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Umgang mit unserer Beschaffungskette

Wir verfolgen einen detaillierten Ansatz im Umgang mit unseren Zulieferern.

Da unsere Beschaffungskette umfangreich, mehrschichtig und komplex ist, verfolgen wir einen detaillierten Ansatz im Umgang mit unseren Zulieferern. Neben unseren eigenen Mitarbeitern spielen die Beschäftigten in den Fabriken unserer Zulieferer eine zentrale Rolle in unserem Nachhaltigkeitsprogramm. Aus Sorge um ihre Arbeitsplatzbedingungen und ihr Wohlergehen haben wir Arbeitsplatzstandards für unsere Beschaffungskette („Workplace Standards“) entwickelt, die neben sozialen Standards auch die Arbeitssicherheit und -gesundheit der Beschäftigten sowie umweltbewusste Betriebsabläufe gewährleisten sollten.

Zur Durchsetzung unserer Standards verfügen wir über einen mehrstufigen Überwachungsprozess, einschließlich eines innovativen Systems zur Bewertung unserer Lieferanten. Die Ergebnisse dieser Beurteilung teilen wir unserer Beschaffungsabteilung mit, die daraufhin entscheidet, ob und in welchem Umfang die Geschäftsbeziehung mit einem Zulieferer fortgesetzt wird.

Das folgende Dokument gibt einen Überblick über die Entwicklung unseres Programmes zur Einhaltung von Standards in unserer Beschaffungskette in den vergangenen Jahren. 

AUFBAU DER BESCHAFFUNGSKETTE

Unsere Beschaffungskette hat nicht nur globale Reichweite, sondern setzt sich auch aus mehreren Ebenen zusammen. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Geschäftspartnern, wobei wir mit einigen direkte Geschäftsbeziehungen eingehen, mit anderen hingegen nicht.

Im Jahr 2015 waren die fünf Spitzenländer pro Region im Hinblick auf die Anzahl der Produktionsstätten:

  • Amerika (25%): USA, Brasilien, Kanada, Argentinien und Mexiko
  • Asien (65%): China, Korea, Vietnam, Indonesien und Japan
  • EMEA (10%): Deutschland, Türkei, Italien, Südafrika und Spanien.

 

Unterschiedliche Geschäftsbeziehungen

Wie effektiv wir hinsichtlich der Einhaltung unserer Standards auf unsere Zulieferer einwirken können, hängt von der Intensität unserer Partnerschaft ab und ist oft proportional zu Umfang und Regelmäßigkeit der erteilten Aufträge.

  • Direktes Beschaffungsmodell: Wir unterhalten direkte vertragliche Geschäftsbeziehungen zu unseren Hauptzulieferern, die von unserer Beschaffungsorganisation Global Operations zentral überwacht werden. Global Operations ist eine Konzernfunktion, verantwortlich für Produktentwicklung, Vermarktung, Vertrieb sowie für die Überwachung der Herstellung von Bekleidung, Schuhen und Zubehör für die Marken adidas, Reebok und TaylorMade-adidas Golf. Die Lieferanten der direkten Beschaffungskette produzieren den größten Anteil des gesamten Beschaffungsvolumens des Konzerns.
  • Indirektes Beschaffungsmodell: Der verbleibende Anteil unseres Produktvolumens, es handelt sich dabei um eine geringe Menge, wird über Agenten bezogen oder unter Lizenz hergestellt. Agenten platzieren ihre Aufträge bei ihren bevorzugten Lieferanten, wohingegen Lizenznehmer entweder direkt bei den Zulieferern bestellen oder zwischengeschaltete Agenten einsetzen. Unsere indirekte Beschaffungskette ergänzt unsere direkte Beschaffung, indem sie spezifische Anforderungen erfüllt, die von Global Operations nicht abgedeckt werden können.
  • Produktion für lokale Märkte: Die Tochtergesellschaften der adidas Gruppe haben, um kurzfristige Absatzmöglichkeiten auf ihren lokalen Märkten schnell ergreifen, die Anforderungen eines Nischenmarkts erfüllen oder in einigen Fällen auf bestimmte Handelsbestimmungen reagieren zu können, auch die Möglichkeit, bei lokalen Zulieferern einzukaufen, die nicht von unserer Konzernfunktion Global Operations überwacht werden. Um jedoch für die adidas Gruppe produzieren zu dürfen, benötigen diese Zulieferer eine entsprechende Genehmigung von unserem Sozial- und Umweltteam.

