Der adidas Konzern ist stets bemüht, Chancen zu nutzen und zu entwickeln, die den Gewinn maximieren und den Shareholder Value langfristig steigern. Dabei ist uns bewusst, dass wir gewisse Risiken eingehen müssen, um in einem kontrollierten und steuerbaren Unternehmensumfeld Geschäftsmöglichkeiten optimal ausnutzen zu können. Unser Risikomanagement beruht auf konzernweit gültigen Grundlagen.
Innerhalb des adidas Konzerns stellt ein zentralisiertes Risikomanagementsystem die relevanten Instrumente und das Know-how bereit, um den jeweiligen Fachverantwortlichen auf Ebene der Marken und Zentralfunktionen im Risikomanagementprozess zu unterstützen. Zudem erfasst die zentrale Risikomanagementfunktion die identifizierten Risiken auf konzernweiter Basis und überwacht ihre Entwicklung im Zeitablauf. Unser Management integriert fortlaufend diese Risikoinformationen in seinen Entscheidungsfindungsprozess. Wir sind überzeugt, dass Risiken vor dem Hintergrund heterogener Risikoprofile in den Geschäftssegmenten und Regionen am besten dort identifiziert und bewertet werden, wo sie auftreten. Der Risikomanagementprozess besteht aus folgenden Schritten:
Risikomanagementsystem adidas Konzern
» Risikoidentifikation: Wir überwachen ständig sowohl das
gesamtwirtschaftliche Umfeld und die Entwicklungen in der
Sportartikelindustrie als auch interne Prozesse, um Risiken
so früh wie möglich zu identifizieren. Wir haben daher für
unseren Konzern einen Risikokatalog mit potenziellen
Risiken aus diesen Bereichen definiert. Dieser Risikokatalog
hilft unserem Management auf verschiedenen Ebenen innerhalb
unserer Organisation Risiken zu erkennen.
»» Risikobeurteilung: Identifizierte Risiken werden bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres potenziellen Schadensausmaßes beurteilt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird in „hoch“, „mittel“ oder „niedrig“ kategorisiert. Das Ausmaß potenzieller Verluste wird fallweise als der Grad der Ergebnisabweichung von den jüngsten Prognosen gemessen, unter der Annahme, dass das Risiko in vollem Umfang eintritt. Ergebnis wird definiert als Betriebsergebnis abzüglich konzerninterner Lizenzgebühren.
» Risikoüberwachung und -berichterstattung: Risiken werden vom zentralen Risikomanagement sowie von den Verantwortlichen auf Markenebene bzw. in den Zentralfunktionen überwacht. Risiken mit einer wahrscheinlichen finanziellen Auswirkung von 1 Mio. € oder mehr auf den erwarteten Ergebnisbeitrag für das Gesamtjahr werden dem zentralen Risikomanagement monatlich angezeigt. Darüber hinaus müssen Risiken mit einer wahrscheinlichen finanziellen Auswirkung von 5 Mio. € oder mehr dem zentralen Risikomanagement sofort nach Identifikation angezeigt werden. Längerfristige Risiken werden durch Szenarioplanung als Teil unseres strategischen Planungsprozesses einbezogen.
» Risikoaggregation: Das zentrale Risikomanagement erfasst Risiken konzernweit und berichtet diese regelmäßig an Vorstand und Aufsichtsrat.
» Risikosteuerung: Ausgehend von unseren Risikomanagementgrundsätzen und unserem -handbuch entscheiden die Fachverantwortlichen gemeinsam mit dem zentralen Risikomanagement und in Ausnahmefällen auch mit dem Vorstand darüber, welche Risiken wir vermeiden, reduzieren, übertragen oder akzeptieren. Das finanzielle Risikomanagement und die Hedging-Aktivitäten des Konzerns obliegen der Verantwortung der zentralen Konzern-Treasury-Abteilung und basieren auf den Treasury-Grundsätzen des Konzerns (vgl. Treasury)
» Risikocontrolling: Der Konzern überwacht zentral, wie sich Risiken in unterschiedlichen Bereichen und unterschiedlichen Abschnitten betrieblicher Prozesse gegenseitig beeinflussen. Darüber hinaus untersucht das zentrale Risikomanagement den Erfolg der vom operativen Management ergriffenen Maßnahmen, um Risiken zu vermeiden, reduzieren oder übertragen. Die operativen und internen Prozesse für das Risikomanagement von Geschäftsrisiken werden durch die Abteilung Internal Audit unabhängig überprüft und bewertet.
