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Überwachung

Während der letzten 15 Jahre haben wir fortlaufend unsere Methoden, Instrumente und Techniken optimiert, um Betriebe zu kontrollieren und unsere Zulieferer bei der Einhaltung von Arbeitsplatzstandards zu unterstützen.

Unter anderem werden interne und externe Kontrollen in den Fabriken unserer Lieferanten durchgeführt. Wir haben unsere Methoden und Instrumente an die verschiedenen Beschaffungsmodelle der adidas Gruppe angepasst. Dabei handelt es sich um die direkte und indirekte Beschaffung:

Mit einer Reihe von Zulieferern haben wir eine direkte vertragliche Geschäftsbeziehung. Langfristig ist unsere Strategie darauf ausgerichtet, diesen Zulieferern ein sozial- und umweltverträgliches Handeln in eigener Regie zu ermöglichen. Zur Unterstützung dieser Lieferanten führen wir Fabrikinspektionen durch, wobei Risiken beurteilt und die Ursachen für die Nichteinhaltung von Standards identifiziert werden. So kann das Engagement und der Einsatz des Managements für die Standardeinhaltung und die Effektivität der in den Betrieben umgesetzten Maßnahmen bewertet werden, was wiederum eine genauere Einschätzung des Trainingsbedarfs ermöglicht. Die Betriebe müssen strategische Pläne zur Standardeinhaltung aufstellen, in denen sie darlegen, wie sie dauerhaft unsere Anforderungen an Arbeitsplatzstandards erfüllen wollen. Diese Pläne umfassen Ziele, programmatische Maßnahmen, geplante Investitionen und Zeitpläne. Die Leistung der Zulieferbetriebe wird jährlich anhand eines Leistungsindikators gemessen, der wiederum mit den Bewertungssystemen unserer Beschaffungsorganisation verknüpft ist.

Einige Geschäftseinheiten der adidas Gruppe schalten jedoch bei der Produktbeschaffung Agenten oder andere Vermittler dazwischen. Außerdem entwickeln wir neue Absatzmöglichkeiten mit Lizenznehmern, die eigenständig für die Herstellung der Produkte verantwortlich sind. Diesen Prozess bezeichnen wir als die indirekte Beschaffung von Produkten. Die verschiedenen Geschäftseinheiten der adidas Gruppe sind verpflichtet, Dreijahrespläne einzureichen, aus denen ihre Strategien, Programme und Maßnahmen hervorgehen, mit denen sie die Einhaltung der Standards in ihren indirekten Beschaffungsketten sicherstellen. Darüber hinaus müssen sie Audits durch von adidas genehmigte externe Prüfer in Auftrag geben, bei denen die Initiativen zur Einhaltung der Standards überprüft werden. Anschließend führen wir anhand eines umfassenden Bewertungsbogens eine jährliche Leistungsbewertung der Lizenznehmer durch.

Zur Überprüfung und Bewertung von Zulieferern bei der Einhaltung von Umweltstandards verwenden wir ein detailliertes Bewertungsinstrument (Environmental Assessment Tool) sowie ergänzende Richtlinien zur Behebung von Verstößen. Die Ergebnisse dieser Kontrollen werden dann in einem speziellen ökologischen Leistungsindikator zusammengefasst und widergespiegelt. Zulieferer, die in ihrem Betrieb einen speziellen Nachhaltigkeitsverantwortlichen ernannt haben und sich bewusst darum bemühen, Probleme im ganzheitlichen Kontext zu bewältigen (d. h. Berücksichtigung von sozialen Aspekten, Sicherheit und Gesundheit sowie Umweltschutz), erzielen im Allgemeinen bessere Ergebnisse in Bezug auf ihren ökologischen Leistungsindikator. Unser Ziel ist es, auch andere Lieferanten dazu anzuregen, diese vorbildliche Maßnahme im Betrieb umzusetzen. Wir werden den Leistungsindikator weiterhin nutzen, um Richtwerte für unsere Zulieferer aufzustellen, und zugleich gemeinsam mit ihnen Verbesserungsmöglichkeiten anzugehen.

