Herausforderung: Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufbauen

Einige Stakeholder sind skeptisch, ob ein internes Programm zur Kontrolle der Beschaffungskette glaubwürdig sein kann. Der Hauptkritikpunkt ist die Frage der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit derartiger Programme. Sie argumentieren, dass wir nur begrenzte Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen machen können oder diese durch unsere Beschaffungsmuster sogar negativ beeinflussen könnten, zum Beispiel durch erhöhte Arbeitszeiten. Auch die Tatsache, dass eine steigende Anzahl von Produkten aus Ländern mit gesetzlich eingeschränkter Koalitionsfreiheit beschafft wird, erfüllt einige Stakeholder mit Sorge.

Umso stärker verlangen sie daher, unsere Sozial- und Umweltprogramme transparent zu gestalten und Dritte in den Untersuchungs- und Verifizierungsprozess einzubeziehen.

Reaktion: Wege zu mehr Transparenz

Transparenz, Offenlegung und Zusammenarbeit

Wir legen Wert auf Transparenz und sind an den Meinungen unserer Stakeholder interessiert. Wir berichten jährlich unter Angabe der weltweiten Standorte unserer Zulieferbetriebe über unsere Anstrengungen zur Einhaltung der Standards. Außerdem legen wir gegenüber der Fair Labor Association unser Programm zur Bewertung, Akkreditierung und öffentlichen Berichterstattung offen. Seit mehr als zehn Jahren stellen wir zudem auf Anfrage von Akademikern, Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) vollständige Adressen unserer Zulieferbetriebe zur Verfügung.

Auch 2007 haben wir auf Anfragen verschiedener lokaler Gewerkschaftsgruppen wieder Namen und Adressen von Zulieferbetrieben bekannt gegeben. Eine vollständige Liste unserer Hersteller ist auf unserer Internetseite zu finden und wird zweimal jährlich aktualisiert. Auch die Adressen der Lieferanten lizenzierter US-Hochschulprodukte wurden an jene amerikanischen Universitäten weitergegeben, die Lizenzverträge mit uns abgeschlossen haben.

Im Jahr 2007 wurden einige Fabriken unserer Schuhlieferanten in Indonesien geschlossen. Als wir von den finanziellen Schwierigkeiten der Betriebe erfuhren, nahmen wir sofort Kontakt mit der Fabrikleitung, den örtlichen Gewerkschaften und den zuständigen Arbeitgeberorganisationen auf. Die lokalen Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen wurden regelmäßig über die Maßnahmen informiert, mit denen wir die sozialen Auswirkungen solcher Schließungen für die Beschäftigten abfedern.

Eine innovative Vorgehensweise zur Herstellung von mehr Transparenz ist die Teilnahme des Konzerns am Fair Factories Clearinghouse (FFC). Das FFC ist eine branchenweite Datenbank, die zentral Informationen über die gesamte Beschaffungskette sammelt und die Ergebnisse unserer Betriebskontrollen aufzeichnet. Die Nutzung dieses Datensystems ermöglicht uns ein höheres Maß an Transparenz: So können die in der FFC-Datenbank enthaltenen Informationen über die Einhaltung von Standards beispielsweise mit anderen Unternehmen und Dritten ausgetauscht werden.

Aktionäre und die Finanzwelt verlangen heutzutage detaillierte Informationen über ein Unternehmen und sein Risikomanagement. Instrumente wie die Global Reporting Initiative (GRI) sollen bei der Erstellung von Unternehmensberichten dazu beitragen, die Transparenz zu steigern und den Informations- und Offenlegungspflichten nachzukommen. Börsennotierte Unternehmen werden zunehmend an Transparenzmaßstäben gemessen. Seit 2000 veröffentlicht der adidas Konzern jährlich einen Sozial- und Umweltbericht. Bei der Berichterstellung stützen wir uns auf die Richtlinien der GRI, die uns bei der Entscheidung helfen, welche qualitativen und quantitativen Informationen für unsere Stakeholder von Interesse sind.

