Herausforderung: Wettbewerbsfähig sein
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir eine breite Palette an Produkten anbieten. Dafür benötigen wir wiederum eine entsprechende Zulieferkette.
Kürzere Produktzyklen und die Nachfrage nach individuelleren Produkten stellen spezifische Herausforderungen dar, die nicht nur unsere Marketingstrategie, sondern auch unsere Beschaffungsmodelle beeinflussen. Außerdem expandieren wir in Märkte, die saisonabhängiger sind, wie beispielsweise Lifestyle und Mode.
Jeder dieser Märkte hat seine eigenen Besonderheiten und Anforderungen bezüglich Produktstil, Saisonabhängigkeit, Bestimmungsort, Verfügbarkeit und Flexibilität, was unser bestehendes Beschaffungsmodell vor Herausforderungen stellt. So unterscheiden sich zum Beispiel Lieferanten für Sportbekleidung aufgrund der großen Herstellungsmengen in ihrer Struktur von Zulieferern, die Artikel für den Freizeitbekleidungs- und Modemarkt in geringeren Stückzahlen produzieren. Da es kein Beschaffungskonzept gibt, das alle Anforderungen der einzelnen Geschäftseinheiten gleichermaßen erfüllen könnte, wird die Produktbeschaffung innerhalb des adidas Konzerns zunehmend dezentralisiert. Die Anzahl von Beschaffungseinheiten und die erhöhte Komplexität in den Geschäftsbeziehungen stellen die konsistente Einhaltung unserer Sozial- und Umweltstandards in der gesamten Beschaffungskette vor eine besondere Herausforderung.
Kostengünstige Produktion und Vertriebswege sind zudem unabdingbar. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, haben wir die Herstellung weitgehend in Länder ausgelagert, in denen die Produktionskosten niedrig sind. Interessanterweise entwickeln sich die Schwellenländer, in denen wir produzieren, zunehmend selbst zu wichtigen Verbrauchermärkten für unsere Produkte. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Produzenten für den Export und lokalen bzw. inländischen Herstellern.
Reaktion: Ein Konzern - ein Standard
Wir sind davon überzeugt, dass die Werte und Prinzipien, die wir mit unseren Geschäftspartnern teilen, einen positiven Einfluss auf unser Geschäft und das Leben der Beschäftigten haben, die unsere Produkte herstellen. Wir kommunizieren diese Werte über unsere ,Workplace Standards' (Arbeitsplatzstandards), den Verhaltenskodex für unsere Beschaffungskette. Die Standards basieren auf den Menschen- und Arbeitnehmerrechtskonventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der UN. Sie sind an den Verhaltenskodex des Weltverbandes der Sportartikelindustrie angelehnt.
Diese ,Workplace Standards' sind ein grundlegender Bestandteil unserer Beziehung mit unseren Zulieferern und eine vertraglich festgelegte Verpflichtung. Bevor Zulieferer zu autorisierten Geschäftspartnern werden können, müssen sie die Einhaltung unserer Standards nachweisen. Dies ist jedoch erst der Anfang. Wir erwarten von unseren Zulieferern die volle Umsetzung der Standards in ihren Management- und Entscheidungsprozessen und wollen sie letztlich zu einem System der Eigenverantwortung führen.
Im Jahr 2007 haben wir unsere überarbeiteten Verhaltensrichtlinien im gesamten Konzern eingeführt, nach dem Prinzip ,Ein Konzern - ein Standard'. Die Richtlinien enthalten einheitliche und obligatorische Verfahrensweisen bezüglich Bekanntgabe von Zulieferern, Genehmigung neuer Zulieferer, Durchsetzung von Standards und Kündigungsverfahren.

- Schuhfabrik, Thailand
