Umwelt

Produkt - Ziel 1

Im letztjährigen Bericht wurde dieses Ziel wie folgt definiert:

Weitere Entwicklung von Produkten aus organischen und recycelten Materialien durch die adidas Sport Performance Division, mit Markteinführung im Jahr 2009.

Wir haben dieses Ziel im Laufe des Jahres 2008 spezifischer formuliert:

Vorbereitungen zum Start des adidas ‚Better Place‘ Programms, wobei sich mindestens 50% der adidas Sport Performance Geschäftseinheiten innerhalb des ersten Jahres dem Programm anschließen. Ausarbeitung eines einheitlichen Ansatzes zur Entwicklung umweltoptimierter Produkte unter Einbeziehung der Abteilungen für Beschaffung, Materialien, Innovation, Design und Produktentwicklung.

Warum wurde dieses Ziel gewählt?

adidas ‚Better Place‘ ist eine Umweltinitiative auf Produktebene, die eine Plattform für den Dialog mit unseren Konsumenten über das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit bietet.

Welcher Ansatz wurde gewählt?

adidas stellte eine Gruppe von Experten aus jedem Geschäftsbereich zusammen, um die Initiativen des ‚Better Place‘ Programms in den jeweiligen Abteilungen voranzutreiben. Diese Experten leiteten zudem Informationen an die zentrale Gruppe zurück, wodurch unternehmensweit eine einheitliche Vorgehensweise sichergestellt wurde.

Im Rahmen des ‚Better Place‘ Programms wurden 150 Modelle aus dem Schuh- und Bekleidungssegment entwickelt, die im Frühjahr/Sommer 2009 auf dem Markt eingeführt werden.

Die ‚Better Place‘ Experten haben den Einsatz umweltfreundlicher Materialien wie z. B. Bio-Baumwolle, recyceltes Polyester und Polylactide (biologisch abbaubares Polymer aus Mais) gefördert. Diese Materialien erfüllen allesamt unsere eigenen internen Richtlinien für umweltfreundliche Produkte, die wir angesichts einer fehlenden globalen Norm erstellt haben.

Zur genaueren Ermittlung der Umweltbedingungen aller Fabriken, die ‚Better Place‘ Produkte herstellen, wurde eine Umweltanalyse bei den Betrieben durchgeführt.

Nähere Informationen dazu finden Sie nachfolgend unter Ziel 2.

Ergebnis

100 percent

Zu bewältigende Herausforderungen

Eine Herausforderung bestand darin, dass die Experten neben ihrem normalen Arbeitspensum einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand leisten mussten, um die Umweltvorteile der Produktmaterialien zu bewerten. Dieser Aufwand wird im Laufe der Zeit zurückgehen, sobald strukturierte Prozesse für die Integration von Nachhaltigkeitselementen in die internen Produktentwicklungsabläufe herangereift sind.

Schlussfolgerungen

Der Ansatz, eine Expertengruppe zu bilden, war äußerst erfolgreich, da diese für einen konstanten und aktuellen Informationsaustausch sorgte.

Die ganzheitliche Einbettung des Nachhaltigkeitsgedankens in die Produktentwicklung, die deutliche Vorteile gegenüber der nachträglichen Handhabung einzelner ökologischer und sozialer Herausforderungen zeigt, beschleunigte auch die interne Bewusstseinsbildung.

Erkenntnisse 2008

Die Einordnung nachhaltiger Produkte in eine spezifische Produktkategorie (adidas ‚Better Place‘) und die entsprechende interne Kommunikation haben unseren Mitarbeitern dabei geholfen, sich die Herausforderungen besser vor Augen zu führen. Gleichzeitig wurden sie darin bestärkt, in ihren jeweiligen Funktionen die Initiative zu ergreifen und nachhaltigere Produkte zu entwickeln.

Neues Ziel für 2009

Wir werden adidas ‚Better Place‘ 2009 auf dem Markt einführen. Neue Ziele sind sowohl die Entwicklung weiterer adidas ‚Better Place‘ Produkte innerhalb der Division adidas Sport Performance als auch ein zunehmender Einsatz nachhaltiger Materialien bei allen anderen adidas Produkten.