» Risikomanagementdokumentation: Unser Konzernrisikomanagementhandbuch zählt zu den Kernelementen unseres integrierten Risikomanagementsystems. Es steht allen Mitarbeitern online zur Verfügung. In diesem Handbuch sind die Grundsätze, Verfahren, Instrumente, Risikobereiche und Zuständigkeiten innerhalb des Konzerns niedergelegt.
Übersicht Unternehmensrisiken
| Externe Risiken |
| Gesamtwirtschaftliche Risiken |
| Branchenspezifische Risiken |
| Regulatorische und politische Risiken |
| Rechtliche Risiken |
| Risiken aus Produktfälschungen |
| Sozial- und Umweltrisiken |
| Elementarrisiken |
| Finanzrisiken |
| Währungsrisiken |
| Zinsrisiken |
| Investitionsrisiken |
| Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken |
| Strategische Risiken |
| Portfoliorisiken |
| Risiken durch den Verlust wichtiger Promotion-Partnerschaften |
| Markenimage-Risiken |
| Risiken in Forschung und Entwicklung |
| Produktqualitätsrisiken |
| Risiken aufgrund eigenen Einzelhandels |
| Personalrisiken |
| Operative Risiken |
| Beschaffungsrisiken |
| Kundenrisiken |
| IT-Risiken |
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Das Wachstum der Sportartikelindustrie korreliert stark
mit dem Konsumentenvertrauen und den Konsumausgaben.
Wesentliche wirtschaftliche Abschwünge, besonders in
Regionen, in denen der Konzern stark vertreten ist, stellen
daher ein bedeutendes kurzfristiges Risiko für die Umsatzentwicklung
dar. Um dieses Risiko zu vermindern, strebt der
Konzern eine gleichmäßige Verteilung des Umsatzes zwischen
den wichtigsten Regionen an. Wir haben außerdem dieses
Risiko reduziert, indem wir unser Partnerschafts- und Veranstaltungsportfolio
ausgeweitet haben. So wurde eine besser
vorhersehbare, weniger von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen
beeinflusste Nachfrage geschaffen. In 2007 erwarten
wir eine Abschwächung der privaten Binnennachfrage in Nordamerika.
Damit wird sich das Wirtschaftswachstum in dieser
Region verlangsamen (vgl. Nachtrag und Ausblick).
Wir schätzen jedoch das Risiko eines abrupten Rückgangs der
Konsumausgaben in dieser Region als niedrig ein. Sollte das
Risiko eintreten, könnte dies einen mittelschweren finanziellen
Negativeffekt haben.
Branchenspezifische Risiken
Preisdruck und Produktrabatte im Sportartikeleinzelhandel,
die oftmals eine Folge von Konsolidierungen innerhalb der
Branche sind, können sich negativ auf die Sportartikelhersteller
auswirken. So kann ein anhaltend wettbewerbsintensives
Umfeld in einem für den Konzern wichtigen Markt die Entwicklung
von Umsatz und Profitabilität gefährden. Um dieses
Risiko zu mindern, sorgen wir für eine regional ausgeglichene
Umsatzverteilung und passen die Vertriebsstrategie des Konzerns
stets entsprechend an. Beispielsweise ist der Einzelhandel
in der Sportartikelbranche in Großbritannien zurzeit
stark von Preisdruck geprägt. Nachdem die durchschnittlichen
Verkaufspreise drei Jahre in Folge gesunken waren,
führte die Marke adidas mit Wirkung zum 1. Januar 2007 eine
neue Distributionsstrategie ein. Diese Strategie bietet nur
den Kunden, welche die Bestimmungen unserer Handelsrichtlinien
erfüllen, unser Premiumsortiment an. Wir akzeptieren
das hohe Risiko eines kurzfristigen Umsatzverlustes, der sich
voraussichtlich auf die Ergebnisse des adidas Segments für
die Region Europa merklich auswirken wird. Auf den gesamten
Ergebnisbeitrag des Konzerns für das Jahr 2007 wird dies
allerdings nur eine geringe Auswirkung haben. Ferner erwarten
wir davon einen mittel- bis langfristigen positiven Effekt
Regulatorische und politische Risiken
Der adidas Konzern ist Risiken im Zusammenhang mit plötzlich
deutlich verschärften Einfuhrbeschränkungen sowie
stark steigenden Einfuhrzöllen und -abgaben ausgesetzt.