Erfassung von Risiken (Risk-Mapping)

Die Erfassung der Risiken (Risk-Mapping) für unsere Beschaffungskette ist ein sehr effektives Instrument, um sicherzustellen, dass alle unsere Zulieferer umwelt- und sozialverträglich produzieren und dabei vernünftig mit unseren Ressourcen umgehen. Das Risk-Mapping kombiniert regelmäßige Prozesse, um Verbesserungen systematisch mit Ad-hoc-Tools nachzuverfolgen und zu unterstützen, damit wir in kritischen Situationen schnell reagieren und mögliche negative Auswirkungen auf die Beschäftigten oder die Umwelt eingrenzen können. Wichtige Informationen für das Risk-Mapping liefern unter anderem die Prüfung der von Regierungen bereitgestellten Datenbestände, der regelmäßige Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sowie der direkte Dialog mit den Beschäftigten.

Zur Früherkennung von Risiken in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte sowie die Umwelt beobachten und überwachen wir die Länder, von denen wir Produkte beziehen, und die Zulieferer, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten. Wir erstellen Länder- und Fabrikprofile, die Aufschluss darüber geben, welche Problembereiche priorisiert werden müssen und in welcher Regelmäßigkeit Überwachungs- und risikomindernde Aktivitäten durchgeführt werden müssen.

Wir nutzen folgende spezifische Risk-Mapping-Ansätze und -Instrumente:

  • Risikobewertung auf Länderebene: Wir erarbeiten Länderprofile anhand von umfassenden Due-Diligence-Prozessen. Die Länder werden nach hohem oder niedrigem Risikowert kategorisiert. Die Zulieferer in Ländern mit hohem Risiko müssen mindestens alle zwei Jahre einmal geprüft werden.
  • Risikobewertung auf Ebene der Geschäftseinheiten: Die Leistungsbeschreibung jeder Geschäftseinheit im strategischen Compliance-Plan und den Report-Cards zeigt, welche Performance- und Compliance-Risiken für die jeweilige Geschäftseinheit bestehen. Dies wirkt sich auf die Häufigkeit der Leistungsprüfungen aus und hat Auswirkungen auf die langfristige Geschäftsentwicklung.
  • Risikobewertung auf Ebene der Fabriken: Es werden regelmäßig Audits, KPI-Beurteilungen und Risikoanalysen durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen werden die Häufigkeit weiterer Audits sowie der Grad der Zusammenarbeit mit der Fabrik festgelegt.
  • Krisenprotokoll: Die Geschäftseinheiten und Fabriken nutzen dieses Instrument, um detailliert über risikoreiche Sachverhalte Bericht zu erstatten. Anhand der erhaltenen Informationen entscheiden wir fallweise über Besuche, Audits oder andere Interaktionsmaßnahmen mit der Geschäftseinheit oder der Fabrik.
  • Monatliche Berichterstattung: Wir berichten monatlich an die oberste Führungsebene der adidas Gruppe. Je nach Sachverhalt kann dies fallweise zu weiteren Maßnahmen führen.
  • Beschwerdemechanismen: Fabrikbeschäftigte und andere Parteien können das SEA-Team über die auf Postern ausgehängte Nummer sowie externe Beschwerdemechanismen erreichen. Wir nehmen alle Informationen über die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die wir von Beschäftigten und anderen Parteien erhalten, sehr ernst und sorgen dafür, dass wir ihnen sichere und einfache Kommunikationskanäle zur Verfügung stellen, mit denen sie sich mit uns in Verbindung setzen können. Basierend auf den erhaltenen Informationen entscheiden wir dann, ob weitere Besuche, Audits oder andere Interaktionsmaßnahmen mit der Geschäftseinheit oder Fabrik notwendig sind.

 

Verifizierung der Standardeinhaltung

Zusätzlich zu unseren eigenen Inspektionen setzen wir auf die unabhängige und unangekündigte Kontrolle durch Dritte. Dadurch können wir die Glaubwürdigkeit unseres Programms nachweisen und unseren Stakeholdern verifizierte Informationen vorlegen. Als Mitglied der Fair Labor Association (FLA) unterliegt der adidas Konzern der Prüfung durch unabhängige Prüfer und ist dem Beschwerdesystem und der öffentlichen Berichterstattung der FLA verpflichtet. Im Jahr 2005 wurde das Kontrollsystem der adidas Gruppe erstmalig von der FLA akkreditiert. Drei Jahre später fand dann eine erneute Akkreditierung statt. Diese Entscheidung basierte auf der unabhängigen Überwachung von Zulieferbetrieben sowie auf Verifizierungsberichten der Zulieferstandorte. Zusätzlich dienten auch sorgfältige Prüfungen der relevanten Protokolle, der Schulungsprogramme und der Prüfungssysteme als Grundlage. Seit unserem Beitritt zur FLA wurden mehr als 300 unabhängige Kontrollen bei unseren Zulieferbetrieben durchgeführt. Lesen Sie mehr über das Programm auf der FLA-Internetseite.