Produkt - Ziel 2

Durchführung einer Umweltanalyse bei den Zulieferbetrieben, die ‚Better Place‘ Produkte herstellen.

Warum wurde dieses Ziel gewählt?

Dieses Ziel wurde gewählt, um die Einführung des ‚Better Place‘ Programms Anfang 2009 zu unterstützen. Die Umweltbedingungen sowie das Risikoniveau jeder einzelnen Fabrik sollten herausgearbeitet und mit anderen Betrieben desselben Branchensektors bewertet und verglichen werden. Darüber hinaus werden Profile und Fallstudien erstellt, in denen vorbildliche Maßnahmen sowie Bereiche mit Verbesserungspotenzial innerhalb der adidas Beschaffungskette hervorgehoben werden.

Welcher Ansatz wurde gewählt?

Ein externer Umweltberater wurde mit der Durchführung der Umweltanalyse beauftragt. Diese gliederte sich in zwei Phasen:

Phase 1 - Die Zulieferbetriebe mussten eine Selbstbewertung in Form eines Umweltfragebogens durchführen, um einen Überblick über die Umwelt-, Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen in der Fabrik zu geben.

Phase 2 - Ausgewählte Betriebe wurden besichtigt, um die Situation vor Ort zu überprüfen und mit den Angaben im Fragebogen zu vergleichen.

In der zweiten Phase des Projekts waren die externen Berater außerdem damit beauftragt, die regelmäßig von den Schuhlieferanten erhobenen Umweltdaten zu verifizieren und die während der ersten Phase der Umweltanalyse aufgestellten Risikobewertungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Die Umweltanalyse wird sowohl in den Fabriken, in denen die Endfertigung der Bekleidung oder Schuhe stattfindet (Lieferanten der Stufe 1), als auch bei den Zulieferern von Rohmaterialien (Lieferanten der Stufe 2) durchgeführt. Insgesamt wurde folgende Anzahl an Fabriken analysiert und bewertet:

  • Kategorie Ausrüstung und Zubehör Stufe 1 - 2
  • Kategorie Schuhe Stufe 1 - 7
  • Kategorie Bekleidung Stufe 1 - 24
  • Kategorie Bekleidung Stufe 2 - 16

Ergebnis

75 percent

Zu bewältigende Herausforderungen

Der Zeitrahmen für die Bewertung der Betriebe war sehr eng bemessen. Während der ersten Projektphase hatten viele der Bekleidungsfabriken der Stufe 2 Probleme, die erforderlichen Informationen innerhalb der veranschlagten Zeit zur Verfügung zu stellen. Dadurch hat sich das Programm insgesamt verzögert.

Zu den Fabriken der Stufe 2 waren insgesamt nur eingeschränkte Informationen erhältlich, da sie nur bedingt Teil unseres Überwachungsprogramms sind. Über die nominierten Materiallieferanten des adidas Konzerns, die bereits in der Datenbank des Fair Factories Clearinghouse registriert waren, lagen Informationen vor.

Schlussfolgerungen

Durch die Umweltanalyse konnten häufig auftretende Probleme in den Betrieben identifiziert werden. Wie erwartet, waren diese in den Fabriken der Stufe 2 deutlich größer als bei Lieferanten der Stufe 1. Außerdem zeigte sich, dass wir unsere internen Instrumente und Richtlinien überarbeiten müssen, um eine einheitliche Botschaft an die Beschaffungskette zu vermitteln.

Erkenntnisse 2008

Wenn die Umweltbedingungen innerhalb der Beschaffungskette adäquat erfasst und bewertet werden sollen, ist im Rahmen einer jeden Produkteinführung eine bessere Vorausplanung notwendig.

Die indirekten vertraglichen Beziehungen des adidas Konzerns mit Bekleidungsfabriken der Stufe 2 hatten zur Folge, dass mehr Zeit und Mühe erforderlich waren als erwartet, um diese Betriebe in die Initiative einzubeziehen.

Anfangs erwarteten wir, dass das Umweltbewusstsein bei den langjährigen Geschäftspartnern auf einem mittleren bis hohen Niveau sein würde. Jedoch zeigten die Informationen aus der Umweltanalyse und die nachfolgend durchgeführten Standortprüfungen zahlreiche Mängel beim effektiven Management von Umweltaspekten auf Standortebene.

