In diesem Abschnitt erfahren Sie mehr über das Engagement des adidas Konzerns zur Verbesserung der Umweltauswirkungen seiner Leder-Zulieferer. Außerdem wird ein Beitrag von Greenpeace über den Zusammenhang zwischen Leder und der Abholzung des Regenwaldes im Amazonas-Gebiet vorgestellt.
Der adidas Konzern verwendet Leder vor allem als Material für seine Schuhe. Nachfolgend ein Überblick über die Leder-Beschaffungskette des adidas Konzerns:
Innerhalb der einzelnen Glieder der Leder-Beschaffungskette treten verschiedene Umweltauswirkungen auf. So kann zum Beispiel eine verstärkte Viehzucht aufgrund des erhöhten Bedarfes an Weideflächen zu vermehrter Abholzung von Waldgebieten führen. Außerdem werden beim Gerben erhebliche Mengen an Wasser und Chemikalien benötigt. Der adidas Konzern hat Maßnahmen ergriffen, um diese Auswirkungen zu minimieren.
Oliver Salge und Tobias Riedl von Greenpeace Deutschland berichten über die Recherchen der Umweltschutzorganisation zu Leder von Rindern, die auf Weideflächen im Amazonas-Gebiet gehalten werden, die durch illegale Rodung des Regenwaldes entstanden sind.

Der Amazonas-Regenwald ist für die Menschheit aus vielerlei Gründen von großer Bedeutung: Er ist einer der Orte mit der weltweit größten Artenvielfalt, er ist die Heimat indigener Völker und spielt eine entscheidende Rolle bei der Rettung des Weltklimas. Rund drei Viertel aller Treibhausgasemissionen Brasiliens gehen auf die Zerstörung der Wälder zurück. Damit ist Brasilien mittlerweile der viertgrößte Klimaverschmutzer der Welt. Bis dato wurden bereits 74 Millionen Hektar Regenwald vernichtet – eine Fläche, die der zweifachen Größe Deutschlands entspricht. Eine der Hauptursachen für diese Zerstörung ist die Rinderzucht. Etwa 80% der gerodeten Regenwaldflächen werden als neue Rinderweiden genutzt.
Greenpeace recherchierte drei Jahre lang intensiv zu diesem Thema und fasste die Ergebnisse im Bericht „Slaughtering the Amazon“ zusammen. Greenpeace fand heraus, wie große Rinderzuchtbetriebe an der illegalen Rodung des Regenwaldes im Amazonas-Gebiet, der Vertreibung indigener Stämme und an Sklavenarbeit beteiligt sind. Fleisch und Leder von Rindern, die auf neu angelegten und illegal gerodeten Flächen im Urwald gezüchtet werden, tauchen immer wieder in Gerbereien und fleischverarbeitenden Betrieben auf. Der Bericht deckte auf, inwieweit globale Markenunternehmen wie z. B. adidas über die Beschaffung von Leder von diesen Rinderzuchtbetrieben mit der illegalen Abholzung in Verbindung stehen. Millionen von Menschen tragen demzufolge Lederschuhe, die mit der Zerstörung des Regenwaldes im Amazonas-Gebiet in Zusammenhang gebracht werden können.
Greenpeace forderte führende Schuhunternehmen – darunter adidas – auf, sich für den Erhalt des Regenwaldes einzusetzen. Würden die bekannten Markenunternehmen ihren Zulieferern klar zu verstehen geben, dass sie kein Leder aus illegal gerodeten Regenwaldgebieten kaufen, gäbe es deutliche Anreize für die Rinderzuchtbetriebe, ihre Zuchtpraktiken zu ändern.
Als Greenpeace den Bericht an Vertreter des adidas Konzerns in der Zentrale in Herzogenaurach übergab, begann ein Dialog, der bis heute andauert. Innerhalb weniger Wochen erarbeiteten der adidas Konzern und andere Schuhunternehmen neue Beschaffungsrichtlinien und forderten ihre Lederzulieferer auf, die Abholzung des Regenwaldes im Amazonas-Gebiet zu stoppen. Gleichzeitig führten sie ein System ein, das sicherstellen soll, dass die gelieferten Lederprodukte nicht von Rindern stammen, die auf neu gerodeten Flächen im Amazonas-Regenwald weiden. Dieser Schritt zwang die Rinderzuchtbetriebe wiederum dazu, Verhandlungen mit Greenpeace über ein Ende der Regenwald-Abholzung aufzunehmen.
Der Druck der Schuhbranche, die Forderungen führender Supermarktketten sowie ein Gerichtsverfahren gegen einen der Rinderzuchtbetriebe führten schließlich zu einem Durchbruch. Am 5. Oktober 2009 einigten sich die vier größten Rinderzuchtbetriebe mit Greenpeace auf die sogenannte „Zero Deforestation“ (Null Abholzung). Die Umsetzung dieser Vereinbarung würde das Ende der Abholzung des Regenwaldes im Amazonas-Gebiet bedeuten.
Die vollständige Umsetzung dieser Verpflichtung und der damit verbundene Stopp der Abholzung des Regenwaldes ist ein großer Schritt, der ohne das fortwährende gemeinsame Engagement von Greenpeace und den Markenunternehmen nicht durchsetzbar ist. Wir fordern daher adidas auf, den bisher eingeschlagenen Weg fortzusetzen und seine brasilianischen Zulieferer aufzufordern, der Rodung des Regenwaldes ein Ende zu setzen.
Lesen Sie den vollständigen Greenpeace-BerichtViehwirtschaft kann zu Rodungen von Wäldern führen. Wir arbeiten mit unseren Zulieferern an einer Lösung dieses Problems.