Bewertung der Zulieferer

Wir kontrollieren unsere Lieferanten anhand unserer „Workplace Standards" und bewerten sie dann entsprechend der Audit-Ergebnisse. Dabei beurteilen wir auf innovative Weise inwiefern ein Zulieferer faire, gesunde und umweltverträgliche Arbeitsbedingungen in seinem Betrieb zur Verfügung stellt. Mit einem Leistungsindikator (Key Performance Indicator, KPI) beurteilen wir sechs grundlegende Elemente zur Einhaltung unserer Standards: Engagement des Managements, Qualität der vorhandenen Managementsysteme, Kommunikation zwischen Belegschaft und Management, Schulungen für die Beschäftigten, Transparenz in der Berichterstattung sowie Bewertung der Maßnahmen zur Standardeinhaltung. Ein Zulieferer wird auf einer Skala von 1 bis 5 (wobei 5 die beste Bewertung ist) mit einem sogenannten C-Rating beurteilt und dann in eine von den drei folgenden Kategorien eingeordnet:

  • Risikomanagement: Diese Kategorie umfasst die Zulieferer mit der schlechtesten Bewertung. Wir helfen diesen Betrieben intensiv, ihre Leistung zu verbessern. Reagieren die Betriebe auf unsere Bemühungen, sodass sich die Leistung verbessert, steigen sie in die Kategorie „Partnerschaft“ auf. Andernfalls fahren wir unsere Geschäftsbeziehung mit dem Zulieferer herunter und beenden sie schließlich ganz.
  • Partnerschaft: Diese Kategorie umfasst jene Zulieferer, die von einer umfangreichen Unterstützung bei Schulungen profitieren können. Daher konzentrieren wir uns auf Kompetenzbildungsprogramme, die in Zusammenarbeit mit anderen Markenunternehmen und im Rahmen von Multi-Stakeholder-Programmen durchgeführt werden.
  • Eigenverantwortung: Diese Kategorie umfasst alle Zulieferer, die ein Programm für gute Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen, Gesundheit und Sicherheit sowie die Kommunikation zwischen Belegschaft und Management unterhalten. Diese Lieferanten müssen über interne Richtlinien zur Standardeinhaltung verfügen, diese in der Praxis umsetzen sowie transparent über ihre Aktivitäten berichten.

Auftragsvergabe

Die Ergebnisse unserer Lieferantenbewertung fließen in die Gesamtbewertung des Zulieferers ein, die wiederum ausschlaggebend für unsere Beschaffungsabteilung in Bezug auf die weitere Auftragsvergabe ist. Dieser Prozess ist sehr wichtig, da wir dadurch gegenüber unseren Geschäftspartnern verdeutlichen, dass ihr Ergebnis bei der Einhaltung von Arbeitsplatzstandards Einfluss auf die Fortsetzung der Geschäftsbeziehung hat. Diese Transparenz und die Einbindung in Beschaffungsentscheidungen sind für den Erfolg unseres Bestrebens, Arbeitsplatzbedingungen zu verbessern, entscheidend.

Umgang mit Verstößen

Für den Fall, dass Zulieferer gegen unsere Arbeitsplatzstandards verstoßen, verfügen wir über verschiedene Möglichkeiten für Sanktionen. Diese sind in unseren „Richtlinien zur Durchsetzung unserer Standards" festgehalten und umfassen:

  • Beendigung des Herstellerrahmenvertrages
  • Aufforderung zur Produktionseinstellung
  • Untersuchung durch unabhängige Organisationen (Drittparteien)
  • Schriftliche Verwarnungen
  • Überprüfung der Auftragsvergabe und
  • Beauftragung spezieller Projekte zur Behebung spezifischer Probleme in Bezug auf die Standardeinhaltung.