Darüber hinaus wird unsere Internetseite während des Berichtszeitraums regelmäßig aktualisiert.

Zusammenarbeit mit anderen

Wir beteiligen uns an vielen Multi-Stakeholder-Programmen, da wir in der Zusammenarbeit die Grundlage für eine dauerhafte Verbesserung der Arbeits- und Umweltbedingungen sehen.

In Asien

Im Jahr 2007 haben wir zum Beispiel in Hongkong einen eintätigen Workshop und Stakeholder-Dialog zum Thema Unternehmensverantwortung organisiert, um das Nachhaltigkeitskonzept und seine Umsetzung innerhalb des adidas Konzerns vorzustellen. Außerdem wollten wir verschiedene Meinungen zu zahlreichen anderen Themen einholen und diese dann in die Weiterentwicklung der Sozial- und Umweltstrategien des Konzerns einfließen lassen. Gegenstand der Diskussionen waren die Umwelt, das neue chinesische Arbeitsvertragsgesetz und Beziehungen zum gesellschaftlichen Umfeld. Sechzig Vertreter des mittleren und oberen Managements verschiedener Zulieferer wie zum Beispiel unsere Produktionspartner, Rohstofflieferanten sowie internationale Transport- und Logistikunternehmen nahmen daran teil. Den vollständigen Bericht über den Stakeholder-Dialog finden Sie auf unserer Internetseite.

In Amerika

2007 haben wir unsere Kontakte mit Arbeitsausschüssen, verantwortlichen Repräsentanten und Studentengruppen an den Universitäten von Wisconsin, Michigan, Notre Dame und UCLA (Kalifornien) weiter ausgebaut. Dabei ging es insbesondere darum, die Universitäten über unsere generellen Aktivitäten zu informieren. Es wurden jedoch auch spezielle Bedenken von Studentengruppen angesprochen und diskutiert. Mehreren Universitäten, mit denen wir ein Lizenzabkommen abgeschlossen haben, wurde auf Anfrage der Zugang zu den Prüfberichten über die Betriebe, die ihre Produkte herstellen, ermöglicht.

Aufbauend auf unsere Kontakte mit Regierungen unternahmen wir Ende Oktober 2007 den ungewöhnlichen Schritt, einen offenen Brief an die Regierung von El Salvador in zwei nationalen Zeitungen des Landes zu veröffentlichen. In diesem Brief haben wir die Regierung aufgerufen, die Gespräche über den Fall des Betriebs Hermosa mit uns wieder aufzunehmen und ihre unzureichenden Maßnahmen bei der Durchsetzung der eigenen Arbeitsgesetze, die durch die Verfassung des Landes festgelegt sind, anzuerkennen. Mehr dazu finden Sie in dem Abschnitt Interaktion mit unseren Stakeholdern.

In Europa

Im Jahr 2007 setzten wir unser Engagement im Rahmen des Pilotprojekts einer Multi-Stakeholder-Initiative zu Arbeitsplatzstandards in der Türkei (,Jo-In Project') fort.

Auf Konzernebene

2007 unterstützte der adidas Konzern den Weltverband der Sportartikelindustrie intensiv in seinen Bemühungen, die Position der Branche bezüglich eines Verbots von Kinderarbeit in der Fußballproduktion zu stärken. Zudem waren wir bei der Gestaltung des globalen CSR-Programm des Verbandes für 2008 behilflich.

Wir unterstützten außerdem wieder gemeinsame Bemühungen zur Verbesserung von Umweltstandards, indem wir uns an der unternehmensübergreifenden Arbeitsgruppe AFIRM für Gefahrstoffe und an der ,Better Cotton Initiative' (BCI), welche die Umweltbedingungen des Baumwollanbaus verbessern will, beteiligten.

Mehr über Transparenz siehe Interaktion mit unseren Stakeholdern.

  • Stakeholder dialogue, Hong Kong
  • Stakeholder-Dialog,
    Hongkong