Engagement in den USA und in El Salvador

Hintergrund

Mehr als 300 US-amerikanische Universitäten haben mit uns Lizenzverträge über die Herstellung von adidas Markenbekleidung für Studenten abgeschlossen. Alle diese Verträge enthalten Vorgaben und Regelungen bezüglich der Bedingungen, unter denen diese Lizenzprodukte hergestellt werden.

Dialog mit Hochschulen in den USA

Im Jahr 2007 führten wir Dialoge mit Arbeitsausschüssen, verantwortlichen Repräsentanten und Studentengruppen an den Universitäten von Wisconsin, Michigan, Notre Dame und Kalifornien. In erster Linie ging es darum, die Universitäten über unsere Aktivitäten zu informieren. Bei anderen Gelegenheiten wurden aber auch spezielle Bedenken von Studentengruppen angesprochen und diskutiert. Mehrere lizenzierende Universitäten forderten und erhielten Einsicht in die Prüfberichte der Betriebe, in denen ihre Produkte hergestellt werden.

Die University of Wisconsin kritisierte unser Vorgehen im Fall des Betriebs Hermosa in El Salvador und bezweifelte seine Wirksamkeit. Der Betrieb schloss 2005 ohne Vorwarnung, blieb den 250 Beschäftigten Lohnzahlungen und die Bezahlung von Überstunden schuldig und entzieht sich seit mehr als zwei Jahren der Verantwortung, seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Eine mangelnde Durchsetzung der Arbeitsgesetze des Landes durch die Regierung erschwerte die Situation noch zusätzlich. Obwohl der adidas Konzern schon seit 2002 nicht mehr bei Hermosa fertigen ließ, erwartete die University of Wisconsin von uns, dass wir uns in dieser Situation einschalten müssten.

""Wenn das System von adidas so lange braucht, um einen klaren Verstoß gegen das Arbeitsrecht zu regeln, dann ist dieses System offensichtlich unzureichend", schrieb das Mitglied des SLAC der University of Wisconsin Jan Van Tol in der Universitätszeitung The Badger Herald am 29. Oktober 2007.

Dialog mit der Regierung in El Salvador

Welche Schritte haben wir also in El Salvador unternommen, um zu einer Lösung beizutragen? Die sich über sieben Monate hinziehenden Gespräche mit Vertretern der Regierung waren Mitte des Jahres 2006 plötzlich abgebrochen worden. Mehrere E-Mails und Telefonanrufe blieben unbeantwortet. Unsere wichtigste Kontaktperson in der Regierung wurde versetzt. Unterdessen verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der Entlassenen zunehmend. Ihr Recht, bei dem Konkursverfahren an erster Stelle berücksichtigt zu werden, wurde ignoriert. Und die Regierung hielt sich nicht an ihre Versprechen, den Entlassenen den ihnen zustehenden Versicherungsschutz im Krankheitsfall zu gewähren.

Also unternahmen wir Ende Oktober 2007 den ungewöhnlichen Schritt, einen offenen Brief an die Regierung von El Salvador in zwei Zeitungen des Landes zu veröffentlichen. Darin forderten wir die Regierung auf, die Gespräche über den Fall Hermosa wieder aufzunehmen und die mangelnde Durchsetzung ihres eigenen Arbeitsgesetzes und damit der Verfassung des Landes anzuerkennen.

Der Brief zeigte die gewünschte Wirkung. Unsere Gespräche mit dem Arbeits- und Wirtschaftsministerium von El Salvador wurden nach einer Pause von mehr als 12 Monaten im Dezember 2007 wieder aufgenommen. Wir hoffen nun, dass die ehemaligen Beschäftigten von Hermosa endlich die ihnen zustehenden Zahlungen erhalten werden.