Neues Ziel für 2009

Die Ergebnisse der Umweltanalyse werden in die Weiterentwicklung der Bewertungsinstrumente einfließen. Diese finden dann sowohl bei neuen Fabriken als auch bei den Zulieferern Anwendung, die bereits an der Umweltbewertung teilgenommen haben.

Produkt - Ziel 3

Beauftragung einer international anerkannten Nicht-Regierungsorganisation mit der Überprüfung und Verifizierung interner Instrumente für die Auswahl von umweltfreundlichen Produktmaterialien.

Warum wurde dieses Ziel gewählt?

Die richtige Auswahl umweltfreundlicher Materialien für unsere Produkte ist eine Herausforderung. Obwohl wir mit Lieferanten und wissenschaftlichen Institutionen im engen Dialog über Materialien und deren Eigenschaften stehen, waren wir auch an einer kritischen Betrachtung unserer Instrumente zur Auswahl umweltfreundlicher Materialien durch eine Nicht-Regierungsorganisation interessiert.

Alle Anmerkungen und Empfehlungen dieser Beurteilung dienen dazu, mögliche Defizite in unseren Bewertungsinstrumenten hervorzuheben und zu beseitigen. Dadurch können wir unser Vorgehen bei der Identifizierung, Klassifizierung und Auswahl umweltoptimierter Materialien für unsere Produkte im Rahmen des adidas ‚Better Place‘ Programms verbessern.

Welcher Ansatz wurde gewählt?

Als Orientierung für unsere Entwicklungsteams hatten wir ein Bewertungsschema bezüglich der Umweltleistungen der Produktmaterialien entwickelt. Materialien wurden entsprechend diesem System bewertet und gruppiert. Eine internationale Umweltorganisation wurde nun damit beauftragt, dieses Schema zu untersuchen. Sie sollte alle als umweltfreundlich klassifizierten Materialien überprüfen und uns eventuelle Bedenken mitteilen.

Ergebnis

50 percent

Zu bewältigende Herausforderungen

Schon kurz nach Beginn der Initiative Anfang 2008 wurde deutlich, dass wir die Komplexität dieses Projekts unterschätzt hatten. Insbesondere galt dies für die verfügbaren Daten und das technische und ökologische Fachwissen, das nötig ist, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Entlang der gesamten Beschaffungskette müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden, um sich ein angemessenes Urteil über die Umweltverträglichkeit bestimmter Materialien bilden zu können.

Um diese Herausforderung zu bewältigen, wurde beschlossen, dass die Nicht-Regierungsorganisation zunächst eine Liste von Kernfragen entwickelt, die notwendig sind, um weitere Informationen und Daten über die einzelnen Materialien zu erhalten.

Schlussfolgerungen

Zwar wurden 2008 gute Fortschritte bei der Festlegung von Projektinhalt und -umfang gemacht, jedoch konnte aufgrund der fehlenden Informationen die geplante Einschätzung und Bewertung des Systems zur Materialklassifizierung im Berichtszeitraum nicht durchgeführt werden.

Erkenntnisse 2008

Obwohl die Prüfung des Klassifizierungssystems noch nicht abgeschlossen ist, haben die Teams aus der Materialforschung und Produktentwicklung ein erweitertes Verständnis darüber entwickeln können, was sie bei der Einschätzung umweltfreundlicher Materialien berücksichtigen müssen. Demnach war es trotz der unvorhergesehenen Komplexität des Projekts von Nutzen, den Prozess zu beginnen und Kollegen der Produktteams für die Initiative zu gewinnen.

Neues Ziel für 2009

Nach Abschluss der Prüfung werden die wichtigsten Ergebnisse in das Materialbewertungssystem sowie den Materialauswahlprozess einfließen. Zudem werden weitere Forschungsmittel zugeteilt, um die Umweltanalyse von Produktmaterialien voranzutreiben.

LINKS ZUM THEMA
Innerhalb des Berichts
SKALA
  • 0%: keine Aktivität und Fortschritte
  • 10%: Maßnahme ansatzweise initiiert
  • 25%: mäßige Fortschritte
  • 50%: gute Fortschritte
  • 75%: erhebliche Fortschritte
  • 100%: Ziel erreicht und umgesetzt