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Sportbekleidung: Die Chemie muss stimmen

Über die nachhaltige Nutzung von Chemikalien in High-Performance-Produkten. Und ein Blick in die Zukunft des Chemikalienmanagements.

Chemikalien. Kaum ein Wort ist so negativ behaftet. Überschriften über Chemieunfälle, Allergien, Giftmüll- und Lebensmittelskandale prägen unser Bewusstsein.

Auf der anderen Seite verdanken wir der Chemie sehr viel. Täglich und ständig sind wir damit umgeben und brauchen sie. Wir kochen und waschen mit Chemie, wir heilen Krankheiten mit Chemie und wir tragen Chemikalien auf unserer Haut.

Oft auch beim Sport. Die Chemie macht es möglich, hoch leistungsfähige Sportprodukte zu entwickeln. Produkte, die extrem leicht sind und uns dadurch schneller machen. Oder Produkte, die uns kühl halten oder warm und trocken – je nach Sportart und Wetter.

Aber – braucht es das wirklich? Was sind eigentlich die Anforderungen an High-Performance -Produkte? Kann man diese nicht auch gänzlich ohne Chemikalien herstellen? Und wie unterscheiden sich eigentlich gute Chemikalien von schlechten?

Grundlegende und sehr schwierig zu beantwortende Fragen – Zeit mit ein paar echten Experten zu sprechen!

Ein Tag in den Alpen auf der Suche nach dem Sinn und Zweck

Das ist Elisa. Elisa ist Athletin durch und durch und ihre große Leidenschaft ist der Outdoor-Sport – wenn sie in den Bergen unterwegs ist, geht sie schon mal gerne an ihre Grenzen. Und das trifft sich gut, denn ein wichtiger Teil ihres Jobs als Produktmanager bei adidas Outdoor ist es, die Produkte unter realen, oft extremen Bedingungen zu testen.

Wieso ist das an dieser Stelle relevant? Weil Outdoor-Sport im hochalpinen Bereich zu den Sportarten gehört, die die höchsten Anforderungen an Sportbekleidung stellen. Wir wollten selbst erfahren, was diese Anforderungen sind, und verstehen, wieso und wofür man Chemikalien benötigt, um die Produkte herzustellen. Aus diesem Grund haben wir Elisa auf einer Bergtour begleitet.

Es ist 07:30 Uhr und wir befinden uns ganz in der Nähe von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze. Die Luft ist noch relativ frisch, und gemeinsam mit Elisa geht es los.

„Der Outdoor-Sport ist deutlich vielseitiger geworden“, erklärt uns Elisa. „Die Leute nehmen die Bandbreite an Möglichkeiten, die der Sport bietet, stärker wahr. Unsere Konsumenten gehen nicht mehr nur wandern oder nur klettern. Sie wollen den ganzen Outdoor-Spielplatz uneingeschränkt genießen können und z. B. bei einer Bergtour spontan entscheiden können, ob sie nun Hiken, Klettern, Raften oder alles kombiniert.“

Der beeindruckendste Spielplatz der Welt

Und was bedeutet das für die Produkte?

„Natürlich müssen die Produkte dadurch auch vielseitiger sein."

Die Konsumenten wollen nicht mehr jeweils ein spezielles Outfit für die verschiedenen Aktivitäten. Sie brauchen Produkte, die alles können und allen Anforderungen gerecht werden.

Und es muss alles in einen Rucksack passen und leicht zu tragen sein – Packmaß und Gewicht spielen also auch eine sehr wichtige Rolle.“

Schritt für Schritt geht es immer weiter hinauf. Es ist nun deutlich wärmer geworden und schon bald ist klar – das hier hat nichts mit Wandern zu tun …

„Athletik spielt, zumindest für unsere Konsumenten, eine ganz andere Rolle. Es geht oft gar nicht nur darum, den Berg hochzukommen, man will das auch möglichst schnell schaffen. ‚Fast Hiking‘ und ‚Trail Running‘ liegen voll im Trend. Insofern sind auch die Anforderungen an die Produkte sehr hoch – sie müssen sehr atmungsaktiv sein, den Schweiß gut nach außen transportieren und schnell trocknen. Und Lightweight ist natürlich enorm wichtig. Klar, je weniger Gewicht ich mit mir trage, umso schneller bin ich.“

Fast Hiking liegt voll im Trend

Nach knapp drei Stunden wird es dann richtig spannend. Eine sehr Respekt einflößende Steilwand baut sich vor uns auf, die wir mithilfe eines Stahlseils und ein paar Eisentritten überwinden.