Arten von Lieferanten

Unsere Zulieferer lassen sich in fünf Kategorien einordnen:  

  • Hauptzulieferer. Diese haben eine direkte vertragliche Geschäftsbeziehung zur adidas Gruppe und stellen Produkte für den Export oder den lokalen Markt her.
  • Subunternehmen. Dies sind von unseren Zulieferern beauftragte Herstellerbetriebe; sie übernehmen die Fertigungskapazitäten, die von den Hauptzulieferern in deren eigenen Produktionsstätten nicht abgedeckt werden können.
  • Rohstofflieferanten und Dienstleister. Zulieferer, die unter Umständen keine direkte Geschäftsbeziehung zum adidas Konzern haben, von denen unsere Hauptzulieferer jedoch Waren und Dienstleistungen beziehen.
  • Lizenznehmer. Drittunternehmen, die Produkte unter Lizenz der adidas Gruppe entwerfen, herstellen und vertreiben. Im Jahr 2014 arbeiteten wir mit 67 Lizenznehmern zusammen, deren Zulieferer Produkte in 448 Betrieben in 49 Ländern herstellten.
  • Agenten. Unabhängige Unternehmen, die als Zwischenhändler agieren. Sie entscheiden, wo Produkte hergestellt werden, kümmern sich um die Herstellungsprozesse und verkaufen die fertigen Produkte an die adidas Gruppe.

Zusammenarbeit mit Zulieferern

  • Überprüfung der Einhaltung von Standards: Um zu überprüfen, ob die Zulieferer unsere Arbeitsplatzstandards einhalten, führen das SEA-Team der adidas Gruppe sowie externe Fachleute Besuche und Audits in den Produktionsstätten durch. Darüber hinaus verifizieren unabhängige Prüfer die Ergebnisse und evaluieren unsere Programmaktivitäten, um unseren Verhaltenskodex für die Beschaffungskette zu implementieren. Unser Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten zu verbessern. Deshalb unterstützen wir unsere Zulieferer und bieten ihnen Schulungen und Kompetenzbildungsprogramme an, die von unseren eigenen Mitarbeitern oder von anderen Stakeholdern und externen Dienstleistern durchgeführt werden.
  • Auswahl neuer Lieferanten: In enger Zusammenarbeit mit unserer Konzernfunktion Global Operations sowie anderen Beschaffungseinheiten werden alle potenziellen neuen Lieferanten durch das SEA-Team der adidas Gruppe bewertet. Dadurch möchten wir sicherstellen, dass neue Zulieferer unsere Standards einhalten. Unsere Beschaffungsabteilung kann Aufträge nur dann an neue Zulieferer vergeben, wenn das SEA-Team zuvor seine Zustimmung gegeben hat. Sollte ein Zulieferbetrieb unsere Standards nicht erfüllen, wird er abgelehnt. Falls jedoch nur geringfügige Verstöße vorliegen, die leicht behoben werden können, räumen wir dem Hersteller eine Frist ein. Anschließend statten wir dem Betrieb einen erneuten Besuch ab und kontrollieren, ob die Missstände beseitigt wurden. Ist dies der Fall, erhält der Zulieferbetrieb unsere Genehmigung und darf für die adidas Gruppe produzieren. Mit strengen Auflagen für potenzielle neue Zulieferer stellen wir sicher, dass wir nicht mit Herstellern zusammenarbeiten, deren Arbeitsbedingungen unzureichend sind und die nicht in der Lage sind, inakzeptable Bedingungen zu verbessern.
  • Belohnung für gute Leistung: Auch nach der Genehmigung neuer Fabriken werden die Arbeitsbedingungen von uns weiter überprüft. Wir kontrollieren in regelmäßigen Abständen die Leistung jener Zulieferbetriebe, die direkt für die adidas Gruppe produzieren. Dabei interessiert uns vor allem, ob der Hersteller sich um weitere Verbesserungen bemüht, Schulungen für die Beschäftigten anbietet sowie unsere Erwartungen in Bezug auf den fairen Umgang mit Arbeitnehmern bzw. die Sicherheit am Arbeitsplatz erfüllt. Jeder Betrieb erhält jeweils am Jahresende eine Bewertung, die an unsere Beschaffungsabteilung weitergeleitet wird. Diese Beurteilung fließt dann in eine Gesamtbewertung des Lieferanten ein, die sich aus anderen Indikatoren wie etwa Qualität und Einhaltung von Lieferzeiten zusammensetzt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse entscheidet unsere Beschaffungsabteilung dann über die zukünftige Auftragsvergabe. Unsere Hersteller sollen wissen, dass wir bei guter Leistung und Einhaltung unserer Standards unsere Geschäftsbeziehung mit ihnen fortführen und weiterhin Aufträge erteilen werden. Dies sind unsere Anreize, wir verfügen jedoch auch über Sanktionen.
