MITARBEITER

Ethik am Arbeitsplatz

Im Folgenden erklärt Frank Dassler, General Counsel des adidas Konzerns, wie das Unternehmen Geschäftsrisiken durch eine gute Unternehmensführung kontrolliert.

Herr Dassler, was bedeutet gute Unternehmensführung für den adidas Konzern?

Als Unternehmen müssen wir mit unserem Umfeld in Kontakt stehen. Wir sind Teil des weltweiten Wirtschaftsgeflechts und einer globalen Gesellschaft und müssen die geltenden Gesetze und Vorschriften beachten. Doch wir gehen noch einen Schritt weiter. Wir haben uns selbst ethische Verhaltensstandards auferlegt. Diese spiegeln unsere Werte, unsere Unternehmenskultur sowie unsere vorbildliche Geschäftspraxis wider.

Könnten Sie uns etwas mehr über diese Standards erzählen?

Einer der Kernwerte des adidas Konzerns ist Integrität. Für uns bedeutet dies, dass alle Interaktionen mit unseren Stakeholdern im Einklang mit unseren Werten stehen. So verfügen wir zum Beispiel über einen internen Verhaltenskodex, über Vorschriften zum Datenschutz unserer Kunden sowie über die „Workplace Standards“ (Arbeitsplatzstandards) für unsere Zulieferer.

Der interne Verhaltenskodex des adidas Konzerns ist der Eckpfeiler für das ethische Verhalten unserer Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag. Darin werden Themen wie der Umgang mit Geschäftspartnern, der Umgang mit Informationen und Beschwerden oder auch spezielle Vorschriften in Bezug auf Finanzangelegenheiten abgedeckt.

Wie stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter den Kodex kennen und einhalten?

Mit dem Verhaltenskodex geht eine obligatorische Online-Schulung einher, die in zehn verschiedenen Sprachen angeboten wird. Durch kontinuierliches Training sollen sowohl das Bewusstsein für ethisches und soziales Verhalten geschärft als auch die Einhaltung der Datenschutzvorschriften und anderer Richtlinien gefördert werden. Bisher haben wir von unseren Mitarbeitern auf der ganzen Welt sehr viel positives Feedback über die Schulung zum Verhaltenskodex erhalten. Bis Ende 2009 nahmen mehr als 80% unserer weltweiten Belegschaft an einem entsprechenden Training teil.

Erfassen und verfolgen Sie Beschwerden bzw. Verstöße gegen den Kodex?

Ja. Zu diesem Zweck verfügen wir weltweit über so genannte Compliance Manager. Außerdem befasst sich der Betriebsrat in unserer Konzernzentrale mit diesen Angelegenheiten. Über ein so genanntes „Whistleblowing“ -System können die Beschäftigten Beschwerden anonym melden. Die Wahrung der Anonymität ist wichtig für das Vertrauen in das System. Ohne dieses Vertrauen würde das System nicht funktionieren.

Herr Dassler, Sie haben erwähnt, dass Datenschutz ein wichtiges Element des Programms zur internen Standardeinhaltung ist. Was ist damit gemeint?

Die Wahrung des Datenschutzes ist sehr wichtig. Mit unserem Datenschutzsystem wollen wir sicherstellen, dass persönliche Daten weltweit in Übereinstimmung mit geltendem Recht und internationalen Richtlinien verwaltet, gespeichert und verarbeitet werden.

Wir bieten allen Mitarbeitern Online-Schulungen zu den Ge- und Verboten in Bezug auf den Datenschutz an. Darüber hinaus stehen allen Abteilungen, die Umgang mit sensiblen Daten haben (z. B. Marketing-Abteilung), spezielle Schulungen offen.

Herr Dassler, eine letzte Frage: Wie sehen die nächsten Schritte des Programms zur internen Standardeinhaltung aus?

Wir werden unser „Whistleblowing“ -Programm ausbauen, um alle Mitarbeiter zu erreichen. Dies gilt insbesondere für unser eigenes Einzelhandelsgeschäft, wo wir im direkten Kontakt mit unseren Konsumenten stehen.

Damit wir auch in Zukunft alle Beschwerden erfassen und verfolgen können, entwickeln wir ein System innerhalb unseres weltweiten Intranets, über das wir Beschwerden bearbeiten, verwalten und diesen nachgehen können.