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Emotionaler Stoff

Manche Dinge wecken Emotionen, andere nicht. Die erfolgreicheren tun es ganz bestimmt.

Jürgen Rank bewegt die Gemüter einer ganzen Nation. Egal wohin er geht, mit wem er sich trifft oder welchen Fernsehsender er einschaltet: die Wahrscheinlichkeit Zeuge einer leidenschaftlichen Diskussion über seine Werke zu werden ist ziemlich groß. Nur wenigen ist dabei bewusst, dass er es bereits vor ca. einem Jahr vollendete. Jürgen wusste von Beginn an: das Rampenlicht ist unausweichlich. Im Grunde hatte er sich darauf sogar immer gefreut. Er ist es leid das Geheimnis für sich zu behalten. Monatelang konnte er es nicht erwarten seinen Stolz zu teilen – wohlwissend, dass nicht jedermann dieses Gefühl nachvollziehen können würde.

Jetzt ist der Moment gekommen und wenn Jürgen Rank durch die Straßen geht spitzt er ganz unbewusst und durch seine persönliche ‚Reizwörter‘ ausgelöst die Ohren. Wenn Phrasen wie ‚Trikot‘, ‚komplett weiß‘ oder ‚Deutsche Nationalmannschaft‘ fallen, ist für ihn das genaue Hinhören unausweichlich. Jürgen Rank arbeitet bei adidas und verantwortet – gemeinsam mit seinem Team – die Designs der Nationalmannschafts-Trikots für die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Eines dieser Trikots ist für Jürgens Heimatland bestimmt: Deutschland.

Mesut Özil im neuen DFB Outfit

Aber die Nationalspieler werden nicht die einzigen sein, die sein Werk tragen werden: tausende begeisterter Fans werden Jürgens Design zum Ausdruck ihrer Leidenschaft machen. Das Trikot ist kein simples Stück Textil. Es verkörpert pure Emotion. Generationen werden ruhmreiche Siege mit dem Trikot assoziieren oder aber auch seinen Stoff zum Trocknen ihrer Tränen verwenden. Egal wie es kommt, eines ist sicher: man wird sich an das Trikot erinnern – genau wie an all die anderen davor.

Jürgens Arbeitgeber adidas ist seit mehr als 50 Jahren einer der engsten Partner des Deutschen Fußballbundes (DFB). Die Trikots des Verbandes werden traditionell nicht nur heiß diskutiert, sondern sind für gewöhnlich auch Verkaufsschlager. Vor und während der WM in Südafrika 2010 verkaufte adidas zum Beispiel mehr als 1,2 Millionen  DFB-Trikots. Die genaue Absatzzahl wird 2014 sicherlich auch wieder für Interesse sorgen.

Wenn Jürgen ein Gespräch über sein Trikot-Design verfolgt geht er grundsätzlich selbstbewusst mit dem Feedback um. Zuzuhören ist nicht erst jetzt wichtig für ihn. Vielmehr ist es eine der wesentlichsten Grundlagen für all seine Entscheidungen: Im Verlauf der letzten zwei Jahre startete das adidas Team Umfragen in seinen Zielgruppen und holte Feedback von Spielern, Verbandsverantwortlichen und vielen, vielen weiteren Gruppen ein.

Genau das ist es, was Jürgen und seine Kollegen motiviert: Wenn es um das Design des DFB-Trikots geht gibt es kaum jemanden, der keine Meinung hat – und das auch absolut zu Recht. Denn all diese Fans sind bereit, in ‚ihr‘ Trikot zu investieren. Sie wollen damit ihrer Identität und ihrer Leidenschaft Ausdruck verleihen. Deshalb bekommt jedes Detail des Designs Bedeutung. Jeder sorgfältig platzierte Stern über dem Verbandsemblem, jede Farbwahl und jede Naht kann Erinnerungen und Gefühle wecken. Deshalb beginnt für Jürgens Team der Entwicklungsprozess sehr früh. Deshalb vollziehen sie ihn mit so viel Hingabe. Am Ende steckt  jede Menge Symbolik im High-Tech-Textil.

Im folgenden Interview sprechen Jürgen Rank und sein Kollege Christian Binger, ein weiterer kreativer Kopf hinter dem deutschen Trikot, über ihre Quellen der Inspiration.

 

Was hat euch während der Entwicklung des DFB-Trikots inspiriert und wie setzt ihr Eure Ideen um?

Christian: Am Anfang haben wir nach Antworten auf die zentrale Frage gesucht: „Was möchte die deutsche Nationalmannschaft verkörpern, wenn Sie dieses Trikot überstreift?“ Oder in der Kurzfassung: „Für was steht sie eigentlich?“

Jürgen: Für uns war schnell klar, dass es mehr als ein Fußball-Trikot sein muss. Wir veränderten unsere Wahrnehmung der Weltmeisterschaft hin zur „EXPO des Sports“. Sie ist die ultimative Plattform auf der sich nicht nur die Teams selbst, sondern auch die Fangemeinschaften der Länder präsentieren. „Was genau sollte Deutschland also nach Brasilien tragen? Wofür steht das deutsche Team?“

KLINGT INTERESSANT, HABT IHR DENN DIE ANTWORT GEFUNDEN?

