Umgang mit unseren Zulieferern

Inwiefern wir Veränderungen bezüglich der Einhaltung des Sozial- und Umweltverhaltens beeinflussen können, ist stark von der Art der Beziehung abhängig, welche wir zu unseren Zulieferern unterhalten sowie von dem Umfang der bei ihnen platzierten Aufträge.

Wir unterhalten direkte vertragliche Geschäftsbeziehungen zu unseren Hauptzulieferern, die von Global Operations zentral überwacht werden. Diese Lieferanten sind für den überwiegenden Anteil des gesamten Beschaffungsvolumens des Konzerns verantwortlich und können als unsere ,direkte Beschaffungskette' bezeichnet werden.

Der Rest unserer Produkte wird über Agenten bezogen oder unter Lizenz hergestellt. Agenten bestellen bei ihren bevorzugten Lieferanten, wohingegen Lizenznehmer entweder direkt bei den Zulieferern bestellen oder zwischengeschaltete Agenten einsetzen. Diesen Teil bezeichnen wir als unsere ,indirekte Beschaffungskette'. Mehr über unsere indirekte
Beschaffungskette erfahren Sie in unserer Fallstudie ,Verschiebung der Grenzen'.

Gemeinsam für Veränderungen eintreten - Umgang mit unserer direkten Beschaffungskette

Langfristig ist unsere Strategie darauf ausgerichtet, unseren Zulieferern ein sozial- und umweltverträgliches Handeln in eigener Regie zu ermöglichen. Damit dies gelingt, müssen wir sowohl kontrollierend als auch beratend auftreten - kontrollierend, indem wir prüfen, wie intensiv sich das Management für die Standardeinhaltung einsetzt und wie effektiv die hierfür erforderlichen Programme sind, und beratend, indem wir unseren Zulieferern die nötige Hilfe und Unterstützung geben, um einen Erfolg auf lange Sicht sicherzustellen.

Wir befürworten die Einführung wirksamer Managementsysteme für Personalwesen, Sicherheit, Gesundheit und Umwelt, um kontinuierliche Verbesserung zu einem festen Bestandteil der Aktivitäten unserer Zulieferer zu machen. Für unsere wichtigsten Hauptzulieferer ist die Einführung eines Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit mittlerweile verpflichtend. Die Entwicklung und Umsetzung von Strategien muss in den Händen eines qualifizierten, engagierten und kompetenten mittleren Managements liegen, das die Unterstützung und das Vertrauen der Betriebsleitung genießt. Das Lean-Programm zur Effizienzsteigerung und die Arbeit des SEA-Teams müssen dabei immer eng aufeinander abgestimmt sein und sicherstellen, dass die Systeme der Zulieferer sowohl faire, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen garantieren, als auch zu effizienteren und produktiveren Betriebsabläufen beitragen.

Die Arbeit mit unseren Zulieferern

Während der letzten zehn Jahre haben wir fortlaufend unsere Methoden, Instrumente und Techniken optimiert, um die Einhaltung von Standards in unserer Beschaffungskette zu gewährleisten. Dies sind die zentralen Elemente.

Die Arbeit mit unseren Zulieferern

Ausgehend von unseren ,Workplace Standards' sind dies die Maßnahmen, die wir im Umgang mit unserer Beschaffungskette und zur Verbesserung von Arbeits- und Umweltbedingungen anwenden. [Bild anklicken, um Ansicht zu vergrößern]

Standards und Richtlinien - Wir haben seit zehn Jahren einen Verhaltenskodex für die Beschaffungskette - heute unsere ,Workplace Standards' (Arbeitsplatzstandards). Anhand unserer Erfahrung in der Umsetzung dieser Standards haben wir detaillierte Richtlinien für unsere Zulieferer erstellt, die die gemeinsame Lösung von arbeitsbezogenen Problemen unterstützen.

Training und Kooperation - Wir schulen unsere Zulieferer darin, effektive Managementsysteme einzurichten und eine offene Kommunikation mit ihren Stakeholdern zu betreiben, darunter Regierungsvertreter, Standortgemeinden und die Beschäftigten selbst.

Deshalb bieten wir Schulungen zu Themen wie Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Gesundheit und Umwelt an, die entweder durch das SEA-Team oder qualifizierte externe Dienstleister durchgeführt werden. Die Schulungen können dabei speziell auf die Anforderungen eines einzelnen Zulieferers abgestimmt oder in Gruppenseminaren für mehrere Zulieferer durchgeführt werden. In der Regel überprüfen wir die Wirkungsweise der Schulungen durch anschließende Gespräche mit den Herstellern oder die Überprüfung der Maßnahmen, die sie unternommen haben, um Fortschritte in ihren Betrieben zu erreichen. Zusätzlich organisieren wir Schulungsveranstaltungen mit anderen Markenunternehmen für gemeinsam genutzte Betriebe.

Kontrolle und Verifizierung - Wir haben ein engagiertes Team, das die Einhaltung unserer Standards in den Betrieben überwacht.

Eine nachhaltige Umsetzung der ,Workplace Standards' setzt voraus, dass sich die Betriebsleitung des Zulieferers konsequent für die Einhaltung der Standards engagiert und bereitwillig mit uns zusammenarbeitet.Optimierte Prüfungsmethoden werden es uns erleichtern, Schwächen bei der Einhaltung unserer Standards und deren Ursachen aufzudecken.

Ferner schätzen wir unabhängige Prüfungen durch Dritte, da uns dies wertvolle Anstöße und mehr Glaubwürdigkeit geben kann. So sind wir 1999 der Fair Labor Association (FLA) in den USA beigetreten, einer Organisation ohne Erwerbscharakter, die sich weltweit für bessere Arbeitsbedingungen in Produktionsstätten einsetzt.

In Kooperation mit Unternehmen, Nicht-Regierungsorganisationen und Universitäten hat die FLA einen Arbeitsplatzkodex erstellt, der auf Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) basiert. Ferner beauftragt sie akkreditierte Prüfer, die in unangekündigten Fabrikbesuchen die Einhaltung der Standards kontrollieren.

Bewertung - Wir messen unsere Zulieferer an unseren Standards und stufen ihre Leistung entsprechend ein. Dabei bewerten wir mit innovativen Methoden ihre Fähigkeit, auf effektive Weise faire, gesunde und umweltgerechte Arbeitsbedingungen bereitzustellen.

Auftragsvergabe - Die Ergebnisse fließen in die Gesamtbewertung eines Herstellers ein, die wiederum ausschlaggebend für Auftragsvergaben an Zulieferer ist.

  • Footwear factory, Thailand
  • Schuhfabrik, Thailand
  • Langfristig ist unsere Strategie darauf ausgerichtet, unseren Zulieferern ein sozial- und umweltverträgliches Handeln in eigener Regie zu ermöglichen.