Diese Risiken könnten den freien Warenverkehr innerhalb
des Konzerns und von Zulieferbetrieben zum Konzern beeinträchtigen.
Um diese Risiken zu minimieren, bedienen wir
uns einer breiten Zuliefererbasis, die es uns erlaubt, wenn
notwendig die Produktion bereits frühzeitig in andere Länder
zu verlagern. Die Europäische Kommission hat im Oktober
2006 Anti-Dumping-Zölle auf Lederschuhe verhängt, die
aus China und Vietnam importiert werden. Von den Strafzöllen
ausgenommen sind allerdings technische Sportschuhe,
welche die große Mehrheit unseres Produktangebots bilden.
Aufgrund dieser Entscheidung und der proaktiven Diversifizierung
unseres Beschaffungsportfolios (vgl. Global Operations) rechnen wir damit, dass die neuen rechtlichen
Rahmenbedingungen in der EU im Geschäftsjahr 2007 nur
sehr geringfügige finanzielle Auswirkungen auf den Konzern
haben werden. Wir gehen bei dem mittelfristigen Risiko
weiterer regulatorischer Maßnahmen in anderen Ländern
außerhalb der EU von einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit
aus. Die potenzielle finanzielle Auswirkung eines solchen
Risikos schätzen wir als mittelschwer ein.
Rechtliche Risiken
Der adidas Konzern ist dem Risiko ausgesetzt, dass Dritte
Forderungen oder Klagen wegen Verletzung ihrer Schutz- oder
Patentrechte geltend machen. Um dieses Risiko zu
mindern, werden neue Produkttechnologien und -namen
sorgfältig geprüft, um eventuelle Konflikte mit den Rechten
Dritter zu identifizieren und zu vermeiden. Im Februar 2006
hat ein wichtiger Wettbewerber den Konzern wegen einer
angeblichen Patentrechtsverletzung im Zusammenhang
mit zwei Schuhmodellen verklagt. Wir rechnen jedoch nicht
damit, dass sich diese oder andere anhängige Rechtsstreitigkeiten
bedeutend auf die finanzielle Situation des Konzerns
auswirken werden. Aufgrund der weit reichenden Schutzmaßnahmen
gehen wir zudem davon aus, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit
einer schwerwiegenden Verletzung der
Schutz- oder Patentrechte Dritter durch den Konzern gering
ist. Eine solche Verletzung könnte mittelschwere finanzielle
Auswirkungen haben.
Risiken aus Produktfälschungen
Als populäre Konsumgütermarken, die sich über Technologie-
und Designinnovationen definieren, sind die Marken des
adidas Konzerns häufig von Fälschungen und Nachahmung
durch Dritte betroffen. Im Jahr 2006 wurden weltweit mehr
als 6 Millionen gefälschte Produkte unseres Konzerns
sichergestellt. Wir sind bemüht, die Umsatzeinbußen und
die potenzielle Schädigung des Markenimages zu mindern,
die aus dem Verkauf von minderwertigen Produkten unter
unseren Markennamen entstehen. Zu diesem Zweck sichert
sich der Konzern umfassend rechtlich ab (in der Regel durch
Eintragung) und arbeitet mit Vollstreckungsbehörden, Fahndern
und externen Juristen zusammen. Wir haben unsere
Maßnahmen – wie die Verwendung von Sicherheitsetiketten
– verstärkt, um die Produktion bei autorisierten Zulieferern
zu kontrollieren. Allerdings ist es erforderlich diese Maßnahmen
ständig weiterzuentwickeln. Wir schätzen daher die
Wahrscheinlichkeit von anhaltenden Produktfälschungen
kurzfristig als hoch ein. Die Produktfälschungen werden
unser erwartetes Finanzergebnis jedoch voraussichtlich
nicht stärker als in den Vorjahren beeinflussen. Das Potenzial
einer merklichen Auswirkung auf den Ergebnisbeitrag ist
somit eher gering.