  • Maßnahmen bei unzureichender Umsetzung unserer Standards: Sollten wir bei der Überprüfung einer Fabrik feststellen, dass die Betriebsleitung die Beschäftigten unfair behandelt, dass Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz nicht gewährleistet sind oder der Betrieb den Umweltanforderungen nicht nachkommt, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen. Zunächst erteilen wir eine schriftliche Verwarnung und fordern den Lieferanten auf, die festgestellten Probleme zu beheben. Sollte dies nach der ersten Verwarnung nicht geschehen, erhält der Betrieb eine zweite schriftliche Verwarnung und wir stoppen sämtliche Aufträge. Falls wir uns zu einer dritten Verwarnung gezwungen sehen, teilen wir unserer Beschaffungsabteilung mit, dass die Zusammenarbeit mit diesem Hersteller einzustellen ist. Sollten wir in einem Betrieb gravierende Probleme feststellen, z. B. lebensbedrohliche Sicherheitsprobleme am Arbeitsplatz, können wir unsere Geschäftsbeziehung auch unverzüglich beenden. In derartigen Fällen benachrichtigen wir die zuständige lokale Behörde und bitten um Hilfe bei der Beseitigung der von uns festgestellten Probleme. Diesen gesamten Prozess bezeichnen wir auch als 'Durchsetzung der Arbeitsplatzstandards'.
  • Informationen für die Beschäftigte: Damit wir faire, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sicherstellen können, müssen die Beschäftigten die Möglichkeit haben, Beschwerden im Vertrauen zu äußern. Alle genehmigten Produktionsstätten müssen offene Briefe an den schwarzen Brettern aushängen, in denen Ansprechpartner für die Anliegen der Beschäftigten aufgelistet sind. Außerdem muss aus den Briefen klar hervorgehen, dass wir ihnen bei Problemen in ihrem Betrieb Unterstützung anbieten, falls dies über die üblichen Betriebsabläufe nicht möglich ist. Darüber hinaus werden lokale Telefonnummern und Adressen genannt, an die sich die Beschäftigten im Falle von Problemen wenden können. Diese Telefon-Hotlines werden zum Teil von gemeinnützigen Organisationen betrieben, in anderen Fällen werden die Anrufe von unseren eigenen Mitarbeitern entgegengenommen, die sich dann um die Anliegen der Arbeitnehmer kümmern. Wir investieren viel Zeit in den Umgang mit Anrufen oder Beschwerden seitens der Beschäftigten zu schwerwiegenden Problemen wie etwa falsche Lohn- oder Gehaltszahlungen, Nichteinhaltung der zulässigen Arbeitszeiten, unrechtmäßige Kündigungen usw. Im Jahr 2012 haben wir bei einem unserer Zulieferer in Indonesien ein neues Pilotprojekt zur Kommunikation zwischen Management und Belegschaft eingeführt. Die Beschäftigten können sich nun per SMS an eine Hotline wenden, wenn sie ihre Rechte missachtet sehen. Die Telefonnummern der Beschäftigten werden zudem anonym erfasst, sodass die Betriebsleitung Gruppennachrichten versenden kann, in denen die Arbeitnehmer über sicherheitsbezogene Themen oder Richtlinienänderungen informiert werden. Lesen Sie mehr über dieses Pilotprojekt.
  • Zusammenarbeit mit Lizenznehmern: Um weiter in bestimmten Geschäftsfeldern zu wachsen, treffen wir Vereinbarungen mit ausgewählten Firmen über Herstellung, Verkauf und Vertrieb unserer Produkte. Dieses Vorgehen nennen wir Lizenzvergabe. Aufgrund dieser Lizenzvergabe und des Einsatzes von Agenten verfügt die adidas Gruppe über zahlreiche indirekte Zulieferbeziehungen. Diese Betriebe arbeiten also nicht direkt mit der adidas Gruppe zusammen, sondern mit anderen Unternehmen. Wir fordern von unseren Lizenznehmern und Agenten, dass sie unseren Ansatz zur Überwachung der Beschaffungskette übernehmen und die Herstellerbetriebe ihrer Lieferketten durch geeignetes Personal überprüfen sowie Unterstützung zur Einhaltung unserer Standards und Richtlinien anbieten. In vielen Fällen lassen die Unternehmen, die für unsere indirekten Zulieferer verantwortlich sind, die Fabriken durch externe soziale Prüfungsfirmen überprüfen. Diese Berater nennen wir 'externe Prüfer'.

