Koalitionsfreiheit
Wir glauben, dass für erfolgreiche Unternehmen eine effektive Kommunikation zwischen Belegschaft und Management unerlässlich ist. Eine klare und transparente Kommunikation ist unabdingbar, damit Arbeitnehmer ihre Anliegen adressieren und gemeinsam mit der Betriebsleitung Probleme und Konflikte am Arbeitsplatz lösen können.
Um eine klarere Anleitung zu liefern und das Verständnis dieser Anforderungen zu vertiefen, haben wir für unsere Zulieferer die Richtlinien zu Beschäftigungsstandards erarbeitet, die Sie auf unserer Internetseite finden. Diese Richtlinien beschäftigen sich in einem eigenen Abschnitt mit Koalitionsfreiheit und Tarifverhandlungen, legen unsere Erwartungen dar und zeigen anhand von Fallstudien und praktischen Aktivitäten, wie eine Einhaltung der Standards erreicht werden kann.
Eine Möglichkeit, diesen Dialog zwischen Belegschaft und Management zu führen, bieten Gewerkschaften. Wir nehmen gegenüber der gewerkschaftlichen Organisierung eine neutrale Haltung ein, äußern uns jedoch positiv und offen zu Koalitionsfreiheit, Tarifverhandlungen und Arbeitnehmerausschüssen als Vertretungsmodell. Wir sind der Meinung, dass das Recht auf Koalitionsfreiheit gewahrt werden muss, und dass keinem Arbeitnehmer Nachteile wegen seiner Mitgliedschaft oder Tätigkeit in einer Arbeitnehmervereinigung entstehen dürfen. Wir haben daher in mehreren Fällen Betriebe dazu bewegt, Beschäftigte wieder einzustellen, denen sie wegen des Versuchs eines Zusammenschlusses gekündigt hatten.
Als Geschäftspartner haben wir unserer Meinung nach nicht das Recht, uns direkt für die Gründung von Arbeitnehmervereinigungen in unseren Zulieferbetrieben einzusetzen. Wir sind uns jedoch der wichtigen Rolle bewusst, die Gewerkschaften bei der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen und der Ausbildung und Schulung zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz spielen können. In den vergangenen Jahren haben wir versucht, uns ein klares Bild über das lokale politische und rechtliche Umfeld in Ländern wie China, Vietnam, Indonesien, El Salvador, Thailand und Bulgarien zu verschaffen.
Kommunikation zwischen Belegschaft und Management messen
Im Jahr 2007 begannen wir mit einer strategischen Untersuchung von Formen des Arbeitnehmermitspracherechts sowie der Haltung des Managements zu dieser Frage. In Zusammenarbeit mit zwei Wissenschaftlern der School of International Relations an der Cornell University überarbeiteten wir die bestehende Maßeinheit für Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Kommunikation in unserem Leistungsindikator. Diese neue Maßeinheit wird unserer Ansicht nach die tatsächliche Fabrikumgebung besser reflektieren und eine Anleitung zur praktischen Korrektur geben.
Wir identifizierten häufige Arbeitsplatzpraktiken in Bezug auf die Kommunikation zwischen Belegschaft und Management in der Beschaffungskette und konnten vier grundlegende Modelle des Arbeitnehmermitspracherechts feststellen:
- Einseitige Kontrolle durch das Management
- Informationsaustausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern
- Konsultationen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern
- Tarifverhandlungen.
In unserem Projekt untersuchten wir daraufhin die direkte Verbindung zwischen dem vorherrschenden Modell des Arbeitnehmermitspracherechts und der Einhaltung unserer Standards. Die Vertragsbedingungen der Zulieferer für ihre Beschäftigten inklusive Einstellung und Kündigung sowie ihre Kommunikation mit den Beschäftigten sind sehr unterschiedlich - je nach dem Modell des Arbeitnehmermitspracherechts in einem Betrieb.
Wir entwickelten daher ein Erfassungsblatt rund um die Zusammenhänge zwischen den vier Grundmodellen des Arbeitnehmermitspracherechts und der Umsetzung relevanter Beschäftigungsstandards. Mitglieder des SEA-Teams werden das Arbeitsblatt in einem Pilotprojekt in bestimmten Regionen einsetzen, um zu testen, ob dieser Ansatz genauere Informationen zu Bewertung der Kommunikation zwischen Belegschaft und Management liefern kann.
- Eine klare und transparente Kommunikation ist unabdingbar, damit Arbeitnehmer ihre Anliegen adressieren und gemeinsam mit der Betriebsleitung Probleme und Konflikte am Arbeitsplatz lösen können.