Sozial- und Umweltrisiken
Wir sind uns unserer ständigen Verantwortung für Arbeitnehmer,
Zulieferer und Umwelt bewusst. Missstände in diesen
Bereichen können Ansehen und Effizienz des Konzerns und
seiner Zulieferer stark beeinträchtigen. Um dieses Risiko
zu begrenzen, haben wir Arbeitsplatzstandards (Workplace
Standards) erstellt. Um Geschäftspartner des adidas Konzerns
zu werden, müssen Zulieferer diese einhalten (vgl.
Nachhaltigkeit). Es werden regelmäßig interne Kontrollen
von Zulieferbetrieben durchgeführt, die von umfangreichen
unabhängigen Prüfungen bestätigt werden. Bei
Verstößen gegen unsere Standards entwickeln wir Maßnahmenpläne
und Zeitrahmen, um die zukünftige Einhaltung
und weitere Verbesserungen zu gewährleisten. Werden diese
Zeitrahmen nicht eingehalten, beenden wir die Geschäftsbeziehung
mit dem betroffenen Zulieferer (vgl. Nachhaltigkeit und
www.adidas-Group.com/nachhaltigkeit). Wir halten
das Risiko von Missständen im Sozial- und Umweltbereich
– mit potenziell geringen finanziellen Auswirkungen – nur in
Einzelfällen für wahrscheinlich.
Elementarrisiken
Der adidas Konzern ist externen Risiken wie Naturkatastrophen,
Epidemien, Feuer und Unfällen ausgesetzt. Darüber
hinaus können Schäden an Gebäuden, Produktionsanlagen
und Lagerhäusern des Konzerns oder seiner Zulieferer und
an unterwegs befindlicher Ware zu Sachschaden oder Unterbrechungen
der Geschäftsaktivitäten führen. Dem wirken wir
auf verschiedene Weise entgegen. Beispielsweise setzen wir
zuverlässige Zulieferer und Logistikanbieter ein, die hohe
Sicherheitsstandards und Notfallpläne garantieren. Zusätzlich
zu unserem umfangreichen Versicherungsschutz haben
wir auch Notfallpläne implementiert, um potenzielle negative
Auswirkungen zu minimieren. Daher gehen wir hier – nach
Entschädigung durch den Versicherer – von einem lediglich
geringen finanziellen Verlust aus. Wir halten dieses Szenario
allerdings für unwahrscheinlich.
Währungsrisiken
Währungsrisiken ergeben sich für den Konzern vorwiegend
dadurch, dass ein wesentlicher Teil unserer Produkte unmittelbar
von Zulieferern in Asien bezogen wird (vgl. Global
Operations). Die Beschaffungskosten entstehen somit
überwiegend in US Dollar, während der Großteil des Konzernumsatzes
in einer Vielzahl anderer Währungen (wie dem
Euro, dem japanischen Yen, dem kanadischen Dollar und
dem britischen Pfund) anfällt. Damit besteht für den Konzern
ein Wechselkursrisiko, das durch zentralisiertes Währungsmanagement
und die Absicherung des Nettodefizits in US
Dollar gesteuert wird (vgl. Treasury). Wir haben unseren
prognostizierten Hedging-Bedarf für das Jahr 2007 fast vollständig
gedeckt, und zwar zu einem Umrechnungskurs, der
nur leicht unter dem Vorjahresniveau liegt. Deshalb halten
wir die Wahrscheinlichkeit, dass Währungsrisiken
mehr als
eine geringe Auswirkung auf unseren Ergebnisbeitrag für das
Geschäftsjahr 2007 haben werden, für gering.