ÜBERWACHUNG

Während der letzten 19 Jahre haben wir fortlaufend unsere Methoden, Instrumente und Techniken optimiert, um Betriebe zu kontrollieren und unsere Zulieferer bei der Einhaltung von Arbeitsplatzstandards zu unterstützen. Unter anderem werden interne und externe Kontrollen in den Fabriken unserer Lieferanten durchgeführt. Wir haben unsere Methoden und Instrumente an die verschiedenen Beschaffungsmodelle der adidas Gruppe angepasst. Dabei handelt es sich um die direkte und indirekte Beschaffung:

  • Mit einer Reihe von Zulieferern haben wir eine direkte vertragliche Geschäftsbeziehung. Langfristig ist unsere Strategie darauf ausgerichtet, diesen Zulieferern ein sozial- und umweltverträgliches Handeln in eigener Regie zu ermöglichen. Zur Unterstützung dieser Lieferanten führen wir Fabrikinspektionen durch, wobei Risiken beurteilt und die Ursachen für die Nichteinhaltung von Standards identifiziert werden. So kann das Engagement und der Einsatz des Managements für die Standardeinhaltung und die Effektivität der in den Betrieben umgesetzten Maßnahmen bewertet werden, was wiederum eine genauere Einschätzung des Trainingsbedarfs ermöglicht. Die Betriebe müssen strategische Pläne zur Standardeinhaltung aufstellen, in denen sie darlegen, wie sie dauerhaft unsere Anforderungen an Arbeitsplatzstandards erfüllen wollen. Diese Pläne umfassen Ziele, programmatische Maßnahmen, geplante Investitionen und Zeitpläne. Die Leistung der Zulieferbetriebe wird jährlich anhand eines Leistungsindikators gemessen, der wiederum mit den Bewertungssystemen unserer Beschaffungsorganisation verknüpft ist.
  • Einige Geschäftseinheiten der adidas Gruppe schalten jedoch bei der Produktbeschaffung Agenten oder andere Vermittler dazwischen. Außerdem entwickeln wir neue Absatzmöglichkeiten mit Lizenznehmern, die eigenständig für die Herstellung der Produkte verantwortlich sind. Diesen Prozess bezeichnen wir als die indirekte Beschaffung von Produkten. Die verschiedenen Geschäftseinheiten der adidas Gruppe sind verpflichtet, Dreijahrespläne einzureichen, aus denen ihre Strategien, Programme und Maßnahmen hervorgehen, mit denen sie die Einhaltung der Standards in ihren indirekten Beschaffungsketten sicherstellen. Darüber hinaus müssen sie Audits durch von adidas genehmigte externe Prüfer in Auftrag geben, bei denen die Initiativen zur Einhaltung der Standards überprüft werden. Anschließend führen wir anhand eines umfassenden Bewertungsbogens eine jährliche Leistungsbewertung der Lizenznehmer durch.

Zur Überprüfung und Bewertung von Zulieferern bei der Einhaltung von Umweltstandards verwenden wir ein detailliertes Bewertungsinstrument (Environmental Assessment Tool) sowie ergänzende Richtlinien zur Behebung von Verstößen. Die Ergebnisse dieser Kontrollen werden dann in einem speziellen ökologischen Leistungsindikator zusammengefasst und widergespiegelt. Zulieferer, die in ihrem Betrieb einen speziellen Nachhaltigkeitsverantwortlichen ernannt haben und sich bewusst darum bemühen, Probleme im ganzheitlichen Kontext zu bewältigen (d. h. Berücksichtigung von sozialen Aspekten, Sicherheit und Gesundheit sowie Umweltschutz), erzielen im Allgemeinen bessere Ergebnisse in Bezug auf ihren ökologischen Leistungsindikator. Unser Ziel ist es, auch andere Lieferanten dazu anzuregen, diese vorbildliche Maßnahme im Betrieb umzusetzen. Wir werden den Leistungsindikator weiterhin nutzen, um Richtwerte für unsere Zulieferer aufzustellen, und zugleich gemeinsam mit ihnen Verbesserungsmöglichkeiten anzugehen.

ERFASSUNG VON RISIKEN

Die Erfassung der Risiken (Risk-Mapping) für unsere Beschaffungskette ist ein sehr effektives Instrument, um sicherzustellen, dass alle unsere Zulieferer umwelt- und sozialverträglich produzieren und dabei vernünftig mit unseren Ressourcen umgehen. Das Risk-Mapping kombiniert regelmäßige Prozesse, um Verbesserungen systematisch mit Ad-hoc-Tools nachzuverfolgen und zu unterstützen, damit wir in kritischen Situationen schnell reagieren und mögliche negative Auswirkungen auf die Beschäftigten oder die Umwelt eingrenzen können. Wichtige Informationen für das Risk-Mapping liefern unter anderem die Prüfung der von Regierungen bereitgestellten Datenbestände, der regelmäßige Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sowie der direkte Dialog mit den Beschäftigten. Zur Früherkennung von Risiken in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte sowie die Umwelt beobachten und überwachen wir die Länder, von denen wir Produkte beziehen, und die Zulieferer, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten. Wir erstellen Länder- und Fabrikprofile, die Aufschluss darüber geben, welche Problembereiche priorisiert werden müssen und in welcher Regelmäßigkeit Überwachungs- und risikomindernde Aktivitäten durchgeführt werden müssen. Wir nutzen folgende spezifische Risk-Mapping-Ansätze und -Instrumente:

  • Risikobewertung auf Länderebene: Wir erarbeiten Länderprofile anhand von umfassenden Due-Diligence-Prozessen. Die Länder werden nach hohem oder niedrigem Risikowert kategorisiert. Die Zulieferer in Ländern mit hohem Risiko müssen mindestens alle zwei Jahre einmal geprüft werden.
  • Risikobewertung auf Ebene der Geschäftseinheiten: Die Leistungsbeschreibung jeder Geschäftseinheit im strategischen Compliance-Plan und den Report-Cards zeigt, welche Performance- und Compliance-Risiken für die jeweilige Geschäftseinheit bestehen. Dies wirkt sich auf die Häufigkeit der Leistungsprüfungen aus und hat Auswirkungen auf die langfristige Geschäftsentwicklung.
  • Risikobewertung auf Ebene der Fabriken: Es werden regelmäßig Audits, KPI-Beurteilungen und Risikoanalysen durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen werden die Häufigkeit weiterer Audits sowie der Grad der Zusammenarbeit mit der Fabrik festgelegt.
  • Krisenprotokoll: Die Geschäftseinheiten und Fabriken nutzen dieses Instrument, um detailliert über risikoreiche Sachverhalte Bericht zu erstatten. Anhand der erhaltenen Informationen entscheiden wir fallweise über Besuche, Audits oder andere Interaktionsmaßnahmen mit der Geschäftseinheit oder der Fabrik.
  • Monatliche Berichterstattung: Wir berichten monatlich an die oberste Führungsebene der adidas Gruppe. Je nach Sachverhalt kann dies fallweise zu weiteren Maßnahmen führen.
  • Beschwerdemechanismen: Fabrikbeschäftigte und andere Parteien können das SEA-Team über die auf Postern ausgehängte Nummer sowie externe Beschwerdemechanismen erreichen. Wir nehmen alle Informationen über die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die wir von Beschäftigten und anderen Parteien erhalten, sehr ernst und sorgen dafür, dass wir ihnen sichere und einfache Kommunikationskanäle zur Verfügung stellen, mit denen sie sich mit uns in Verbindung setzen können. Basierend auf den erhaltenen Informationen entscheiden wir dann, ob weitere Besuche, Audits oder andere Interaktionsmaßnahmen mit der Geschäftseinheit oder Fabrik notwendig sind.

VERIFIZIERUNG

DER STANDARD- EINHALTUNG

Zusätzlich zu unseren eigenen Inspektionen setzen wir auf die unabhängige und unangekündigte Kontrolle durch Dritte. Dadurch können wir die Glaubwürdigkeit unseres Programms nachweisen und unseren Stakeholdern verifizierte Informationen vorlegen. Als Mitglied der Fair Labor Association (FLA) unterliegt der adidas Konzern der Prüfung durch unabhängige Prüfer und ist dem Beschwerdesystem und der öffentlichen Berichterstattung der FLA verpflichtet. Im Jahr 2005 wurde das Kontrollsystem der adidas Gruppe erstmalig von der FLA akkreditiert. Drei Jahre später fand dann eine erneute Akkreditierung statt. Diese Entscheidung basierte auf der unabhängigen Überwachung von Zulieferbetrieben sowie auf Verifizierungsberichten der Zulieferstandorte. Zusätzlich dienten auch sorgfältige Prüfungen der relevanten Protokolle, der Schulungsprogramme und der Prüfungssysteme als Grundlage. Seit unserem Beitritt zur FLA wurden mehr als 300 unabhängige Kontrollen bei unseren Zulieferbetrieben durchgeführt. Lesen Sie mehr über das Programm auf der FLA-Internetseite.
BEWERTUNG DER ZULIEFERER

Wir kontrollieren unsere Lieferanten anhand unserer „Workplace Standards" und bewerten sie dann entsprechend der Audit-Ergebnisse. Dabei beurteilen wir auf innovative Weise inwiefern ein Zulieferer faire, gesunde und umweltverträgliche Arbeitsbedingungen in seinem Betrieb zur Verfügung stellt. Mit einem Leistungsindikator (Key Performance Indicator, KPI) beurteilen wir sechs grundlegende Elemente zur Einhaltung unserer Standards: Engagement des Managements, Qualität der vorhandenen Managementsysteme, Kommunikation zwischen Belegschaft und Management, Schulungen für die Beschäftigten, Transparenz in der Berichterstattung sowie Bewertung der Maßnahmen zur Standardeinhaltung. Ein Zulieferer wird auf einer Skala von 1 bis 5 (wobei 5 die beste Bewertung ist) mit einem sogenannten C-Rating beurteilt und dann in eine von den drei folgenden Kategorien eingeordnet:

