Im Jahr 2004 hatte ein Expertenteam des adidas Konzerns die Idee, Produkte auf neue und innovative Weise mittels virtueller Technologie zu präsentieren. Die ersten Versuche wurden 2005 durchgeführt. Kunden unserer Schlüsselmärkte konnten zunächst kaum glauben, wie realistisch die Bilder waren und wie einfach sie sich nutzen ließen. Die Bilder sind derart realistisch und lassen sich in Echtzeit so leicht ändern, dass sich das ehemals kleine Forschungsprojekt mittlerweile zu einer konzernweiten Initiative entwickelt hat, an der Mitarbeiter aus den Bereichen Vertrieb, Marketing, Projektmanagement, Beschaffung und Global IT beteiligt sind.
Der Virtualisierungsprozess hat die Anfertigung unserer Produktmuster und unseren Ansatz bei der Vorlage neuer Produkte geradezu revolutioniert. Im üblichen 18-monatigen Entwicklungsprozess für neue Produkte wurden zu verschiedenen Zeitpunkten Prototypen als Muster zur Prüfung benötigt. Dieser Prozess war langwierig, kosten- und abfallintensiv.
Nun haben wir begonnen, die Prototypen und Verkaufsmuster durch virtuelle 3D-Dateien zu ersetzen. Durch diese Digitalisierung des Prozesses können wir die vorhandenen Dateien in vielfältiger Weise wieder verwenden, wie etwa bei der Kollektionsvorlage, in Katalogen sowie in unseren Einzelhandelsgeschäften. Somit konnte der Zeitrahmen für neue Produktentwicklungen bis dato auf 12 Monate verkürzt werden.
Letztendlich streben wir einen nahtlosen Prozess vom Design bis zur Vorlage an. Dieser soll mit der Erstellung eines 3D-Modells beginnen und mit einem virtuellen Vorlageprozess enden, der nicht nur das Produkt in den Mittelpunkt stellt, sondern gleichzeitig für unsere Einzelhändler und Konsumenten ein Erlebnis ist.
Virtuelle Produktentwicklung spart Abfall und hat den Entwicklungsprozess für neue Produkte bisher um ein Drittel verkürzt.