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Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden

Herbert Hainer Das Jahr 2006 war ein aufregendes Jahr für den adidas Konzern. Nach der Akquisition von Reebok übertraf der Konzernumsatz zum ersten Mal die Marke von 10 Mrd. €. Mit ihrer dominanten Rolle bei der FIFA Fussball- Weltmeisterschaft 2006™ zog die Marke adidas das Interesse der ganzen Welt auf sich. Ferner wurden wichtige Fortschritte bei der vollständigen Integration der Marken und der Organisation von Reebok erzielt. Neben der operativen Effizienz hat der Konzern auch die Finanzkraft weiter verbessert und eine Gewinnsteigerung von 26 % erzielt. Im folgenden Interview lässt Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas AG, das Jahr 2006 Revue passieren und erläutert die strategischen und finanziellen Aussichten des Konzerns.

Herr Hainer, auch 2006 war für den adidas Konzern wieder ein bedeutendes Jahr. Was waren für Sie die Höhepunkte? 

Das Jahr 2006 war ohne Zweifel das spannendste Jahr, seitdem ich mein Amt als Vorstandsvorsitzender angetreten habe. Wir haben das Tempo in unserer Branche bestimmt – deswegen haben wir uns auch für „setting the pace“ als Titel dieses Geschäftsberichts entschieden. Außerdem möchte ich, dass wir als Konzern genau dieses Credo jeden Tag leben. Im Februar, als wir Reebok in der adidas Familie willkommen hießen, wurde unser Konzern um eine eindrucksvolle neue Dimension reicher. Die Integration und das Management der internen Veränderungsprozesse wurden rasch zu wichtigen Prioritäten im Tagesgeschäft. Natürlich gibt es in diesen Punkten noch viele Herausforderungen zu meistern. Wir haben aber bereits wichtige Fortschritte dabei gemacht, die richtigen Leute in die richtigen Positionen zu bringen und die richtigen Prozesse zu etablieren, damit wir unsere Chancen aus dieser historischen Akquisition langfristig nutzen können. Gleichzeitig stellte adidas bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ im Sommer alles je da Gewesene in den Schatten und setzte bei Produkten, Kommunikation und Inszenierung unserer Marke rund um das Ereignis neue Maßstäbe. Aber auch TaylorMade-adidas Golf glänzte mit branchenweit führenden Umsätzen und gewann Marktanteile in mehreren Kategorien hinzu. In finanzieller Hinsicht war 2006 ein Rekordjahr für den Konzern: Der Umsatz übertraf zum ersten Mal die Marke von 10 Mrd. € und der Gewinn stieg um hervorragende 26 %. Ohne bilanztechnische Effekte aus der erstmaligen Einbeziehung von Reebok wäre das Ergebnis sogar noch höher ausgefallen.

Die Fußball-WM 2006 begeisterte weltweit Millionen von Menschen. Welchen Einfluss hatte dieses Ereignis auf den Konzern?

Die WM war in jeder Hinsicht ein großartiger Erfolg – für die Fans, für Deutschland und für adidas. Damit haben wir bei den Konsumenten klar gepunktet: Wir haben eine ganze Reihe von Umsatzrekorden
erzielt
bei Fußbällen, bei Fußballschuhen, bei Nationalmannschaftstrikots. So war adidas die meistgetragene Schuhmarke des Turniers. Mit spektakulären Aktionen haben wir außerdem neue Dimensionen in unserer Markenkommunikation erreicht. Unabhängigen Studien zufolge war adidas die Marke mit dem größten Wiedererkennungswert – nicht nur unter den 15 offiziellen Partnern des Turniers, sondern auch unter unseren wichtigsten Wettbewerbern. Damit konnten wir unsere Position als Marktführer in der beliebtesten Sportkategorie der Welt weiter ausbauen und unseren Fußballumsatz um mehr als 30 % auf über 1,2 Mrd. € steigern.