Zinsrisiken
Wesentliche Zinsänderungen können Rentabilität, Liquidität
und die Finanzlage des Konzerns beeinträchtigen. Die Übernahme
von Reebok hat aufgrund des gestiegenen Finanzierungsbedarfs
und des dadurch entsprechend höheren
gewichteten durchschnittlichen Zinssatzes bei der Finanzierungsstruktur
des Konzerns zu erhöhten Zinsrisiken geführt
(vgl. Treasury). Um die Zinsrisiken zu mindern sind zinsvariable
Vereinbarungen durch Absicherungsmaßnahmen wie
festverzinsliche Zins-Swaps gegen einen Anstieg der kurzfristigen
Zinssätze zum Teil geschützt. Darüber hinaus ist mittelfristig
die Reduzierung des Verschuldungsgrads des Konzerns
auf unter 50 % Teil unserer Finanzstrategie. Wir haben
unsere Nettofinanzverbindlichkeiten nach der Finanzierung
der Reebok Akquisition erheblich reduziert und den Anteil
an festverzinslichen Finanzierungen erhöht. Daher schätzen
wir die Wahrscheinlichkeit von Zinsrisiken, die mittelschwere
Auswirkungen auf unseren Ergebnisbeitrag für 2007 und die
mittelfristige Zukunft haben könnten, als gering ein.
Investitionsrisiken
Der adidas Konzern hat im vergangenen Jahr den Free-Cashflow
vornehmlich zur Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten
eingesetzt. Diese waren im Zuge des Kaufs von Reebok
um circa 3 Mrd. € angestiegen. Flüssige Mittel werden daher
nur in sehr begrenztem Umfang in Investmentfonds angelegt
(vgl. Erläuterung 7). Damit bestehen, was die
Wahrscheinlichkeit und die potenzielle Auswirkung angeht,
keine nennenswerten Risiken im Zusammenhang mit einem
wesentlichen Wertverfall dieser Fonds.
Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken
Bei der Erfüllung des laufenden Finanzierungsbedarfs sieht
sich der adidas Konzern dem Risiko ausgesetzt, aufgrund
von Liquiditätszwängen ungünstige Finanzierungskonditionen
akzeptieren zu müssen. Allerdings betrachten wir
dieses Risiko als begrenzt, weil wir vorteilhafte Konditionen
bei den Finanzierungsvereinbarungen für die Reebok Akquisition
erzielt haben. Da wir in 2007 von einer starken Free-
Cashflow-Generierung ausgehen, stufen wir sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit
als auch die potenzielle finanzielle
Auswirkung von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als
gering ein
Portfoliorisiken
Der adidas Konzern sieht sich Risiken aus vertraglichen
Verpflichtungen in Folge der Veräußerung von Geschäftssegmenten
und hinsichtlich der Integration neu übernommener
Geschäftsbereiche ausgesetzt. Bei unseren fortlaufenden
Maßnahmen zur Integration der Marke Reebok sind
wir dem Risiko ausgesetzt, die potenziellen Ertrags- und
Kostensynergien überzubewerten. Darüber hinaus sind wir
mit Risiken in der praktischen Umsetzung konfrontiert, die
sich beispielsweise auf die Harmonisierung der IT-Systeme
des Konzerns und die Standardisierung von funktionalen
Geschäftsabläufen bei den verschiedenen Marken beziehen.
Um diese Risiken zu mindern, haben wir eine Controlling-
Funktion und eine Integrationsmanagement-Stelle speziell
für unsere Integrationsaktivitäten eingerichtet. Angesichts
der Realisierung der ersten
erwarteten Kostensynergien im
Jahr 2006 sind wir noch zuversichtlicher, dass wir unsere
mittelfristigen Synergieziele erreichen können (vgl. Nachtrag
und Ausblick). Darüber hinaus deuten formalisierte
Befragungen, die als Teil unserer Integrationsaktivitäten im
Jahr 2006 regelmäßig durchgeführt wurden, auf ein hohes
Zufriedenheitsniveau und eine starke kulturelle Integration
unter den Mitarbeitern aller Marken hin (vgl. Mitarbeiter). Daher schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von
Portfoliorisiken als niedrig ein. Aufgrund der Größenordnung
der erwarteten Synergien halten wir die potenzielle finanzielle
Auswirkung dieser Risiken allerdings für hoch.