  • Risikomanagement: Diese Kategorie umfasst die Zulieferer mit der schlechtesten Bewertung. Wir helfen diesen Betrieben intensiv, ihre Leistung zu verbessern. Reagieren die Betriebe auf unsere Bemühungen, sodass sich die Leistung verbessert, steigen sie in die Kategorie „Partnerschaft“ auf. Andernfalls fahren wir unsere Geschäftsbeziehung mit dem Zulieferer herunter und beenden sie schließlich ganz.
  • Partnerschaft: Diese Kategorie umfasst jene Zulieferer, die von einer umfangreichen Unterstützung bei Schulungen profitieren können. Daher konzentrieren wir uns auf Kompetenzbildungsprogramme, die in Zusammenarbeit mit anderen Markenunternehmen und im Rahmen von Multi-Stakeholder-Programmen durchgeführt werden.
  • Eigenverantwortung: Diese Kategorie umfasst alle Zulieferer, die ein Programm für gute Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen, Gesundheit und Sicherheit sowie die Kommunikation zwischen Belegschaft und Management unterhalten. Diese Lieferanten müssen über interne Richtlinien zur Standardeinhaltung verfügen, diese in der Praxis umsetzen sowie transparent über ihre Aktivitäten berichten.
AUFTRAGSVERGABEDie Ergebnisse unserer Lieferantenbewertung fließen in die Gesamtbewertung des Zulieferers ein, die wiederum ausschlaggebend für unsere Beschaffungsabteilung in Bezug auf die weitere Auftragsvergabe ist. Dieser Prozess ist sehr wichtig, da wir dadurch gegenüber unseren Geschäftspartnern verdeutlichen, dass ihr Ergebnis bei der Einhaltung von Arbeitsplatzstandards Einfluss auf die Fortsetzung der Geschäftsbeziehung hat. Diese Transparenz und die Einbindung in Beschaffungsentscheidungen sind für den Erfolg unseres Bestrebens, Arbeitsplatzbedingungen zu verbessern, entscheidend.
UMGANG MIT VERSTÖSSEN

Für den Fall, dass Zulieferer gegen unsere Arbeitsplatzstandards verstoßen, verfügen wir über verschiedene Möglichkeiten für Sanktionen. Diese sind in unseren „Richtlinien zur Durchsetzung unserer Standards" festgehalten und umfassen:

  • Beendigung des Herstellerrahmenvertrages
  • Aufforderung zur Produktionseinstellung
  • Untersuchung durch unabhängige Organisationen (Drittparteien)
  • Schriftliche Verwarnungen
  • Überprüfung der Auftragsvergabe und
  • Beauftragung spezieller Projekte zur Behebung spezifischer Probleme in Bezug auf die Standardeinhaltung.

Zwei Arten von Verstößen gegen die Standards
Verstöße gegen die Arbeitsplatzstandards sind kategorisiert in sogenannte „Zero Tolerance" („Nulltoleranz") Verletzungen und „Threshold Issues" („Grenzfälle). Unter die erste Kategorie fallen Gefangenenarbeit, ernsthafte, lebensbedrohliche Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen sowie wiederholter oder systematischer Missbrauch. Jede Aufdeckung bzw. Meldung eines solchen Verstoßes zieht eine sofortige und dringende Kontaktaufnahme mit dem Zulieferer nach sich. Bestätigt sich der Vorwurf, verlangen unsere Richtlinien die Beendigung der Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten. Zu der zweiten Kategorie zählen schwerwiegende Verstöße in den Bereichen Beschäftigung, Gesundheit, Arbeitssicherheit oder Umwelt sowie jedwede Kombination dieser Probleme. Unsere Richtlinien sehen in solchen Fällen den Ausschluss eines potenziellen neuen Herstellers von der Produktion oder Sanktionsmaßnahmen für bestehende Zulieferer vor.

 

Verwarnungssystem
Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Verstößen oder wenn die Fabrikleitung keine ausreichenden Anstrengungen zur Beseitigung der Probleme unternimmt, ziehen wir in Betracht, den betreffenden Zulieferer schriftlich zu verwarnen. In sehr schwerwiegenden Fällen oder in Situationen, denen wir keinerlei Toleranz einräumen („Nulltoleranz"), wird nur ein einziges Schreiben mit der Aufforderung zur Produktionseinstellung an die betroffenen Zulieferer verschickt. In diesem Schreiben informieren wir den Lieferanten darüber, dass das Sozial- und Umweltteam der adidas Gruppe die Beendigung des Geschäftsverhältnisses nahegelegt hat.

 

Informationen über Verstöße gegen Beschäftigungs- und Arbeitssicherheits- und Gesundheitsstandards im Jahr 2015 finden Sie in unseren Sustainability Progress Report 2015, S. 70-71.

 

TRAINING

Im Rahmen unserer fortwährenden Bemühungen die Beschaffungskette effektiver und nachhaltiger zu gestalten, haben wir ein System mehrstufiger und funktionsübergreifender Schulungen für unser globales Zuliefernetz eingeführt. Im Jahr 2015 trainierten wir in 120 Schulungenmehr fast 2.000 Beschäftigte und Mitarbeiter von Zulieferbetrieben, Lizenznehmer sowie des adidas Konzerns. Dabei verfolgen wir drei unterschiedliche Ansätze bei den Schulungen:

  • Allgemeine Schulungen: einführende Schulungen zu den „Workplace Standards", zum Umgang mit dem Fair Factories Clearinghouse (FFC), zu dem Verfahren zur Genehmigung neuer Produktionsstätten und zu den Standardbetriebsanweisungen.
  • Spezielle Schulungen: Schulungen zu speziellen Personal-, Gesundheitsschutz-, Arbeitssicherheits- und Umweltfragen sowie zu Kontrollmethoden für potenzielle neue Zulieferer.
  • Schulungen zum Nachhaltigkeitsmanagement: Schulungen zu Leistungsindikatoren und Bewertungsmethoden, Entwicklung strategischer Pläne zur nachhaltigen Einhaltung von Standards sowie zu Verfahren zur Selbstbewertung der Zulieferer.