Christian: Sicherlich. Aber erstmal kamen uns immer noch mehr Fragen. „Wer und wie sind wir Deutschen eigentlich?“

Also haben wir mit Mikrofonen und Kameras bewaffnet das Büro verlassen und junge Leute in ganz Deutschland zu ihren Meinungen und Vorstellungen befragt. Wir haben uns mit Teenagern und jungen Nationalspielern getroffen. Darüber hinaus haben wir z.B. auch eine Universität besucht, um deren Experten zur Entwicklung der deutschen Identität zu befragen.

ALSO RAUS MIT DER SPRACHE, WAS MACHT DIE DEUTSCHEN AUS?

Jürgen: Eine Sache hat sich sehr schnell herauskristallisiert: Die Weltmeisterschaft in Deutschland im Jahr 2006 hat das Land in seiner Selbst- und Fremdwahrnehmung komplett verändert. Fast alle unserer Gesprächspartner identifizierten die WM 2006 als Wendepunkt.

Die meisten bewerten sie als Neuanfang, als neuen Ansatz mit den deutschen Farben umzugehen, als Auslöser eines neuen Selbstwertgefühls, allerdings ohne dabei Super-Deutsch zu sein. Es geht um das Gefühl, das die Athleten auf dem Platz vereint. Das gilt übrigens auch für mich selbst. Vor der Weltmeisterschaft im Jahr 2006 hätte ich mich als Designer nie getraut, ein riesiges „DANKE DEUTSCHLAND“ auf einem T-Shirt zu platzieren. Nach dem Turnier fühlte es sich wie die logische Konsequenz des Sommermärchens an und schien vielen Menschen aus der Seele zu sprechen. Wen hat es damals schon gekümmert, dass wir nur Dritter wurden? Wir haben trotzdem gefeiert, und zwar mehr als jemals zuvor. Wir alle brachten zum Ausdruck wie sehr sich unser Land gewandelt hat.

WELCHE WERTE STECKEN IM NEUEN FUSSBALL-DRESS

Jürgen: Die Werte, auf die wir uns fokussiert haben, werden der deutschen Nationalmannschaft und dem ‚neuen‘ Deutschland gleichermaßen gerecht. Wir spiegeln die Leidenschaft für das Spiel, Selbstbewusstsein und hohes Qualitätsdenken wider.

Die Brustgrafik symbolisiert das deutsche Selbstbewusstsein und interpretiert die deutsche Flagge in Rottönen, welche für unaufhaltsame Energie stehen, die vom Team und der neuen Generation Spieler abstrahlt.

Die Linien der Grafik stellen Integration und Teamwork sowie die verschiedenen kulturellen Hintergründe und Erfahrungen der Spieler dar. Gleichzeitig gilt diese Symbolik aber natürlich auch für all die Menschen in diesem Land, egal woher sie kommen.

Das edle Verbands-Emblem auf der Brust signalisiert hohe Qualität, welche sich ja auch im innovativen Spiel von Löws Truppe und der typisch deutschen Liebe zu Details und Präzision ausdrückt.

UND DIE LIEBE ZUM SPIEL?

Christian: …wird durch das erfrischenste Element des neuen Outfits betont. Die Brustgrafik verleiht dem Team bildlich Flügel und inspiriert die Leichtigkeit jedes Spielers.

Die weißen Hosen vollenden das Gesamtbild, das ein Statement von Klasse, Eleganz und purer Leidenschaft ist.

ABER BRICHT DAS NICHT MIT DER DEUTSCHEN TRADITION?

Christian: Ganz und gar nicht! Das deutsche Team trug schon bei den Weltmeisterschaften 1970 und 1974 weiß-weiße Kombinationen. 1974 wurden wir bekanntlich Weltmeister. Weiß ist also weniger ein Traditionsbruch als ein gutes Omen.

EINE LETZTE FRAGE: MUSS DAS DESIGN JEDEM GEFALLEN?

Jürgen: Es ist ein mutiges und junges Design und spätestens wenn man die Spieler als Team aus dem Tunnel kommen sieht, wird man verstehen: dieses Design ist nicht für Langweiler und Zweifler. Es ist für Leute, die all ihre Energie einsetzen wollen um etwas zu bewegen. Ich würde sagen: nein, nicht jeder muss das neue Design toll finden. Es ist für Fans mit viel Leidenschaft gedacht. Und ich glaube von dieser Sorte gibt es in Deutschland jede Menge.

JÜRGEN UND CHRISTIAN, DANKE FÜR DAS INTERVIEW!

Aber das deutsche Trikot ist nur eines von vielen Nationalmannschaftstrikots, das adidas dieses Jahr vorstellt. Natürlich spielt Fußball und die außergewöhnliche Fan-Kultur in Deutschland eine besonders große Rolle. Nichtsdestotrotz sind andere Nationen nicht weniger emotional wenn es um ihr Trikot geht.

Die Trikots der adidas-Nationen