Risiken durch den Verlust wichtiger Promotion-Partnerschaften
Der adidas Konzern sieht sich mit dem Risiko konfrontiert,
wichtige Promotion-Partnerschaften zu verlieren, die eine
wesentliche Rolle für das Image der Marke und den Umsatz
mit Lizenzprodukten spielen. Um das damit verbundene Risiko
zu minimieren, verfolgt die adidas AG die Strategie, das Portfolio
von Premium-Partnerschaften des Konzerns zu erweitern,
um die Abhängigkeit von einzelnen Partnerschaften zu
reduzieren. Wir schätzen die potenzielle finanzielle Auswirkung
dieses Risikos daher als niedrig ein, gehen dabei aber
von einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit aus.
Markenimage-Risiken
Eine Verlagerung der Konsumentenpräferenz von Performance-
Produkten auf andere Produkte könnte sich negativ
auf den Konzern auswirken, da unser Produktportfolio auf
leistungsorientierte
Produkte ausgerichtet ist. Wir mindern
dieses Risiko durch eine Mehrmarkenstrategie mit klar definierten,
Performance-orientierten Zielgruppen für die einzelnen
Marken. Darüber hinaus bieten wir spezielle Produkte für
Lifestyle-orientierte Konsumenten an. Dennoch könnte beispielsweise
eine wesentliche Einschränkung in der Nutzung
der Drei Streifen bei sportlichen Wettkampfveranstaltungen
den Wiedererkennungswert der Marke adidas senken und
negative Auswirkungen auf das Image der Marke haben. Wir
haben dieses Risiko gemindert, indem wir in den letzten zwei
Jahren langfristige Lösungen mit den für uns bedeutsamen
Sportverbänden ausgehandelt haben. Daher halten wir das
Risiko weiterer Einschränkungen bei der Verwendung der Drei
Streifen, die potenziell eine wesentliche finanzielle Auswirkung
haben könnten, für gering.
Risiken in Forschung und Entwicklung
In der Sportartikelbranche ist die Geschwindigkeit der
Markteinführung von neuen Produkttechnologien entscheidend.
Falls wir es versäumen sollten, regelmäßig innovative
Produkte zu entwickeln, wäre der Konzern dem Risiko eines
beträchtlichen Rückgangs der Absatzzahlen ausgesetzt,
da innovative Produkte starke Umsätze generieren und vor
allem einen wichtigen Halo-Effekt für andere Produkte auslösen.
Aufgrund unserer branchenführenden Innovationsstärke
(vgl. Forschung und Entwicklung) schätzen wir
die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos, das potenziell
eine wesentliche finanzielle Auswirkung haben könnte, als
gering ein.
Produktqualitätsrisiken
Der adidas Konzern ist dem Risiko möglicher Produktmängel
ausgesetzt, die zu Verletzungen bei Konsumenten führen und
dem Ansehen unserer Produkte auf dem Markt schaden können.
Zur Verringerung solcher Risiken führen wir intensive
Qualitätskontrollen vor der Serienproduktion durch, arbeiten
während des Produktionsvorgangs eng mit den Zulieferern
zusammen, kommunizieren Produktmängel offen und sorgen
– wenn notwendig – für eine zügige Regulierung bei Produkthaftungsansprüchen.
Die finanziellen Konsequenzen von
Produkthaftungsfällen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit wir
als gering einstufen, könnten mittelschwere Auswirkungen haben.