„Für viele Bergsportler ist Klettern oder Klettersteiggehen im hochalpinen Bereich die Königsdisziplin. Und es macht ja auch total Spaß. Aber auch hier braucht es hoch funktionale Klamotten. Allein schon wegen des Sicherheitsaspekts. Die nötige Bewegungsfreiheit muss gegeben sein, da man sich ja doch oft strecken muss, um an den nächsten Griff zu kommen. Wir arbeiten hier viel mit Stretch-Materialien. Und da man sich in der Regel sehr eng an scharfkantigem Stein oder Felsen bewegt, müssen die Materialien gleichzeitig sehr robust sein, sodass sie nicht sofort aufreißen oder durchscheuern.“

Beim Klettern ist hochfunktionales Equipment ein Must-Have

Wir sind mittlerweile relativ hoch und die Luft ist merklich kälter geworden. Zudem sind dunkle Wolken am Himmel aufgezogen. Kurz bevor wir unseren Gipfel erreicht haben, kommen wir in einen heftigen Regenschauer.

„In der Regel nimmt die Temperatur pro 100 Höhenmeter um 1° C ab. Je nachdem, wie hoch man hinaus will, kann es da schon mal ziemlich kalt werden. Darauf muss man eingestellt sein.“

Ok, verstanden. Die Anforderungen an Outdoor-Bekleidung sind sehr hoch, eigentlich muss diese alles können. Sie muss leicht sein und sich möglichst platzsparend verpacken lassen. Sie muss robust und langlebig sein, kühl halten aber auch wärmen und vor Wind und Regen schützen.

Jetzt lass uns über Chemikalien sprechen – wozu benötigt man die jetzt?

„Diese ganze Palette an Performance-Eigenschaften würden wir ohne Verwendung von Chemikalien nicht hinbekommen. Besonders für das Finish, also die oberste Schicht auf Jacken zum Beispiel, gibt es noch keine wirkliche Alternative. Das brauche ich, um die Bekleidung dauerhaft wasserfest zu machen. Und auch für die Haltbarkeit spielt es eine große Rolle – gute Outdoor-Bekleidung ist nicht ganz billig, und da will man sich natürlich nicht jedes Jahr neue kaufen müssen."

"Ein weiterer Aspekt ist Farbe. Ohne Chemikalien würde man keine Farbe in die Produkte bekommen. Für die Konsumenten ist das wichtig, denn sie wollen z. B. ihre Jacke auch im Alltag tragen können und darin gut aussehen.“

Du bist bei Euch im Team auch die Nachhaltigkeitsbeauftragte – bist Du zufrieden mit den Fortschritten, die Ihr macht?

Wir wollen natürlich nicht nur, was die Performance unserer Produkte angeht, spitze sein, sondern auch bezüglich des Nachhaltigkeitsaspekts immer am absoluten Limit arbeiten.

Wir kooperieren mit diversen Partnern, externen und internen Spezialisten, um auch hier immer besser zu werden. Und wir haben auch schon viel erreicht. Wir ersetzen zum Beispiel die Nutzung von PFCs in unseren wasserabweisenden Produkten und bald wollen wir fast komplett auf PFCs verzichten. Wir benutzen mit DryDye eine sehr innovative Technologie, mit der wir beim Färben der Stoffe kein Wasser mehr benötigen und den Chemikalieneinsatz um etwa 50 % reduzieren können.

Aber natürlich geht es nicht immer so schnell voran, wie wir oder ich das gerne hätten. Manchmal haben wir gute Ideen und dann stellt sich im Praxistest heraus, dass wir doch nicht die Standards erreichen, die wir und unsere Konsumenten erwarten. Und wir müssen natürlich auch die Marktrealität berücksichtigen.

Aber egal wie, wir pushen immer weiter.“

Wir pushen immer weiter

Ein tiefer Einblick in die Details der Chemie

Nun geht es in die spannende Welt der Wissenschaft und Forschung.

Das sind Matthias und Steve. Matthias ist Doktor der Chemie und kümmert sich um den Bereich ‚Advanced Chemistry‘ innerhalb der adidas Gruppe. Steve hat umfangreiche Produkterfahrung und treibt die Entwicklung nachhaltiger und innovativer Materialien voran. Beide sind Teil eines cross-funktionalen Teams in der adidas Gruppe mit der Aufgabe, die Grenzen des Möglichen nachhaltiger Chemie kontinuierlich auszureizen und neu zu bestimmen.

Im folgenden Interview mit Petra Thaller, Journalistin und Herausgeberin von ‚Mountains4U‘, gehen die beiden Experten tief in die Details des Chemikalienmanagements. Sie sprechen darüber, was heute schon in der Entwicklung funktionaler Sportprodukte möglich ist, wo die Herausforderungen liegen und wie die adidas Gruppe das Thema nachhaltige Chemie vorantreibt. Und sie geben einen Ausblick, was die Zukunft bringen wird.

Mehr Details über das Chemikalienmanagement der adidas Group