonderen Bearbeitung der Sportkappen, die andere Fabriken seinerzeit bereits anbieten konnten.

Die Entscheidung von Reebok, sich aus diesem Segment mangels Verbrauchernachfrage zurückzuziehen, wurde der Geschäftsführung der Muttergesellschaft von BJ&B Anfang 2005 signalisiert. Zum Zeitpunkt der Beendigung des Geschäftsverhältnisses mit BJ&B lagen keine Hinweise dafür vor, dass andere Einkäufer sich aus diesem Segment ebenfalls zurückziehen wollten. Für die Herstellung anders konstruierter Produkte bot das Mutterunternehmen von BJ&B seine Herstellerfabriken in Bangladesch und Vietnam an. Diese sind Teil unserer internationalen Beschaffungskette und Gegenstand unseres globalen Überwachungsprogramms. In beiden Betrieben bestehen Programme, die eine effektive Kommunikation von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sicherstellen sollen.

Während der Jahre, in denen der Betrieb für Reebok produzierte, unternahm die Belegschaft intensive Bemühungen, eine Gewerkschaft in dem Betrieb zu gründen. Reebok übernahm in dieser Zeit eine führende Rolle bei der Entwicklung von entsprechenden betrieblichen Maßnahmen und Abläufen und unterstützte diesen Prozess durch Bildungs- und Trainingsprogramme für Management und Belegschaft. Somit sollte sichergestellt werden, dass die Aktivitäten des Betriebs in keiner Weise als diskriminierend gegenüber der Gewerkschaft und ihren Befürwortern ausgelegt werden konnten. Unterstützung gab es ebenfalls von dem Worker Rights Consortium, der Fair Labor Association, Regierungsbehörden und anderen Marken. Am Ende wurde von der Belegschaft eine Gewerkschaft gewählt und von der Geschäftsführung anerkannt. Die Wahl bedeutete insofern einen wichtigen Sieg für die Anhänger der Koalitionsfreiheit in der Dominikanischen Republik, da sie, wie wir glauben, die erste gewerkschaftlich organisierte Produktionsstätte in der Bekleidungsindustrie des Landes zur Folge hatte.

Seit der Information über die geplante Betriebschließung standen wir in engem Kontakt mit anderen Einkäufern, der Betriebsgewerkschaft Fedotrazonas sowie dem Management, um einen möglichst detaillierten Überblick über die getroffenen Maßnahmen zur Betriebsschließung einschließlich der sozialverträglichen Gestaltung der Entlassungen der Belegschaft zu erhalten. Laut unseres Kenntnisstandes haben sich die Gewerkschaft und das Management auf einen Sozialplan verständigt, der alle relevanten arbeitsrechtlichen Verpflichtungen berücksichtigt. Um abschließende Sicherheit über den gesetzeskonformen Verlauf der Verhandlungen und Ergebnisse zu erhalten, beauftragte die Fair Labor Association eine unabhängige Begutachtung des Falles. Der Bericht des Gutachters bestätigt, dass das Management allen seinen arbeits- und sozialrechtlichen Verpflichtungen nachgekommen ist.

Anfang Mai 2007 fand in der Dominikanischen Republik ein Treffen zwischen Auftraggebern, Fabrikmanagement, Nicht-Regierungsorganisationen, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern statt, bei dem die Schließung des Betriebs sowie die Abfindungssummen diskutiert wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass BJ&B im Einklang mit den lokalen Gesetzen und Arbeitsrichtlinien gehandelt hatte. Dennoch gab es Anzeichen dafür, dass einige Maßnahmen nicht entsprechend vorbildlicher Verfahren für gute Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen getroffen wurden. Aus diesem Grund traf sich das Management von BJ&B Ende Mai erneut mit Vertretern der Gewerkschaft FEDOTRAZONAS, um über die Abfindungszahlungen zu verhandeln. Eine Einigung darüber wurde am 29.Mai von beiden Parteien unterzeichnet. Alle BJ&B Beschäftigten erhalten demnach zwei zusätzliche Monatsgehälter, so dass die Abfindung insgesamt drei Monatsgehälter beträgt. Zudem werden der Gewerkschaft FEDOTRAZONAS 6.000 US-Dollar zugestanden, um entsprechende Schulungsmaßnahmen für freigesetzte Arbeitskräfte zu entwickeln.

Wir begrüßen die Bemühungen des BJ&B Managements und der Arbeitnehmervertreter sowie das Ergebnis der erneuten Verhandlungen.