Risiken aufgrund eigenen Einzelhandels
Im Rahmen der eigenen Einzelhandelsaktivitäten eröffnen
adidas, Reebok und Rockport neue Geschäfte. Diese neuen
Geschäfte erfordern oftmals beträchtliche Investitionen
sowohl vorab in Geschäftsausstattung und -einrichtung als
auch in die laufende Instandhaltung. Darüber hinaus erfordern
eigene Einzelhandelsgeschäfte längerfristige Mietverpflichtungen
und beträchtlich mehr Personal in Relation zum
Umsatz als der Verkauf über Dritte. Diese vergleichsweise
starre Kostenstruktur birgt ein Risiko bei deutlichen, unerwarteten
Umsatzeinbußen, da diese nicht sofort durch Kostensenkungen
ausgeglichen werden können. Wir minimieren den
Kapitaleinsatz, indem wir nur Mietverträge mit einer Dauer
von nicht mehr als zehn Jahren abschließen. Darüber hinaus
müssen alle Shops ehrgeizige Profitabilitätsziele erreichen,
die von Größe, Lage und Investition in das Geschäft abhängen.
Bei Nichterreichung dieser Ziele ergreifen wir Restrukturierungsmaßnahmen
und schließen letztendlich unrentable
Standorte. Wir schätzen die Eintrittswahrscheinlichkeit von
Risiken aufgrund eigenen Einzelhandels als mittel ein, halten
das Ausmaß des potenziellen finanziellen Verlusts allerdings
für niedrig.
Personalrisiken
Unsere Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten sind für den zukünftigen
Erfolg des Konzerns von grundlegender Bedeutung. Es
besteht daher das Risiko, dass wir es versäumen, die talentiertesten
und am besten für die speziellen Bedürfnisse unseres
Konzerns geeigneten Mitarbeiter zu identifizieren, zu rekrutieren
und zu binden. Wir tun alles, um unseren Mitarbeitern
eine motivierende Arbeitsumgebung zu bieten. So mindern
wir das Risiko, kein qualifiziertes Personal rekrutieren zu
können, ermöglichen es unseren Mitarbeitern, ihr Potenzial
voll ausschöpfen zu können, und binden wichtige Mitarbeiter.
Attraktive Bonus- und Anreizprogramme sowie langfristige
Karrieremöglichkeiten tragen dazu bei, den adidas Konzern
zum Arbeitgeber der Wahl unserer Branche zu machen (vgl.
Mitarbeiter). Daher halten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit
dieser Risiken, die mittelschwere finanzielle Auswirkungen
nach sich ziehen könnten, für begrenzt.
Beschaffungsrisiken
Rohstoff- und Lohnkosten machen etwa 80 % der Umsatzkosten
des Konzerns aus. Damit ist der adidas Konzern
dem Risiko deutlich steigender Rohstoff- und Lohnkosten
ebenso ausgesetzt wie dem Risiko von Unterbrechungen des
Geschäftsbetriebs bei einem wichtigen Zulieferer. Letztere
würden spürbare Auswirkungen auf die Fähigkeit des Konzerns
haben, der Konsumentennachfrage kurzfristig nachzukommen.
Beispielsweise verminderte im Jahr 2006 die
finanziell bedingte Schließung dreier indonesischer Fabriken,
die hauptsächlich Schuhe für die Marke Reebok herstellten,
den Konzerngewinn um ca. 8 Mio. €. Wir mindern das Risiko
höherer Beschaffungskosten, indem wir Größenvorteile aus
unserem höheren Beschaffungsvolumen resultierend aus
der Akquisition von Reebok nutzen. Um das Lieferantenausfallrisiko
zu senken, arbeiten wir mit Zulieferern zusammen,
die für Verlässlichkeit, Qualität, Innovationsstärke und ständige
Verbesserungskraft stehen. Wir sind deshalb überzeugt,
dass unsere Partnerlieferanten mittel- und langfristig in der
Lage sein werden, Preiserhöhungen auszugleichen. Darüber
hinaus verfolgen wir eine regional diversifizierte Beschaffungsstrategie
und arbeiten eng mit unseren Lieferanten auf
der Suche nach neuen, innovativen Materialien zusammen.
Infolgedessen schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit
von Beschaffungsrisiken als mittel und das Ausmaß des
potenziellen finanziellen Verlusts als gering ein.