Wir bieten unseren Zulieferern kontinuierlich Schulungen an, um sie bei der Verbesserung ihrer Leistung in den Bereichen Soziales, Gesundheitsschutz sowie Arbeitssicherheit und Umweltfragen zu unterstützen. Wir konzentrieren unsere Bemühungen auf die nachfolgenden Schlüsselinitiativen:

FAIR FACTORIES CLEARINGHOUSE

Das Fair Factories Clearinghouse (FFC) ist ein externes, nicht gewinnorientiertes Programm, das über verschiedene Technologien verfügt, mit denen die Mitglieder Informationen untereinander austauschen, in Produktivitätsfragen zusammenarbeiten und sichere, humane Arbeitsbedingungen fördern können. Das Sozial- und Umweltteam der adidas Gruppe schult ausgewählte Betriebe im Umgang mit dem FFC-System, wodurch mehr Transparenz in der Berichterstattung ermöglicht wird. Die adidas Gruppe ist seit 2006 aktiv am FFC beteiligt und nutzt die Plattform seit 2008 unter anderem dafür, Auditinformationen über Zulieferer mit anderen FFC-Mitgliedsunternehmen auszutauschen.

Lesen Sie mehr über das FFC-Programm.

BETTER WORK PROGRAMM

„Better Work" (BW) ist eine einzigartige globale Partnerschaft zwischen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und der International Finance Corporation (IFC). Dieses Programm vereint den Erfahrungsschatz der IAO in Bezug auf Beschäftigungsstandards mit den Kenntnissen der IFC bei der Entwicklung der Privatwirtschaft. Das im Februar 2007 angelaufene Programm zielt auf die Verbesserung der Einhaltung von Beschäftigungsstandards und der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb globaler Beschaffungsketten ab. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie internationalen Einkäufern.

Seit 2007 werden alle Bekleidungsfabriken der adidas Gruppe in Kambodscha regelmäßig von „Better Work" kontrolliert. Derzeit nehmen in Kambodscha zehn Fabriken am Programm teil. Im Juni 2009 führte BW sein Programm auch in Vietnam ein; momentan sind hier 14 Zulieferer der adidas Gruppe für das Programm eingeschrieben und haben sich somit zu regelmäßiger externer Kontrolle verpflichtet. Darüber hinaus sind wir aktiv am neu eingeführten „Better Work" Programm in Indonesien beteiligt, bei dem vier Bekleidungszulieferer für die Teilnahme an Schulungen und Kompetenzbildungsprogrammen nominiert wurden. Lesen Sie mehr über das „Better Work" Programm.

PERSONALMANAGEMENT-SYSTEME

Unsere langjährigen Erfahrungen mit Fabrikkontrollen haben gezeigt, dass es in Betrieben im asiatisch-pazifischen Raum an grundlegenden Personalsystemen mangelt. Die Einführung komplexerer Produktionsprozesse, wie beispielsweise schlanke Fertigung, erforderte die Anpassung der Personalpraktiken bei den Zulieferern.

Das Schulungsprogramm zu Personalmanagementsystemen wurde 2006 eingeführt und konzentriert sich auf die Schulung von Führungskräften unserer Zulieferer im asiatisch-pazifischen Raum, insbesondere in China und Vietnam. Die Trainingsschwerpunkte drehen sich um wesentliche Elemente von Personalmanagementsystemen wie zum Beispiel Einstellungsverfahren, Vergütung und Sozialleistungen, Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, Leistungsmanagement sowie Personalplanung. In den Fabriken hat das Programm zur Steigerung der Betriebseffizienz sowie zu einer höheren Zufriedenheit und Moral bei den Beschäftigten beigetragen.

Zudem haben wir die Module zu Koalitionsfreiheit und Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen überarbeitet, sodass sie noch enger mit dem Überwachungsinstrument der Sustainable Compliance Initiative der FLA verknüpft sind. Die Ergebnisse unterstützen die langfristige Einhaltung sozialer Standards in der Beschaffungskette.

AKADEMIE FÜR UMWELT- UND ARBEITSSCHUTZ

Die Rekrutierung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz stellt seit Langem eine kontinuierliche Herausforderung für unsere Zulieferer dar. Dies gilt besonders für Länder mit einem Mangel an geschultem Fachpersonal. Angesichts der hohen Fluktuation unter den von den Betrieben ernannten Sicherheitsverantwortlichen wurde offensichtlich, dass die von uns durchgeführten Schulungen nicht nachhaltig waren und dass ein verstärkt institutioneller Ansatz benötigt wurde, um die Fähigkeiten auf Branchenebene aufbauen zu können.

