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Fragen und Antworten - Schuhzulieferbetriebe in Indonesien insolvent erklärt - Aktualisierung

Herzogenaurach, 2 May 2007 - Ende 2006 stellten folgende drei Produktionsstätten in Indonesien, die in erster Linie Sportschuhe für Reebok produzierten, ihren Betrieb ein:

  • P.T. Dong Joe Indonesia (DJI), in Tangerang am Stadtrand von Jakarta gelegen,
  • PT Spotec, eine Schwesterfirma von DJI, und
  • P.T. Tong Yang Indonesia (TYI), mit Sitz in Bekasi, nahe Jakarta.

Insgesamt beschäftigten diese drei Fabriken etwa 18,500 Arbeiter.
 
Der adidas Konzern ist besorgt über die Situation der Beschäftigten und ihrer Familien. Wir haben folgende Fragen und Antworten vorbereitet, um die Gründe für die Betriebsschließungen zu erklären sowie über unsere diesbezüglichen weiteren Schritte zu informieren.

Fabriksituation

1. Wie ist der derzeitige Stand zu den Fabrikschließungen?
Materiallieferanten und andere Gläubiger haben Insolvenzanträge gegenüber jeden dieser Betriebe gestellt. Infolgedessen wurden Mitte Dezember 2006 DJI und PT Spotec vom Indonesischen Handelsgericht für zahlungsunfähig erklärt. Am Am 15. Januar 2007 folgte dieselbe Entscheidung für den Betrieb TYI. Zusammen mit DJI legte TYI gegen das Urteil Berufung ein und beide Betriebe konnten durch Treffen mit Gläubigern den Konkurs abwenden. TYI und DJI setzen derzeit ihre finanziellen und geschäftlichen Restrukturierungsbemühungen fort und suchen nach neuen Kunden, die Aufträge in den Fabriken platzieren.

2. Wann hat der adidas Konzern zum ersten Mal von den finanziellen Schwierigkeiten der Betriebe erfahren?
In der ersten Hälfte des Jahres 2006 hat der adidas Konzern den Status jedes Zulieferbetriebs, der nach der Reebok Akquisition in die Beschaffungskette der Gruppe integriert wurde, kritisch geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass die drei besagten Produktionsstätten, die Sportschuhe für Reebok herstellten, hoch verschuldet und kapitalschwach waren sowie ernsthafte Liquiditätsprobleme hatten. Wir haben unsere Sorge darüber an die entsprechenden Management-Teams der Betriebe adressiert und sie angesichts der Dringlichkeit der Sache aufgefordert, einen finanziellen Restrukturierungsplan zu entwickeln, um ihr Geschäft zu stabilisieren.

3. Was hat der adidas Konzern aus Unternehmenssicht getan, um den drei Zulieferbetrieben zu helfen?
Bis zum Zeitpunkt der Fabrikschließung haben wir die Betriebe unterstützt, indem wir direkte Zahlungen an die Materiallieferanten vornahmen und weitere Aufträge an die Zulieferer vergaben, um auf diese Weise finanzielle Mittel freizusetzen. Unsere Priorität galt dabei der Unterstützung des Managements in der Wahrnehmung ihrer Pflicht, ausstehende Löhne zu begleichen sowie die Sonderzulage für den Feiertag Idul Fitri, der wichtigste religiöse Feiertag in Indonesien, an die Beschäftigen zu bezahlen.

4. Weshalb mußten die Fabriken dennoch schließen?
Trotz unserer Unterstützung, waren die finanziellen Schwierigkeiten der Betriebe derart groß, dass sie nicht länger betrieblich operieren konnten. Die Eigentümer von DJI verließen das Land und haben ihren Betrieb gewissermaßen im Stich gelassen. Ihr Aufenthaltsort ist nicht bekannt. Den Fabriken Spotec und Tong Yong wurde seitens ihrer Materiallieferanten kein weiterer Kredit eingeräumt; und ohne Materialien konnte das Geschäft nicht weiter geführt werden.

5. Wer ist von der Fabrikschließung betroffen?
Unsere besondere Aufmerksamkeit bei allen drei Betrieben gilt den Angestellten und ihren Familien. Die Schließungen werden Auswirkungen auf die Arbeitsplätze von etwa 18,500 Beschäftigten haben. Zudem werden Unterlieferanten, Materiallieferanten und andere Gläubiger betroffen sein, d.h. jene, die finanziell in das Geschäft der drei Produktionsstätten involviert waren. TYI setzt seine finanziellen und organisatorischen Restrukturierungsbemühungen fort, und wir hoffen, dass alle 8000 Arbeiter weiter beschäftigt werden können.

Maßnahmen des adidas Konzerns

1. Was unternimmt der adidas Konzern, um die entlassenen Arbeiter zu unterstützen?
Wie bereits erwähnt, gilt unsere größte Sorge den Beschäftigten und ihren Familien. Wir haben unsere Bedenken gegenüber der Indonesischen Regierung, dem Arbeitgeberverband sowie dem Verband der Schuhindustrie geäußert und uns mit den verschiedenen Gewerkschaften der Betriebe beraten.

Zusammen mit ihnen haben wir uns darauf geeinigt, ein medizinisches Hilfsprogramm für die Beschäftigten und ihre Familien ins Leben zu rufen.

