Zulieferer-Feedback, Hongkong
Im Jahr 2007 führten wir einen eintägigen Workshop und Stakeholder-Dialog zum Thema Unternehmensverantwortung in Hongkong durch. Die Veranstaltung hatte zwei Ziele: das Nachhaltigkeitskonzept und seine Anwendung im adidas Konzern vorzustellen und Feedback über eine Reihe von Themen zu erhalten, um die Sozial- und Umweltstrategien des Konzerns entsprechend weiterentwickeln zu können. Sechzig Vertreter des mittleren und oberen Managements verschiedener Zulieferbetriebe wie zum Beispiel unsere Produktionspartner, Rohstofflieferanten sowie internationale Transport- und Logistikunternehmen nahmen daran teil. Einige der anwesenden Firmen waren multinationale Betriebe, andere große Zulieferfirmen mit einem oder mehreren Betrieben in Asien. Bei den meisten aber handelte es sich um börsennotierte Unternehmen aus Hongkong und Taiwan.
Zusammenfassung
In der ersten Hälfte des Tages konzentrierten wir uns hauptsächlich auf Informationen über die Herangehensweise des adidas Konzerns an das Thema Unternehmensverantwortung und die Frage, warum sie ein wesentlicher Bestandteil unserer Beziehung mit Zulieferern ist. In der zweiten Tageshälfte konnten sich die Teilnehmer genauer mit Fragen und Problemen zu folgenden Themen beschäftigen:
- Umwelt
- Veränderungen im chinesischen Arbeitsrecht
- Gesellschaftliches Engagement
- Unternehmensverantwortung aus der Perspektive der Zulieferer in China.
Moderatoren
Der Dialog am Nachmittag wurde moderiert von CSR Asia, einem sozialen Unternehmen aus Hongkong. Experten für Arbeitsrecht, Umweltfragen und gesellschaftliches Engagement von CSR Asia boten eine Reihe paralleler Workshops an. Die Zulieferer nahmen jeweils an den Sitzungen teil, die für sie besonders interessant und relevant waren.
Ergebnisse
Das neue Arbeitsgesetz
Die Zulieferer äußerten zahlreiche Bedenken bezüglich der Veränderungen im chinesischen Arbeitsrecht, zum Beispiel:
- Ungenügende Vorlaufzeit
- Personalpolitik und Beziehung zu den Beschäftigten (einschließlich Arbeitsverträge, Renten- und Sozialversicherung, Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit, Aufbau wirksamer Beziehungen zu den Angstellten, Gewerkschaften)
- Kosten
- Bedenken wegen Unwägbarkeiten
- Der explizite Wunsch, die Interpretation des neuen Gesetzes durch den adidas Konzern besser zu verstehen.
Vorschläge für mögliche Aktivitäten des adidas Konzerns und seiner Zulieferer waren:
- Klare Kommunikation seitens des adidas Konzerns bezüglich seiner Haltung, Interpretation und Erwartungen im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz
- Einrichtung eines Netzwerks für Informationsaustausch und Dialog
- Unterstützung einer Kostenanalyse, um die Implikationen des neuen Gesetzes besser zu verstehen
- Entwicklung eines koordinierten Vorgehens zusammen mit anderen Markenunternehmen
- Kompetenzbildung.
Umwelt
Die wesentlichen Bedenken der Zulieferer im Zusammenhang mit der Umwelt bezogen sich auf folgende Themen: Wasser, Energieverbrauch, Lärm, Abfall, Verpackung, Designs, Kompetenzaufbau und gesetzliche Bestimmungen.
Vorschläge seitens der Teilnehmer zu möglichen Aktivitäten des adidas Konzerns und der Zulieferer (je nach Unternehmen, Sektor etc.) waren:
- Einbeziehung von Umweltfragen in die Preisberechnung
- Zusammenarbeit mit anderen Markenunternehmen, um Veränderungen zu erreichen
- Aufklärung der Konsumenten
- Entwicklung umweltfreundlicher und fair gehandelter Produkte
- Sparsamerer Einsatz von Verpackungsmaterialien und Produktetiketten
- Kompetenzbildung in der Beschaffungskette durch Workshops und andere Foren
- Erwägung verschiedener Ansätze für den Umgang mit Überbeständen, z. B. durch Rückkauf
- Fortsetzung und Weiterentwicklung des Stakeholder-Dialogs
- Maximierung der Aufträge, Minimierung von Mustern, Recycling wo möglich.
Gesellschaftliches Engagement
Bezüglich des Engagements in den Kommunen als einem Aspekt der sozialen Verantwortung von Unternehmen gab es unterschiedliches Interesse und Verständnis. Es wurden Fragen diskutiert wie:
- Unterschiedliches Niveau des Problembewusstseins und des Verständnisses
- Ungewissheit bezüglich der Vorteile
- Notwendigkeit der Unterstützung durch führendes Management und Hilfe von extern
- Mangel an Erfahrung in der Arbeit mit gesellschaftlichen Kräften
- Entscheidung auf ad hoc Basis versus systematisches Vorgehen
- Unsicherheiten bezüglich Definitionen
- Konzentration des Engagements auf arbeitsbezogene Probleme
- Einbeziehung der Regierung.
Aktivitäten, die der adidas Konzern und die Zulieferer unternehmen könnten, sind zum Beispiel:
- Führung und Förderung
- Finanzielle Unterstützung
- Schulung und Kompetenzbildung
- Bereitstellung anderer Ressourcen für ein gesellschaftliches Engagement
- Fortsetzung und Verstärkung des Stakeholder-Dialogs.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Unternehmensverantwortung wird naturgemäß von verschiedenen Menschen und Firmen unterschiedlich interpretiert. Für die Zulieferer wurden Fragen wie Wohlergehen, Motivation und Bindung der Beschäftigten, die Beziehungen mit dem gesellschaftlichen Umfeld, die Gesetze, Umweltfragen, Sicherheit und Gesundheit sowie Sozialleistungen hervorgehoben. Die Teilnehmer schlugen mögliche Aktivitäten des adidas Konzerns und seiner Zulieferer vor, zum Beispiel:
- Weiterer Ausbau des bereits praktizierten partnerschaftlichen Vorgehens (anstatt einseitiger Kontrolle)
- Unterstützung für Messung, Überwachung und Bewertung, um die Kosten und Vorteile des Nachhaltigkeitskonzepts zu demonstrieren und gegenüberzustellen.
Bei allen Sitzungen zeigte sich ein echtes Interesse der Teilnehmer daran, wie der adidas Konzern seine Aktivitäten fortsetzen und vertiefen wird.
Der vollständige Bericht von CSR Asia über den Dialog kann von unserer Internetseite heruntergeladen werden. Der adidas Konzern wird 2008 einen kurzen Bericht mit seinem Feedback zu den Meinungen und Vorschlägen der Zulieferer erstellen.

- Stakeholder-Dialog, Hongkong