Im Jahr 2007 gingen wir und verschiedene andere globale Unternehmen eine Partnerschaft mit der International Sustainable Community (ISC) – eine in den USA ansässige Nichtregierungsorganisation – ein, mit dem Ziel, eine Akademie für Umwelt- und Arbeitsschutz („Environment, Health and Safety Academy") zu gründen, um so die Zahl der qualifizierten EHS-Manager in Südchina zu erhöhen. Die erste Akademie wurde 2009 in den Räumlichkeiten der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Lingnan Universität in Guangzhou gegründet. Im Jahr 2011 öffnete eine zweite Einrichtung in der Provinz Jiangsu ihre Pforten, die ihren Fokus speziell auf ökologische Themen und Energiemanagement richtet. Lesen Sie mehr über die Akademie in China. Die ISC eröffnet eine weitere Akademie in Bangladesch im September 2013, und es gibt Pläne, ein ähnliches Trainingszentrum im Jahr 2014 in Indien einzuführen.

PROGRAMM FÜR ARBEITSSICHERHEITS-

VERANTWORTLICHE

Im Oktober 2010 starteten wir ein neues und verbessertes Programm für Arbeitssicherheitsbeauftragte (Occupational Health and Safety Officer, OHSO), um die technischen Kompetenzen der Sicherheitsteams in den Betrieben unserer wichtigsten Geschäftspartner auszubauen. Das Trainingsprogramm läuft über drei Jahre und besteht aus drei Modulen, die zum einen Grundkenntnisse zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz abdecken, aber auch die Themen Risikoanalyse und Kommunikation sowie  Managementsysteme zum Arbeitsschutz behandeln. An den ersten beiden Modulen nahmen etwa 600 Personen von rund 300 Zulieferern aus sechs Ländern des asiatisch-pazifischen Raums teil. Das dritte Trainingsmodul des Programms wird in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführt werden.
SCHULUNGSPROGRAMM ZU NACHHALTIGER FERTIGUNGDie OECD definiert nachhaltige Fertigung als „Herstellung von Produkten mithilfe von Prozessen, welche negative Umweltauswirkungen minimieren, Energie und natürliche Ressourcen einsparen, für Mitarbeiter, Gemeinden und Verbraucher sicher sowie wirtschaftlich sinnvoll sind“. Bei der Sustainable Manufacturing Initiative (SMI) handelt es sich um ein Projekt mit dem Ziel, die Kompetenzen zu identifizieren und zu entwickeln, die Zulieferer zur Planung, Implementierung und Umsetzung von Aktivitäten und Verbesserungen in der nachhaltigen Fertigung benötigen, damit sie die Ziele der Umweltstrategie 2015 des adidas Konzerns erfüllen können. Das in Indonesien eingeführte Projekt umfasst Schuh- und Bekleidungszulieferer der Stufe 1 und 2.
SCHULUNGEN ZUM ENERGIEMANAGEMENT IN INDONESIEN

Um unsere Zulieferer beim Erreichen der Energieeinsparungsziele bis zu unterstützen, haben die adidas Gruppe und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein IPPP-Projekt (Integrated Public Private Partnership – integrierte öffentlich-private Partnerschaft) namens "Greening Global Supply Chains - Focus on Energy in Indonesia" ins Leben gerufen. Das im August 2011 gestartete Projekt zielte darauf ab, die internen Kompetenzen in den Fabriken so weit auszubauen, dass diese in der Lage sind:

  • ihren Energieverbrauch kontinuierlich zu überwachen und die damit verbundenen Daten zu analysieren
  • Maßnahmen für Kosteneinsparungen vorzuschlagen
  • Energiemanagement-Optionen und die Auswirkungen der ergriffenen Maßnahmen zu identifizieren und zu kontrollieren.

Im Rahmen des Programms wurden Kurse zur Ausbildung von Ausbildern (Train-the-Trainer-Kurse) sowie Netzwerktreffen organisiert. Daneben wurden vorbildliche Maßnahmen (Best Practices) und wichtige Erkenntnisse an die weitere Beschaffungskette der adidas Gruppe sowie die gesamte Branche innerhalb Indonesiens weitergegeben.

Im Mai 2013 lief das Schulungsprogramm aus. Insgesamt sind die Ergebnisse des Projekts vielversprechend, da alle teilnehmenden Zulieferbetriebe eigene interne Energie-Teams eingeführt haben. Durch diese Maßnahmen ging der Energieverbrauch in den Fabriken bereits im ersten Programmjahr zurück. Einige Teilnehmer streben nun sogar eine Zertifizierung der Energiemanagementsysteme ihrer Standorte nach ISO 50001 an. Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf unserem adidas Group Blog.