Kundenrisiken
Kundenrisiken entstehen aufgrund unserer Abhängigkeit von
wichtigen Kunden (so genannten Key Accounts), die ihre Verhandlungsmacht
ausnutzen könnten. Dies könnte beträchtlichen
Druck auf unsere Margen ausüben und zur Stornierung
von Kundenaufträgen führen. Um dieses Risiko zu verringern,
hat der Konzern eine breit angelegte Vertriebsstrategie.
Demzufolge war der jeweils größte Kunde der Marken adidas,
Reebok und TaylorMade im Jahr 2006 für nicht mehr als 10 %
der Markenumsätze verantwortlich. Bei der Marke Reebok
reduzieren wir seit der Akquisition aktiv ihre Abhängigkeit von
Key Accounts, indem wir das Geschäft der Marke in den Vertriebswegen
Sportartikeleinzelhandel und Sportfachhandel
stärken. Ein starker Rückgang der Geschäfte mit einem der
größten Einzelhändler einer unserer Marken könnte jedoch
den Umsatz und die Profitabilität einzelner Regionen in mittlerem
Ausmaß beeinträchtigen. Wir halten einen solchen
Rückgang allerdings für unwahrscheinlich.
IT-Risiken
Ein konzernweiter Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher
Datenverlust könnte zu gravierenden Geschäftsunterbrechungen
führen. Um diese Risiken zu mindern, führen wir
planmäßige Datensicherungen sowie proaktive Wartungen
durch. Sicherheit und Verlässlichkeit des Systems werden
regelmäßig durch interne Tests und externe Prüfungen
kontrolliert. Außerdem wird durch wiederkehrende Überprüfungen
der Systemarchitektur sichergestellt, dass der
Konzern sich verändernden Geschäftsanforderungen gerecht
wird und den höchsten Sicherheitsstandards entspricht. Die
Ausfallzeit unserer wichtigsten IT-Anwendungen lag im Jahr
2006 weit unter 1 % der Gesamtbetriebszeit. Dadurch sind
wir zuversichtlich, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit von
IT-Risiken gering ist; die potenzielle finanzielle Auswirkung
ist jedoch erheblich.
Das zentrale Risikomanagement fasst alle Risiken zusammen,
die vom Management der einzelnen Marken und Regionen
sowie dem Management in den Zentralfunktionen
angezeigt werden. Hinsichtlich der in diesem Bericht erläuterten
Risiken und der gegenwärtigen Geschäftsaussichten
erwartet das Konzern-Management keine einzelnen oder
aggregierten Risiken, welche die finanzielle Gesundheit
oder die Profitabilität des Konzerns wesentlich gefährden
könnten. Aufgrund des Ausmaßes der erwarteten Synergien
aus der Reebok Integration und des höheren Anteils
an eigenen Einzelhandelsaktivitäten bei der Marke adidas
gewannen die Portfoliorisiken und die Risiken aufgrund des
eigenen Einzelhandels im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung.
Finanzierungs- und Markenimagerisiken
waren hingegen
weniger präsent, da wir die Finanzierung der Reebok
Transaktion abgeschlossen haben und jetzt über ein umfangreicheres
Portfolio an Marken verfügen, die jeweils individuelle
Konsumentenzielgruppen ansprechen. Das Management
sieht daher im Vergleich zum Vorjahr keine erhebliche Veränderung
des Gesamtrisikos, dem der Konzern ausgesetzt
ist. Diese Einschätzung wird durch die positive Resonanz
auf unsere Kapitalnachfrage bestätigt.
Im Jahr 2006 hat der
Konzern in verschiedenen Regionen und Währungen mehrere
Privatplatzierungen vorgenommen, die allesamt überzeichnet
waren (vgl. Treasury). Der adidas Konzern hat
sich deshalb nicht um ein offizielles Rating einer führenden
Ratingagentur bemüht. Wir glauben, dass die Ertragskraft
des Konzerns eine solide Grundlage für unsere künftige
Geschäftsentwicklung bildet. Gegen übliche Risiken, die sich
negativ auf die finanzielle Situation und die Ertragslage auswirken
könnten, haben wir, wie erläutert, entsprechende Vorsorgemaßnahmen
getroffen.
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