Zwei Arten von Verstößen gegen die Standards
Verstöße gegen die Arbeitsplatzstandards sind kategorisiert in sogenannte „Zero Tolerance" („Nulltoleranz") Verletzungen und „Threshold Issues" („Grenzfälle). Unter die erste Kategorie fallen Gefangenenarbeit, ernsthafte, lebensbedrohliche Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen sowie wiederholter oder systematischer Missbrauch. Jede Aufdeckung bzw. Meldung eines solchen Verstoßes zieht eine sofortige und dringende Kontaktaufnahme mit dem Zulieferer nach sich. Bestätigt sich der Vorwurf, verlangen unsere Richtlinien die Beendigung der Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten. Zu der zweiten Kategorie zählen schwerwiegende Verstöße in den Bereichen Beschäftigung, Gesundheit, Arbeitssicherheit oder Umwelt sowie jedwede Kombination dieser Probleme. Unsere Richtlinien sehen in solchen Fällen den Ausschluss eines potenziellen neuen Herstellers von der Produktion oder Sanktionsmaßnahmen für bestehende Zulieferer vor.

Verwarnungssystem
Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Verstößen oder wenn die Fabrikleitung keine ausreichenden Anstrengungen zur Beseitigung der Probleme unternimmt, ziehen wir in Betracht, den betreffenden Zulieferer schriftlich zu verwarnen. In sehr schwerwiegenden Fällen oder in Situationen, denen wir keinerlei Toleranz einräumen („Nulltoleranz"), wird nur ein einziges Schreiben mit der Aufforderung zur Produktionseinstellung an die betroffenen Zulieferer verschickt. In diesem Schreiben informieren wir den Lieferanten darüber, dass das Sozial- und Umweltteam der adidas Gruppe die Beendigung des Geschäftsverhältnisses nahegelegt hat.

Verstöße gegen Beschäftigungs- und Arbeitssicherheits- und Gesundheitsstandards im Jahr 2015
Die folgende Grafik zeigt Verstöße gegen Beschäftigungsstandards auf, die während der Vorabprüfung bei potenziell neuen Lieferanten identifiziert wurden. Zwei Drittel der Ergebnisse entfallen auf die Bereiche "Löhne", "Sozialleistungen” und „Arbeitszeiten/Überstunden”.

Neben der Ermittlung von Verstößen gegen unsere Arbeitsplatzstandards konzentrieren sich unsere Mitarbeiter bei ihren Kontrollen auf das Vorhandensein und die Umsetzung von Managementsystemen in den Betrieben. Sie achten dabei insbesondere auf systemische Mängel bei der Einhaltung von Richtlinien und Prozessen in Bezug auf die Arbeitsplatzstandards, wie etwa Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Koalitionsfreiheit oder Diskriminierung. In der unteren Grafik spiegeln sich deshalb diese systemischen Mängel wider, und nicht so sehr die Aufdeckung von Zuwiderhandlungen gegen unsere Arbeitsplatzstandards, wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Diskriminierung.

Top 10 Verstöße im Bereich Beschäftigung festgestellt bei Vorabprüfungen potentiell neuer Lieferanten in 2015

Die zweite Grafik zeigt die Verstöße im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit bei potentiell neuen Herstellern. Feuer- und elektrische Sicherheit sind kritische Bereiche für jeden potenziellen neuen Lieferanten und machten 20% der Verstöße im Jahr 2015 aus. Die Art, wie Chemikalien gelagert und verwendet werden, einschließlich der Existenz von verbotenen Chemikalien, stellten 15% der Verstöße dar. Weitere 17% der Ergebnisse deuteten auf einen Mangel an Managementsystemen, Richtlinien und Verfahren, die Nichteinhaltung unserer Workplace Standards (Arbeitsplatzstandards) und unserer Erwartungen in Bezug auf effektive Gesundheits-und Sicherheitssysteme, einschließlich der Rekrutierung und Bindung von qualifiziertem Sicherheitspersonal, hin.

Top 10 Verstöße im Bereich Gesundheit und Arbeitssicherheit festgestellt bei Vorabprüfungen potentiell neuer Lieferanten in 2015