Eine weitere Hilfsmaßnahme besteht darin, andere Zulieferer in der Region zu ermutigen, die entlassenen Arbeitskräfte in ihren Betrieben einzustellen. Bis jetzt haben etwa 500 Arbeiter eine neue Beschäftigung in anderen Betrieben der adidas Gruppe gefunden.

Schließlich setzt sich der adidas Konzern weiterhin nachdrücklich dafür ein, dass alle Fabriken ihren Verpflichtungen gegenüber den Angestellten nachkommen, dass sie eine transparente Informationspolitik betreiben und ihren Beschäftigten ausstehende Löhne sowie gesetzlich angeordnete Abfindungen zahlen.

2. Welche gesetzlichen Verpflichtungen hat der adidas Konzern gegenüber den Beschäftigten?
Bei den betroffenen Betrieben handelt es sich um unabhängige und eigenständige Zulieferbetriebe. Der adidas Konzern übernimmt nicht die Funktion des Arbeitgebers und hat somit auch keine direkte rechtliche Verpflichtung gegenüber den entlassenen Beschäftigten. Dennoch haben wir angesichts des Ausmaß der Schließungen und der Härte und Ungewißheit, die auf die Arbeiter und ihre Familien zukommen, Schritte zur Hilfe unternommen.

Wir unterstützen ein medizinisches Hilfsprogramm für die Angestellten und ihre Familien und haben die Indonesische Regierung aufgefordert, sofortige Hilfsmaßnahmen für die Beschäftigten einzusetzen. Die Regierung hat mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe reagiert.

3. Hat sich der adidas Konzern mit den Gewerkschaften getroffen?
Der adidas Konzern steht in regelmäßigem Kontakt mit den Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden, um ihre Bedenken zu erfahren und sich hinsichtlich der Situation der Beschäftigten zu erkundigen. In den vergangenen Monaten haben wir in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften ein medizinisches Hilfsprogramm für die Arbeitnehmer ins Leben gerufen. Hinsichtlich der Arbeitskräfte, die bei anderen Zulieferbetrieben der adidas Gruppe in Indonesien ihren Arbeitsplatz verloren haben, arbeiten wir auch eng mit den Gewerkschaften zusammen, um eine weitere Beschäftigung sicherzustellen.

4. Hat sich der adidas Konzern mit Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) getroffen?
Vertreter des adidas Konzerns haben sich mit mehreren lokalen NROs getroffen, um ihre Meinung und Empfehlungen in Erfahrung zu bringen und ihre Hilfe für etwaige humanitäre Maßnahmen für die Beschäftigten in Anspruch zu nehmen. Im Falle der Fabrikschließung von PT Spotec haben wir uns u.a. mit Oxfam Australia getroffen, die insbesondere bezüglich der Schließung dieses Zulieferbetriebs Bedenken und Sorgen über die Folgen für die Beschäftigten äußerten.

5. Welche Schritte haben die Zulieferbetriebe unternommen?
Da die drei Fabriken offiziell als insolvent erklärt wurden, hat das Indonesische Gericht Konkursverwalter zur Veräußerung von Vermögenswerten und Begleichung von Schulden eingesetzt. Diese vom Gericht berufenen Bevollmächtigten sind nun für die Zahlung ausstehender Löhne und Abfindungen an die Beschäftigten verantwortlich.

Fragen und Antworten zur Beschaffungsstrategie des adidas Konzerns

1. Der adidas Konzern hat Reebok akquiriert und konsolidiert nun seine Zulieferkette; resultiert die Schließung der Betriebe aus dieser Maßnahme?
Nein. Die Zulieferbetriebe mußten aufgrund ihrer finanziellen Situation schließen, und nicht aufgrund von Maßnahmen im Rahmen des Konsolidierungsprozesses der Beschaffungskette durch den adidas Konzern.

2. Ist es wahr, dass die drei Fabriken infolge der Preisstrategie von Reebok schließen mußten, oder weil die Betriebe von dem adidas Konzern zu Restrukturierungsmaßnahmen aufgefordert wurden?
Nein, diese Behauptung trifft nicht zu. Den Zulieferbetrieben wurden wettbewerbsfähige Preise entsprechend der Industrienorm gezahlt. Zu keinem Zeitpunkt hat der adidas Konzern die Betriebe zu kostenintensiven Restrukturierungsmaßnahmen aufgefordert. TYI and Spotec führten Restrukturierungsmaßnahmen in ihren Produktionsstätten durch, dies geschah jedoch auf Initiative des Fabrikmanagements und nicht auf Anfrage des adidas Konzerns.

3. Wie wichtig ist Indonesien als Beschaffungsland für den adidas Konzern?
Indonesien wird ein Hauptbeschaffungsland für den adidas Konzern bleiben. Nimmt man den Wert des Beschaffungsvolumens als Meßgröße, ist es unser zweitgrößtes Beschaffungsland und war im Jahr 2006 das am schnellsten wachsende Land bei der Herstellung von Sportschuhen. Wir werden uns auch weiterhin für gute und erfolgreiche Partnerschaften mit unseren verbleibenden Herstellern in Indonesien einsetzen.

4. Zieht es der adidas Konzern in Betracht, zukünftige Aufträge in einer der drei Betriebe zu plazieren?
Aufgrund der derzeitigen Umstände ziehen wir dies nicht in Betracht. Eine der drei Fabriken wurde insolvent erklärt, während TYI und DJI ihre Refinanzierungs- und Restrukturierungsbemühungen fortsetzen.